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ST. GEORGEN/PFAFFING. Unter dem Motto „denkmal [er:sie:wir“ leben | 100 Jahre Österreichisches Denkmalschutzgesetz“ öffnen am Sonntag, 24. September, österreichweit mehr als 250 historische Objekte bei freiem Eintritt ihre Türen für interessierte Besucher. Teil dessen sind auch Institutionen aus dem Bezirk.

Frankenburger Würfelspiel (Foto: Michael Neudorfer)
Frankenburger Würfelspiel (Foto: Michael Neudorfer)

Der Tag des Denkmals 2023 zeigt die Vielfalt und Unterschiedlichkeit des kulturellen Erbes Österreichs im Jubiläumsjahr: Seit 100 Jahren gibt es das österreichische Denkmalschutzgesetz. Unter dem Motto „denkmal [er:sie:wir“ leben | 100 Jahre Österreichisches Denkmalschutzgesetz” sind interessierte Besucher eingeladen, landesweit mehr als 250 Programmpunkte kostenlos zu besuchen und mitzufeiern.

100 Jahre Österreichisches Denkmalschutzgesetz

Wenige Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs setzte die junge Republik mit der Verabschiedung des österreichischen Denkmalschutzgesetzes am 25. September 1923 durch den Nationalrat einen Meilenstein der Denkmalpflege. Zwar hatte die Monarchie mit der „k.k. Zentralkommission“ bereits seit dem Jahr 1850 eine staatliche Einrichtung, aus der schließlich das Bundesdenkmalamt hervorging, ein Denkmalschutzgesetz fehlte jedoch. Seit 1923 hat das Bundesdenkmalamt den gesetzlichen Auftrag, das öffentliche Interesse an der Erhaltung unseres kulturellen Erbes durchzusetzen. Das Denkmalschutzgesetz gibt aber auch den Rahmen, auf die sich laufend ändernden Bedürfnisse zu reagieren und gleichzeitig die Denkmale nachhaltig und in ihrer geschichtlichen, künstlerischen und kulturellen Bedeutung zu bewahren.

Der Tag des Denkmals

Der Tag des Denkmals wird vom Bundesdenkmalamt koordiniert und findet jährlich am letzten Sonntag im September in ganz Österreich statt, heuer am 24. September, unter dem Motto „denkmal [er:sie:wir“ leben | 100 Jahre Österreichisches Denkmalschutzgesetz”. Mit dieser Veranstaltung werden die Aufgaben des Bundesdenkmalamts als Behörde und Fachinstanz anschaulich vermittelt und die Zusammenarbeit mit Eigentümerinnen und Eigentümern von Denkmalen als wichtige Partner:innen bei der Erhaltung des österreichischen Kulturerbes präsentiert. Am Tag des Denkmals werden die Pforten von historischen Objekten geöffnet, die normalerweise nicht oder nur eingeschränkt öffentlich zugänglich sind. Bereits bekannte Denkmale erscheinen durch bestimmte Themenführungen und durch ein spezielles Rahmenprogramm in einem neuen Blickwinkel. Alle Programmpunkte können bei freiem Eintritt besucht werden. Der Tag des Denkmals ist der österreichische Beitrag der europaweiten Initiative European Heritage Days (www.europeanheritagedays.com), die unter der Patronanz des Europarates und der Europäischen Union steht und wird seit 1998 vom Bundesdenkmalamt koordiniert. Der Tag des Denkmals begeistert jedes Jahr tausende Besucher:innen, die historische Objekte in ganz Österreich erkunden und so bewusst das kulturelle Erbe Österreichs unter einem besonderen Aspekt erleben können.

Der Tag des Denkmals in Österreich

Österreich war 1995 erstmals mit neun oberösterreichischen Programmpunkten bei den European Heritage Days vertreten. Eine österreichweite Beteiligung erfolgte ab 1998 - zunächst allerdings noch ohne Generalthema. 1999 wurde der Tag des Denkmals zum ersten Mal bundesweit unter dem Motto „Kirchliche Denkmalpflege in Österreich“ veranstaltet und konnte an seinem Start bereits über 20.000 Besucherinnen und Besucher verzeichnen. Seit 2015 wird der Tag des Denkmals österreichweit einheitlich koordiniert und beworben.

Mit dem Jahresthema denkmal [er:sie:wir“ leben | 100 Jahre Österreichisches Denkmalschutzgesetz möchte besonders auf die vielfältigen, bis in den Lebensalltag reichende Bezüge der Bau- und Kulturdenkmale hinweisen. Der Tag des Denkmals 2023 soll die unterschiedlichen Objekte präsentieren, vor allem aber auch einmal mehr die Menschen dahinter vor den Vorhang holen. Nicht nur der denkmalgeschützte Bestand, sondern die historische Bausubstanz insgesamt, bildet die unmittelbare Lebensumwelt von Bewohnern, und beeinflusst diese dabei in hohem Maße. So können etwa umweltverträgliche und regionale Rohstoffe, aus denen die Denkmale errichtet wurden, zur hohen Lebensqualität beitragen. Doch unabhängig davon, ob die historischen Denkmale nun bewohnt oder besichtigt werden, immer werden sie dabei auch erlebt. Beim Tag des Denkmals soll heuer auch das immaterielle, gewissermaßen lebendige, Kulturerbe veranschaulicht werden, feiert doch die UNESCO-Konvention zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes von 2003 in diesem Jahr ihr 20. Jubiläum. In Oberösterreich gibt es aktuell 40 Eintragungen im Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes, einige davon können zum Tag des Denkmals in Oberösterreich auch erlebt werden. Die Ziele der Denkmalpflege werden nur in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Eigentümerinnen und Eigentümern erreicht. Dieses gemeinschaftliche Engagement ermöglicht nicht zuletzt auch das Programm zum Tag des Denkmals in Oberösterreich, das begeistern, inspirieren und zur Nachahmung animieren soll. Es wird zu einer Entdeckungsreise der Kulturdenkmäler. bei der im heurigen Jahr das „Erleben“ im Mittelpunkt steht und bei der Fachleute und Eigentümer die ausgewählten Objekte in ihrer Vielfalt präsentieren, eingeladen.

Rund um die denkmalgeschützten Bauten

In Sankt Georgen im Attergau befinden sich 18 denkmalgeschützte Bauten oder Objekte. Auf einem Rundweg können etwa zwölf davon im Ort besucht werden, die anderen liegen außerhalb. Beginnend vom Nikolaus-Harnoncourt-Platz (Kirchenplatz) wird am Tag des Denkmals die circa 90-Minuten-Wanderung zu diesen Bauten gestartet. Franz Hauser, Obmann des Heimatvereins Attergau, wird einige Erläuterungen zur Geschichte und Bedeutung der jeweiligen Denkmale geben und auf dem Rundweg auch zu weiteren interessanten Gebäuden und Plätzen Auskunft erteilen.

Mehr Informationen unter https://tdd2023.appwebit.at/denkmal/963

Bauernkriegsdenkmal mit bedrückender Geschichte

An einer markanten Stelle zwischen Vöcklamarkt und Pfaffing wurde vor nahezu 100 Jahren, genau im Jahr 1925, ein Denkmal errichtet, das an ein Ereignis aus dem Dreißigjährigen Krieg erinnern soll: Am 15. Mai 1625 mussten unter der großen Linde 38 Bauernvertreter paarweise um ihr Leben würfeln, weil sich die Bevölkerung der Grafschaft gegen die Herrschaft aufgelehnt hatte. Die Verlierer der Duelle wurden gehängt, einige von ihnen an Ort und Stelle. Dieses von Statthalter Herberstorff verhängte sogenannte Gottesurteil ging als „Blutgericht auf dem Haushamerfeld“ in die Geschichtsbücher ein und ist heute als das Frankenburger Würfelspiel bekannt. In Frankenburg selbst gedenkt man des Ereignisses alle zwei Jahre durch ein beeindruckendes Schauspiel. Am Schauplatz des Geschehens kündet das Denkmal tagaus tagein vom Leiden und Sterben der armen Bauern und Bürger. Zum Tag des Denkmals 2023 wird in unmittelbarer Nähe eine Informationstafel aufgestellt, die den Besucherinnen und Besuchern des Platzes die Gestalt und die Geschichte des Denkmals erklärt.

Mehr Informationen unter https://tdd2023.appwebit.at/denkmal/1098


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