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URFAHR-UMGEBUNG. Seit 1984 haben sich die Flüsse im Bezirk Urfahr-Umgebung um durchschnittlich 1,73 Grad Celsius erwärmt. Diese steigenden Temperaturen haben Auswirkungen auf die Gewässer und deren Bewohner.

Die kälteliebende Bachforelle ist von der Erwärmung besonders betroffen. (Foto: Rostislav - stock.adobe.com)

Die Langzeitstudie des Landes Oberösterreich basiert auf den Messdaten von 61 Pegelstationen im gesamten Bundesland im Zeitraum von 1984 bis 2023. Sechs davon liegen im Bezirk Urfahr-Umgebung: Am Distlbach (Zwettl/ Rodl) wurde ein Temperaturanstieg von 1,55 Grad Celsius gemessen; an der Großen Gusen (Engerwitzdorf) 1,60 Grad; an der Großen Rodl in Zwettl 1,58 Grad bzw. in Rottenegg gar 3,05 Grad; der Große Haselbach (Asberg) erwärmte sich um 0,71 Grad und der Pesenbach (Bad Mühllacken) um 1,87 Grad. Im Durchschnitt ergibt das eine Erwärmung von 1,73 Grad Celsius in 40 Jahren.

Umwelt- und Klimalandesrat Stefan Kaineder sieht hier Handlungsbedarf: „Diese Zahlen machen die Klimaerwärmung besonders sichtbar und begreifbar. Sie stehen für Hitzedruck in den Gewässern, für weniger Sauerstoff im Wasser und dafür, dass vertraute Arten verschwinden können.“

Feststellbare Veränderungen

Das bestätigt der aus Aigen-Schlägl stammende Gewässerökologe Christoph Hauer vom BOKU-Institut für Wasserbau, Hydraulik und Fließgewässerforschung: „Ein sich über Jahre hinweg konstant entwickelnder Temperaturanstieg wird Schritt für Schritt die Artengemeinschaft der aquatischen Organismen verändern. Am offensichtlichsten ist es bei den Fischen. Hier haben wir seit 2013 an der Großen Mühl bereits festgestellt, dass wärmetolerierende Fischarten, die man zu Beginn nur in Stauräumen der Kleinwasserkraftwerke nachweisen konnte, nun zunehmend auch in den freien Fließstrecken mit höheren Fließgeschwindigkeiten zu finden sind.“ Kälteliebende Arten, wie Bachforelle und Koppe seien zwar noch vorhanden, „es wird sich zeigen, ob dies auch in Zukunft so bleiben wird“, so Hauer.

Renaturierung ist notwendig

Um die Gewässertemperatur langfristig zu stabilisieren, braucht es Maßnahmen, die schnell wirken: mehr Schatten für die Flüsse durch Bäume und Sträucher entlang der Ufer, mehr Platz und Struktur im Flussbett, um kühle Rückzugsorte zu schaffen, sowie freie Wege für Fische und andere Lebewesen, damit Arten wandern und ausweichen können. Viele Renaturierungsprojekte seien bereits umgesetzt worden, sagt Kaineder, jedoch „lässt uns das Tempo der Klimakrise keine Pause. Wir müssen konsequent an der Verbesserung der Gewässerökologie arbeiten.“


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