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50 Jahre Wohnen Emmaus: Ein Zuhause für Menschen mit Behinderungen am Linzerberg

Mag. Jacky Stitz, 27.06.2026 08:25

ENGERWITZDORF. Mit einem Jubiläumsfest feierte die Wohneinrichtung Emmaus am Linzerberg, Gemeinde Engerwitzdorf, ihr 50-jähriges Bestehen. Rund 200 Gäste blickten gemeinsam auf fünf Jahrzehnte zurück, in denen das Haus Menschen mit Behinderungen ein Zuhause und Unterstützung für ein möglichst selbstbestimmtes Leben bietet.

Rund 200 Gäste feierten gemeinsam mit Bewohnern, Angehörigen, Wegbegleitern und Mitarbeitern das 50-jährige Jubiläumsfest des Wohnhauses für Menschen mit Behinderungen. (Foto: Diakoniewerk)

Am 16. November 1976 zogen 38 junge Menschen in das neu errichtete Wohnhaus Emmaus ein. Die Einrichtung galt damals als wegweisendes Angebot für Menschen mit Behinderungen. Ziel war es bereits zu dieser Zeit, gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und individuelle Lebensperspektiven zu fördern.

Was heute selbstverständlich erscheint, war Mitte der 1970er-Jahre noch keineswegs üblich. Mit Emmaus setzte das Diakoniewerk einen wichtigen Schritt hin zu Wohn- und Lebensformen, die sich an den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Menschen orientieren. Die Eröffnung der Einrichtung gilt als Meilenstein der Behindertenarbeit in Oberösterreich.

Gemeinsam mit Werkstätte, Kindergarten, Sonderschule und Therapiestation entstand am Linzerberg ein Zentrum, das Menschen mit Behinderungen vielfältige Bildungs-, Beschäftigungs- und Wohnmöglichkeiten bot.

Selbstbestimmt leben am Linzerberg

Heute leben 26 Menschen mit Behinderungen in vier Wohnungen der Einrichtung. Sie wohnen in Einzelzimmern und werden entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse begleitet. Im Haus befindet sich zudem eine Seniorentagesbegleitung für ältere Menschen mit Behinderungen.

Die Bewohner gestalten ihren Alltag nach ihren Fähigkeiten, Interessen und Wünschen. Die naturnahe Lage sowie die enge Vernetzung der Angebote am Linzerberg fördern Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. Durch die Nähe zum Therapiezentrum Linzerberg steht bei Bedarf rasch therapeutische Unterstützung zur Verfügung.

Bedeutender Beitrag zur Behindertenarbeit

Die Eröffnung des Wohnhauses Emmaus vor 50 Jahren markierte einen weiteren wichtigen Schritt beim Ausbau der Angebote für Menschen mit Behinderungen. Bereits 1968 war das Wohnhaus Martinstift eröffnet worden. Einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Behindertenarbeit leistete zudem der staatlich anerkannte Lehrgang für Behindertenhilfe, mit dem qualifizierte Fachkräfte ausgebildet wurden.

Martin Hauzenberger und Bettina Rödhammer, die duale Leitung des Wohnhauses Emmaus, betonten bei der Jubiläumsfeier die kontinuierliche Weiterentwicklung der Einrichtung. Ziel sei es seit fünf Jahrzehnten, die Lebensqualität der Bewohner stetig zu verbessern.

Blick zurück und nach vorne

Auch Daniela Palk, Vorständin des Diakoniewerks, hob die Bedeutung der Einrichtung hervor. Als Emmaus vor 50 Jahren eröffnet wurde, sei die Vorstellung eines selbstbestimmten Lebens für Menschen mit Behinderungen noch nicht selbstverständlich gewesen. Das Haus stehe daher nicht nur für ein Wohnangebot, sondern auch für einen wichtigen Entwicklungsschritt in der Begleitung von Menschen mit Behinderungen in Oberösterreich.


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