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BEZIRK URFAHR-UMGEBUNG. Tips sprach mit Franz Tauber, Leiter der Wirtschaftskammer Urfahr-Umgebung, über die Bedeutung und Herausforderungen von Nahversorgern. 

Franz Tauber, Leiter der Wirtschaftskammer Urfahr-Umgebung Foto: Eric Krügl
Franz Tauber, Leiter der Wirtschaftskammer Urfahr-Umgebung Foto: Eric Krügl

Tips: Warum ist die Nahversorgung so wichtig?

Tauber: Nahversorgung ist Lebensqualität. Wenn die Produkte des täglichen Bedarfs am besten fußläufig erwerbbar sind, trägt das wesentlich zur Attraktivität eines Ortes bei.

Tips: Wie steht es um die Nahversorgung im Bezirk Urfahr-Umgebung?

Tauber: Derzeit haben wir in unseren Gemeinden noch eine gute Durchdringung von Nahversorgungsbetrieben. Die große Herausforderung wird der Generationswechsel sein. Sind die Nachfolger bereit, den Betrieb der Eltern zu übernehmen oder findet sich eine familienfremde Person, die den Betrieb weiterführt?

Tips: Wie werden Nahversorger unterstützt?

Tauber: Es gibt ein Nahversorgungsprogramm des Landes OÖ, mit dem die klassischen Nahversorgungsbetriebe, Bäcker, Fleischer, Gastronomie, Konditorei und Lebensmittelhandel mit Vollsortiment, mit Investitionsunterstützungen gefördert werden. Am nachhaltigsten können jedoch die Konsumenten selbst die örtlichen Nahversorger unterstützen, indem sie bei ihnen einkaufen. Das ist für die Konsumenten auch nicht ganz uneigennützig: Zum einen sichern sie durch die Nahversorgung auch ihre eigene Lebensqualität, vor allem für die ältere Bevölkerung. Zum anderen leistet man mit dem Einkauf im Ort auch einen Beitrag zum Wert der eigenen Immobilie. Das heißt, stirbt die Nahversorgung in einem Ort, sind auch die Eigenheime, Wohnungen, Grundstücke weniger wert. Die Bevölkerung sitzt also mit der Nahversorgung ihres Ortes im gleichen Boot.

Tips: Was ist für Nahversorger schwierig?

Tauber: Der Konsument ist durch das umfassende und breite Angebot der Supermärkte verwöhnt. Diese große Auswahl kann selbstverständlich ein kleiner Nahversorgungsbetrieb nicht bieten. Viele Nahversorger halten ihren Betrieb nur mit einem hohen zeitlichen Aufwand aufrecht.

Tips: Wie hat sich die Situation in den vergangenen zehn Jahren für Nahversorger verändert?

Tauber: Gerade die letzten Jahre sind geprägt durch den jährlich stärker wachsenden Online-Einkauf. Dieser Online-Einkauf ist jedoch im Lebensmittelbereich nicht so stark. Zusätzlich hat die Guute-Initiative in den letzten 20 Jahren wesentlich zur Bewusstseinsbildung für den regionalen Einkauf beigetragen. Gerade durch diese Guute-Bewusstseinsbildung wird der Online-Einkauf in unserem Bezirk etwas abgefedert und der Kaufkraftabfluss insgesamt gestoppt.

Tips: Was müssen Nahversorger bedenken, damit sie neben großen Anbietern bestehen können?

Tauber: Sich auf ihre Stärken, insbesondere auf die vier Guute-Werte, konzentrieren: Regionalität bei den Produkten, Qualität im Angebot und in der Dienstleistung, Kooperation mit anderen Nahversorgern und Landwirten, sowie Innovation in der Weiterentwicklung des Betriebes.


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