Hundetrainerin kritisiert geplante Novelle zum Hundehaltegesetz: „Rasseliste ist falscher Weg“

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Wolfgang Macherhammer Wolfgang Macherhammer, Tips Redaktion, 21.01.2021 10:14 Uhr

RUTZENHAM. Isabella Wambacher aus der Ortschaft Bergern ist gewerbliche Hundetrainerin (leinenlos-hundetraining) mit Schwerpunkt verhaltensauffällige Hunde. Wambacher sieht die Entwicklung, konkret das für OÖ. geplante Listenhundegesetz, mit allergrößter Sorge. 

„Dieses Gesetz wird vor allem die Situation gefährlicher machen und einer Verhinderung von Beißvorfällen entgegenwirken“, ist Isabella Wambacher überzeugt. Sie führt dazu folgende Gründe an: Wissenschaftlich sei eine erhöhte Gefährlichkeit bestimmter Rassen nicht nachweisbar, dazu gäbe es viele Studien. „Die Rasseliste suggeriert, dass andere Rassen nicht gefährlich werden können – tatsächlich passieren die meisten Unfälle mit Kindern im eigenen Haushalt (Volksmeinung ,Golden Retriever beißen nicht“).„ Listen seien zudem in anderen Ländern bereits wieder abgeschafft worden, weil das nicht zielführend war und es mehr Bisse als vorher gab.Wambacher: “Das widerspricht dem Tierschutzgesetz. Nicht artgerecht gehaltene Tiere (kein Freilauf, keine artgerechte Beschäftigung, wie zum Beispiel Suchhundetraining möglich) neigen zu Auffälligkeiten.„

Die Chance nützen und Verbesserungen umsetzen

Oberösterreich könne die Chance nutzen und ein sinnvolles Konzept erarbeiten, “denn wir oberösterreichischen Trainer sind zur Mitarbeit sehr gerne bereit.„ Wambacher hatte in ihrem Traineralltag immer wieder Fälle, bei denen eine Frühwarnmöglichkeit einiges verhindern hätte können. Ihre Vorschläge aus der praktischen Sicht: Der Hundeführerschein muss absolviert werden, bevor der Hund kommt. Themenschwerpunkte beim Hundeführerschein müssen die Körpersprache des Hundes sowie die Stress- und Drohanzeige sein. Es müsse eine verpflichtende Begleithundeprüfung mit besonderem Augenmerk auf die Alltagstauglichkeit geben. Eine verpflichtende Alltagstauglichkeitsprüfung sei aber erst mit Erreichen des Erwachsenenalters eines Hundes sinnvoll. Die meisten Hunde würden erst erwachsen auffällig und Begleithundeprüfungen werden mit zirka einem Jahr absolviert, sie sind daher nicht aussagekräftig. Es müsse die Möglichkeit für Trainer geben, Frühwarnungen auszusprechen. Sinnvoll seien zudem Schulungen in Volksschulen und Kindergärten zum richtigen Umgang mit Hunden.

Isabella Wambacher: “Es muss einfach darum gehen, Beißvorfälle insgesamt zu verhindern und zu reduzieren und nicht darum, populistisch zu handeln. Unser OÖ. hat etwas Besseres verdient!„

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