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LICHTENBERG/LINZ/OÖ. Im Gespräch mit Tips spricht der Grüne Klubobmann und Mühlviertler Spitzenkandidat Severin Mayr unter anderem über Wahlkampfziele, das Klimaticket und die für ihn größte Herausforderung dieser Generation.

Der gebürtige Gramastettner Severin Mayr lebt heute in Lichtenberg. (Foto: Weihbold)
Der gebürtige Gramastettner Severin Mayr lebt heute in Lichtenberg. (Foto: Weihbold)

Tips: Sie sind seit Kurzem Grüner Klubobmann und auch noch einer der Spitzenkandidaten für das Mühlviertel. Was ist Ihnen dabei aktuell besonders wichtig?

Severin Mayr: Als Klubobmann geht es jetzt zu einem guten Teil um die Wahlvorbereitung. Wir haben eine Kandidatenliste gewählt, mit der ich eine unglaubliche Freude habe, die sehr bunt, sehr jung und extrem kompetent ist. Jetzt steuern wir auf den 26. September zu und schauen, dass möglichst viele von dieser Liste auch im Landtag landen werden. Aktuell sind wir ja sechs Abgeordnete. Ziel ist, dass wir mehr werden. Und wir haben jetzt, seit ich Klubobmann bin, drei sehr intensive Landtagssitzungen gehabt. Ich habe angekündigt, als ich Klubobmann geworden bin, dass der Klimaschutz in jeder Landtagssitzung auf der Tagesordnung stehen wird. Und das haben wir durchgezogen und das ist ein Plan, der bleibt, weil die Situation mittlerweile so ist, dass wir auch in Oberösterreich nicht mehr wegschauen dürfen bei den Dingen, die passieren.

Tips: Vor Kurzem wurde das Klimaticket beschlossen. Das wurde zwar positiv aufgenommen, aber dennoch gibt es Stimmen, die vor allem mangelnde Verbindungen als Problem sehen. Wie sehen Sie das?

Mayr: Also wenn man nahe an Linz wohnt, so wie ich jetzt mit Lichtenberg, da gibt es eine verhältnismäßig gute Anbindung an den Öffentlichen Verkehr. Da gibt es Regionen in OÖ, die deutlich schlechter erschlossen sind. Aber klar ist aus unserer Sicht, dass es beides braucht: Das eine ist, dass die Ticketpreise günstiger werden und das zweite, dass es deutlich mehr Verbindungen gibt. Unser Ziel ist, dass es eine Mobilitätsgarantie gibt, dass es jede Stunde in jedem Ort einen Bus geben muss. Also das Ziel ist, dass jeder, der in der Früh im Mühlviertel ins Auto steigt, die Alternative hat, in den Bus einsteigen zu können. Das heißt, wir brauchen mehr Verbindungen, schnellere Verbindungen und günstigere Verbindungen. Auch der Takt gehört im gesamten Bezirk extrem ausgeweitet. Das ist ja auch mitvereinbart mit der Einführung des Klimatickets.

Tips: Es gibt immer noch Menschen, die dem Klimaschutz skeptisch gegenüberstehen. Wie wollen Sie diese überzeugen?

Mayr: Ich glaube, dass sich da in der Sichtweise vieler Leute jetzt etwas ändert, weil es jetzt tatsächlich in einer Dramatik sichtbarer wird, als es in den vergangenen Jahren noch der Fall war. Es brennt halb Südeuropa, wir haben Tornados an unserer nördlichen Grenze zu Tschechien, Hochwasser, wo Hunderte Leute in Deutschland sterben und tennisballgroße Hagelkörner im Mühlviertel. Die Leute kriegen das hautnah mit, dass sich auf der Welt etwas ändert und sie haben auch die Erwartung, dass da die Politik handelt. Natürlich gibt es Leute, die das leugnen. Wir haben das in vielen Bereichen mit Fake News erlebt.Wir haben das bei Corona, wir haben das beim Klimawandel. Bei Corona hat es funktioniert, dass man auf die Wissenschaft hört. Der Schritt fehlt in der Klimapolitik teilweise noch. Da ist zweifelsfrei nachgewiesen, dass der Klimawandel existiert und dass dieser vom Menschen gemacht wird. Das ist eine schlechte Nachricht, weil niemand gern an etwas schuld ist. Das ist aber auch eine gute Nachricht, denn dann können wir es auch ändern. Aber in der Auseinandersetzung mit skeptischen Menschen braucht man eine gewisse Ernsthaftigkeit – ich verzichte da auf Polemik – sehr viel Aufklärung und eine wissenschaftliche Auseinandersetzung. Das ist oft mühsamer als ein billiger Steinzeitsager, aber notwendiger.

Tips: Auch die anderen Parteien haben den Klimaschutz, wie man auf den Plakaten sieht, zum Thema im Wahlkampf gemacht. Was sagen Sie dazu?

Mayr: Es ist grundsätzlich positiv, wenn alle Parteien über Klimaschutz reden. Entscheidend ist aber dann, was tatsächlich passiert. Dass manche Parteien, wenn es opportun ist, sich gern ein grünes Mascherl umhängen, ist jetzt per se kein neues Phänomen. In der Praxis ist in gerade in den letzten sechs Jahren in OÖ aber immer das Gegenteil passiert. Klimaschutz ist mehr als ein Wahlkampfthema, das ist die größte Herausforderung, die unsere Generation jetzt gerade hat.


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