McDonald's in Ottensheim vorerst vom Tisch
OTTENSHEIM. Das alte Lagerhaus-Areal in Ottensheim soll umgestaltet werden. Im Gespräch war unter anderem eine McDonald's-Filiale. Doch die jüngste Gemeinderatssitzung hat diese Pläne zunichte gemacht.

Im Zentrum der Diskussion stand die weitere Entwicklung des Areals sowie die Frage, wie mögliche zusätzliche Verkehrsbelastungen im Bereich der bereits stark frequentierten Bahnhofskreuzung berücksichtigt werden sollen.
Mit den Stimmen der Bürgerliste ProO und der SPÖ wurde eine Verordnung beschlossen, die Gastronomie mit einer Verzehrfläche von mehr als 100 Quadratmetern ausschließt. Damit dürfte ein McDonald's vorerst einmal vom Tisch sein.
Keine Kompromisse
Die ÖVP Ottensheim kritisiert den Beschluss deutlich. Vizebürgermeister und Bauausschussobmann Gerhard Leibetseder betont, dass seine Fraktion Maßnahmen zur Lösung der Verkehrsfragen im Bahnhofsbereich grundsätzlich unterstütze. Die ÖVP lehne jedoch einen aus ihrer Sicht pauschalen Ausschluss bestimmter Betriebsformen ab.
Nach Angaben der ÖVP brachte die Fraktion einen Abänderungsantrag ein. Dieser hätte Verkehrsfragen – etwa Zu- und Abfahrten, Stellplätze und ein Verkehrskonzept – mit konkreten Auflagen regeln sollen, ohne ganze Nutzungsarten auszuschließen. Auch während einer Sitzungsunterbrechung habe man Kompromisse angeboten, unter anderem eine Verkleinerung der betroffenen Fläche. Diese Vorschläge seien von der Mehrheit nicht angenommen worden.
Verkehrsuntersuchung geplant
Die SPÖ weist die Darstellung zurück. „Unsere Fraktion hat einem Neuplanungsgebiet nördlich der B 127 deshalb zugestimmt, um die verkehrliche Belastung der Bahnhofskreuzung durch allfällige Bauvorhaben nördlich der B 127 genau einbeziehen zu können. Es ist dort schon länger eine genaue Verkehrsuntersuchung geplant. Das Ziel des Neuplanungsgebiets ist die Widmung eines Kerngebiets, welches eine Vielzahl an Bebauungen zulässt“, erklärt SP-Fraktionsobmann Franz Bauer gegenüber Tips.
ProO-Fraktionsobfrau Ingrid Rabeder-Fink argumentiert laut Bericht in den OÖNachrichten mit der verzwickten Situation bei der Bahnhofskreuzung, die ihrer Meinung nach keinen „Verkehrsmagnet“ wie McDonald's mehr vertragen würde.
„Kostet Vertrauen“
ÖVP-Ortsparteiobmann Moritz Hagenauer-Stoss bringt seine Sorge über diese Entwicklung zum Ausdruck: „Hier geht es nicht um Raumordnung, sondern um die gezielteVerhinderung eines einzelnen Unternehmens. Jeder Investor, der das beobachtet, zieht daraus seine Schlüsse. Wer sich hier ansiedeln will, muss damit rechnen, dass die Spielregeln kurzfristig und anlassbezogen geändert werden – das kostet uns Vertrauen, das man sich über Jahre aufbaut und in einer einzigen Sitzung verspielen kann.“


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