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VÖCKLABRUCK. Das Frühlingskonzert des Orchesters der Stadt Vöcklabruck im Stadtsaal war ein musikalisches Ereignis. Am Programm standen: Die Sinfonie in D-Dur HV I/93, Die 1. Londoner von Joseph Haydn; das Konzert für Klarinette und Orchester (Uraufführung) von Stefan Andreas Scheicher; das 2.Konzert für Klavier und Orchester in F-Dur von Dmitrij Schostakowitsch sowie die sinfonische Dichtung Nr.3 – Les Preludes – von Franz Liszt.
 

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Das Orchester der Stadt – dirigiert vom Vollblutmusiker David Pennetzdorfer, der von der ersten bis zur letzten Note kein Detail ausließ, die Linien der Partituren plastisch modellierte und die melodischen Bögen deutlich phrasierte – brillierte mit einer unvergleichlich frischen, delikaten und Maßstäbe setzenden Wiedergabe.

Die Haydn-Sinfonie Nr. 93 – die erste „Londoner“ – erklang edel klassisch ausgewogen, übermütig, voll mit Haydn's „surprising effects“, fröhlichen, kleinen Bläsersoli bis hin zum „Furz“ – dem Fagott-Brummer im zweiten Satz. Im Konzert für Klarinette und Orchester von Stefan Andreas Scheicher (die Uraufführung) spielte Ernst Reiter den souveränen anspruchsvollen Solopart.

Hauptmerkmal des Kompositionsstils Scheichers ist die Wiedereinbeziehung tonaler Strukturen und klassischer Formen, ohne dabei vergangene Musikstile rein zu replizieren.

Nach der Pause kam das zweite Klavierkonzert (in F-Dur, Opus 102) von Dmitrij Schostakowitsch – mit Florian Griesser am Klavier – zur Aufführung. Er spielte das – vom Komponisten seinem Sohn „auf die Finger geschriebene“ – Werk blendend virtuos und demonstrierte in der sorgfältigen Interpretation seine Brillanz und bot ein weites emotionales Panorama zwischen Zartheit (stimmungsvolle Lyrik im zweiten Satz) und kraftvollen Attacken (Oktavparalellen im ersten und Tanzrythmen im dritten Satz).

Am Schluss des offiziellen Programms stand die symphonische Dichtung Nr. 3 „Les Preludes“ von Franz Liszt. In diesem Werk hat Liszt den Weg eines Helden durch ein wechselvolles Dasein in verschiedenen Stimmungsbildern ausgedeutet, die Musik wirkt aber auch „ohne Programm“ unmittelbar auf die Zuhörer. In farbigen Klängen zog ein Menschenleben vorüber – das „Heldenthema“ strahlte in hellstem Glanz seiner Sieghaftigkeit und auch die „Liebesmelodie“ wurde in dem majestätischen Jubel des prunkvollen Schlusses mitgerissen.

(von Fred Androsch)


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