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Ohne Futter und verletzt: Katastrophale Zustände in Stall in Vöcklabruck, 94 Rinder geschlachtet

Online Redaktion, 05.06.2024 06:16

BERG. Katastrophale Zustände sollen in zwei Ställen eines Landwirts im Attergau geherrscht haben. Schlussendlich mussten 94 Rinder geschlachtet werden, die restlichen elf Tiere wurde auf umliegende Bauern aufgeteilt.

Die Tiere hatten kein Futter und kein Wasser, waren außerdem verletzt. Der Großteil musste schlussendlich geschlachtet werden. (Foto: Sven Grundmann/stock.adobe.com (Symbolfoto))
Die Tiere hatten kein Futter und kein Wasser, waren außerdem verletzt. Der Großteil musste schlussendlich geschlachtet werden. (Foto: Sven Grundmann/stock.adobe.com (Symbolfoto))

Der Amtstierarzt kontrollierte die Ställe am 28. Mai, dabei wurden erhebliche Mängel festgestellt. Der Futtertisch war leer, der Tiefstreubereich war massiv mit Kot verschmutzt, die Tiere waren augenscheinlich stark abgemagert, verletzt, mit eingewachsener Kette und auch die Wassertränken funktionierten nicht bzw. waren gänzlich ohne Wasser. Am 31. Mai gab es eine weitere Kontrolle. Dabei wurden dem Landwirt aufgrund der Mängel, welche nicht behoben worden waren, alle 105 Tiere behördlich abgenommen bzw. ordnete die Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck eine sofortige Räumung des Betriebs an.

Zehn Rinder an Ort und Stelle notgeschlachtet

94 Rinder mussten geschlachtet werden, wovon zehn aufgrund des Zustandes an Ort und Stelle einer Notschlachtung unterzogen werden mussten. Der Rest der Rinder, darunter auch Kälber, wurde auf umliegende Landwirte aufgeteilt. „Da sich der Landwirt gegenüber den Behördenorganen äußerst unkooperativ verhielt, wurde die Polizei zur Unterstützung herangezogen. Im Beisein der Polizei konnten die Behörden die Räumung ohne Zwischenfälle durchführen. Der Beschuldigte selbst hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. Er wird nun sowohl der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck, als auch der Staatsanwaltschaft Wels wegen Tierquälerei zur Anzeige gebracht“, berichtet die Polizei.

Hätte Behörde früher eingreifen sollen?

Auch der Verein gegen Tierfabriken meldet sich zu Wort: „Aus Tierschutzsicht müssen wir die dringende Frage stellen, wie der gesundheitliche Zustand der Rinder bei der 1. Kontrolle war und warum kein sofortiges Eingreifen durch die Behörde erfolgte. Es ist schwer vorstellbar, dass sich der Zustand der Tiere innerhalb der zwei Tage bis zur Tierabnahme bzw. ihrer Tötung so stark verschlechtert hat. Welches Leid mussten die Rinder und Kälber in diesen Tagen ertragen? Das mehrtägige Martyrium der 94 getöteten Rinder ist ein Skandal. Hier hätte schon bei der ersten Kontrolle eingeschritten werden müssen“, sagt Lena Remich, Tierschutz-Campaignerin.

Für Bauernrebell Leo Steinbichler ist klar: „Wir Bauern sind in der Tierhaltung 365 Tage im Jahr Bereitschaft. Wir dürfen nicht nur über 'Tierwoh' reden, sondern müssen dringend auch über 'Bauernwohl' dissidieren!“


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