Bischof Scheuer weiht zum Diakonenamt
ST. GEORGEN Klemens Langeder, der auf dem Weg zum Priesteramt ist und sein Pastoraljahr in der Pfarre St. Georgen abhielt, wurde nun zum Diakon geweiht und wird dieses Amt ebenfalls in St. Georgen ausführen.

In einem Festgottesdienst weihte Bischof Manfred Scheuer im Linzer Mariendom zehn Kandidaten zu Diakonen. Dabei wurden acht verheiratete Männer zu Ständigen Diakonen geweiht, zwei Männer zu Diakonen auf dem Weg zum Priesteramt. Die gemeinsame Weihe in der Bischofskirche bringt zum Ausdruck, dass der Einsatz der Diakone nicht auf die Pfarren beschränkt, sondern mit der gesamten Diözese verwoben ist. Scheuer feierte mit etwa 900 Gläubigen den Gottesdienst.
„Dienen ist die Grundform aller kirchlichen Ämter und Aufgaben“
Am Beginn des Gottesdienstes wurde jeder Kandidat einzeln aufgerufen und bekräftigte seine Bereitschaft zum Dienst als Diakon mit den Worten: „Hier bin ich“. Margarethe Birngruber-Wimmer und Anton Birngruber als Verantwortliche für die Ausbildung der Ständigen Diakone, Michael Münzner als Regens des Priesterseminars und Nikolaus Thiel als Abt von Stift Schlierbach bezeugten, dass die Weihekandidaten gut vorbereitet sind, das Volk Gottes deren Weihe unterstützt und dass sie würdig sind, die Diakonenweihe zu empfangen. Hierauf wurden die zehn Kandidaten von Bischof Scheuer zu Diakonen erwählt. In seiner Predigt betonte Scheuer, der Dienst als Diakon stehe nicht neben der Familie, neben Frau und Kindern und neben dem Beruf, sondern „mittendrin“. Unter Bezugnahme auf Ignatius von Loyola und Teresa von Avila betonte Scheuer, es gehe darum, Gott in allen Dingen zu finden. Den Jesuiten Alfred Delp zitierend, meinte der Bischof, der Dienst des Diakons meine ein „Sich-Gesellen zum Menschen in allen Situationen“, ein „Nachgehen und Nachwandern auch in die äußersten Verlorenheiten und Verstiegenheiten des Menschen, um bei ihm zu sein“. Ein Diakon solle dort gegenwärtig sein, wo es nur wenige hintreibe, und Räume schaffen, in denen Menschen aufatmen und ihre Angst überwinden könnten, damit etwas geheilt werde“, so Scheuer.
Bereitschaft zum Dienst an den Menschen
Nach der Predigt Scheuers erfolgte die Weihezeremonie. Nach der Anrufung des Heiligen Geistes in einem gemeinsamen Lied fragte Bischof Scheuer die Weihekandidaten nach ihrer Bereitschaft, den Glauben in Wort und Tat zu verkünden, das Stundengebet der Kirche zu pflegen, sich für Arme und Kranke einzusetzen, Heimatlosen und Notleidenden zu helfen und so ihr Leben nach dem Beispiel Christi zu gestalten. Die persönliche Antwort der Kandidaten: „Ich bin bereit“. Die Ehefrauen der verheirateten Weihekandidaten wurden im Vorfeld nach ihrer Bereitschaft gefragt, ihre Männer im Dienst als Diakone zu unterstützen. Die Weihekandidaten auf dem Weg zum Priesteramt bekräftigten ihre Bereitschaft, um des Himmelreiches Willen ehelos zu leben. Danach legten die zehn Männer ihr Gehorsamsversprechen gegenüber dem Bischof und seinen Nachfolgern ab. Während der Heiligenlitanei, in der die Heiligen von der Gottesdienstgemeinde als Fürsprecher und Helfer angerufen wurden, lagen die Weihekandidaten ausgestreckt auf dem Boden der Altarinsel – als Zeichen der Hingabe, Bereitschaft und Demut vor Gott. Danach empfingen die Kandidaten einzeln und kniend die Weihe durch Handauflegung und Gebet von Bischof Manfred Scheuer. Anschließend halfen die Diakone Peter Schwarzenbacher und Herbert Mitterlehner, Regens Michael Münzner und Abt Nikolaus Thiel ihren neugeweihten Mitbrüdern beim Anlegen der Stola, die von Diakonen quer über der Brust getragen wird. Danach überreichte Bischof Manfred Scheuer jedem neugeweihten Diakon einzeln das Evangeliar mit den Worten: „Empfange das Evangelium Christi: Zu seiner Verkündigung bist du bestellt. Was du liest, ergreife im Glauben, was du glaubst, das verkünde, und was du verkündest, erfülle im Leben.“ Der Bischof sprach den neugeweihten Diakonen den Frieden zu und besiegelte damit ihre Aufnahme in das neue Amt. Auch die anderen Diakone begrüßten die Neugeweihten mit dem Friedensgruß als Zeichen der Brüderlichkeit und Verbundenheit im gemeinsamen Dienst.
Ständiger Diakonat
Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) ist das Diakonenamt nicht mehr vorwiegend eine Station auf dem Weg zum Priesteramt, sondern steht auch (verheirateten) Männern offen, die „ständig“ Diakone bleiben wollen – daher die Bezeichnung „Ständige Diakone“. Die Aufgaben sind dieselben: Diakone assistieren dem Priester in der Messe, verkünden das Evangelium und dürfen predigen. Sie können die Taufe spenden, Trauungen und Begräbnisfeiern leiten, Wortgottesdienste feiern und Segnungen spenden. In der Liturgie sind Diakone an der quer über der Brust getragenen Stola zu erkennen. Zum spezifischen Profil eines Diakons gehört der Dienst an den Armen und Benachteiligten. Die soziale Dimension von Kirche ist somit stark mit dem Dienen und Helfen – dem diakonalen Amt – verbunden. In diesem Dienst liegt auch der Ursprung des Diakonats: In der Apostelgeschichte der Bibel ist nachzulesen, dass sieben Diakone, unter ihnen Stephanus, ausgewählt wurden, um für die benachteiligten Witwen der Gemeinde zu sorgen. Bei verheirateten Bewerbern zum Diakonat ist die Zustimmung der Ehefrau Voraussetzung für die Weihe. Häufig sind die Ehefrauen wie ihre Männer kirchlich sehr engagiert. Immer wieder wird auch das Diakonat für Frauen diskutiert Diese Forderung ist historisch begründet: Es gab in der Kirche immer wieder Diakoninnen.


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