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URFAHRT-UMGEBUNG/OBERÖSTERREICH. 22 Jahre, einen Monat, vier Tage. So lange wird Josef Pühringer (ÖVP) Landeshauptmann gewesen sein, wenn er am 6. April zurücktritt. Sein Nachfolger wird der bisherige Vize-Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP). Die Tips-Redaktion hat sich zum Personalwechsel auch im Bezirk umgehört.    

Thomas Stelzer und Josef Pühringer. Foto: . Foto: Kerschbaummayr
Thomas Stelzer und Josef Pühringer. Foto: . Foto: Kerschbaummayr

Bereits einen Tag vor seinem Rücktritt war durchgesickert, dass Pühringer den Zeitplan für den Wechsel an der Spitze des Landes verkünden wolle. Dieser Wechsel wird schnell erfolgen, bereits am 6. April stellt sich Stelzer im Landtag zur Wahl. Pühringer sieht seinem Abschied gelassen entgegen: „Ich gehe mit Leichtigkeit.“ Diese Leichtigkeit könne er vor allem fühlen, weil „die Nachfolge gut geregelt ist“.

Schon vor der letzten Wahl habe er überlegt, nicht mehr anzutreten, das Wahlergebnis habe ihn enttäuscht. „Ich trage die Verantwortung, ich war der Spitzenkandidat.“ Dennoch bereut er die Entscheidung nicht: „Wenn die Meinungsforscher Recht haben und meine Person dafür verantwortlich war, dass wir Platz eins gehalten haben, bin ich froh, dass ich noch einmal angetreten bin“, so Pühringer. Sowohl der designierte Landeshauptmann Stelzer als auch die Mitglieder der Landesregierung seien einstimmig und ohne Enthaltung nominiert worden – für Pühringer ein Zeichen der Geschlossenheit der ÖVP. „Es braucht niemand hoffen, dass wir irgendeinen Riss wieder aufmachen werden.“

Neben Stelzer sind der bisherige Landesrat und zukünftige Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Strugl sowie Landesrat Max Hiegelsberger weiter in der ÖVP-Riege vertreten. Neu in die Regierung rückt die 35-jährige Christine Haberlander aus Enns auf, die bisher als Mitarbeiterin des Landeshauptmannes für Gesundheitsfragen zuständig war. „Ich kann garantieren, dass ich meinen Beitrag dafür leisten werde, dass die Regierung von Thomas Stelzer eine erfolgreiche sein wird“, verspricht Haberlander.

Neue Antworten gefragt

Der designierte Landeshauptmann, der in Kürze seinen 50. Geburtstag feiert, würdigt die Verdienste seines Vorgängers: „Josef Pühringer hat die Basis dafür gelegt, dass wir uns international weiterentwickeln können.“ Vor der ihm bevorstehenden Aufgabe habe er Respekt, aber er freue sich darauf. Eine seiner größten Aufgaben sieht er darin, Oberösterreich fit für die Zukunft zu machen – im Umfeld vieler neuer Anforderungen.“Wir leben in einer Zeitenwende. Daher sind auch viele Antworten, die wir entwickelt haben, nicht mehr die richtigen“, so Stelzer. Die Arbeit mit seinem künftigen Team hat schon begonnen, einen Teil dieser neuen Antworten will der designierte Landeshauptmann bei seinem Antritt am 6. April präsentieren.

Die Reaktionen aus dem Bezirk

Viel Lob erntet Pühringer auch aus dem Bezirk. „Mit Josef Pühringer tritt ein engagierter, arbeitsamer und für Oberösterreich eintretender Landeshauptmann ab. Er hat Oberösterreich über Jahrzehnte geprägt. Als langjährige Bürgermeisterin von Ottensheim habe ich manchmal auch seine Ecken und Kanten erleben dürfen. Seine Wertschätzung und Haltung zu einer vielfältigen, kulturellen Entwicklung in Oberösterreich habe ich immer sehr positiv erlebt. Ich wünsche ihm für den neuen Lebensabschnitt alles Gute“, erklärt etwa Uli Böker (Grüne), Landtagsabgeordnete und langjährige Bürgermeisterin der Markgemeinde Ottensheim. Günter Pröller (FPÖ) sieht Pühringers Arbeit ähnlich: „Seit meiner Angelobung als Landtagsabgeordneter vor gut einem Jahr habe ich Landeshauptmann Pühringer als schlagfertigen und humorvollen Menschen kennengelernt. Ein großer Politiker verlässt die Politik. Ich war 28 Jahre alt, als Josef Pühringer Landeshauptmann geworden ist. Er hat in diesen über 22 Jahren seiner Amtszeit unser Bundesland geprägt und mitgestaltet. Für die Zeit nach dem Rücktritt wünsche ich ihm alles Gute, Gesundheit und Zeit für die Familie.“ Etwas differenzierter beurteilt der Bürgermeister von Feldkirchen, Franz Allerstorfer (SPÖ), Pühringers Amtszeit: „Mit Josef Pühringer verliert auch unsere „rote Gemeinde“ Feldkirchen einen ihrer wichtigsten Förderer. Er hat uns in vielfacher Weise bei der Umsetzung zahlreicher Projekte unterstützt. Zuletzt hat er auch dem großen finanziellen Beitrag des Landes für unser Schul- und Kulturzentrum seine Zustimmung gegeben.

Mit seiner christlich-humanistische Politik hat er Oberösterreich über viele Jahre geprägt. Schade nur, dass er 2015 mit den „Blauen“ eine Regierungskoalition eingegangen ist. Durch die gemeinsame Politik mit den Blauen, – Einschränkung der Mindestsicherung, Versuche soziale Angebote „bedarfsgerechter“ anzubieten – beschädigt Pühringer sein sonst beachtliches christlich-soziales Lebenswerk zusehends. Ich vermute, dass er das selbst weiß und froh ist, diese Politik nicht mehr länger mitverantworten zu müssen.“

Seitens des Nationalratsabgeordneten Michael Hammer (ÖVP) gibt es hingegen viel Lob: „Mit dem Rückzug von Pühringer geht eine langjährige erfolgreiche Ära zu Ende. Pühringer war ein unermüdlicher Kämpfer für das Land Oberösterreich, der mit unglaublichem Einsatz Oberösterreich zu einem Zukunftsland gemacht hat. Pühringer hat sich große Verdienste errungen. Landeshauptmann Josef Pühringer war immer auch ein Partner und Förderer, wenn es darum ging, die Interessen des Bezirkes Urfahr-Umgebung zu vertreten. Ich freue mich über die Nominierung von Thomas Stelzer als neuen Landeshauptmann. Stelzer wird ein sehr guter Landeshauptmann sein, der neue Wege beschreiten wird und das Land weiter nach vorne bringen wird.“


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