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Mit der Kraft der Menschlichkeit gegen Armut: Zehn Jahre Rotkreuz-Markt in Vöcklamarkt

Martina Ebner, 06.10.2022 16:02

VÖCKLAMARKT. Frische Lebensmittel, Waren des täglichen Bedarfs und Hygieneartikel zu erschwinglichen Preisen beziehen ist für manche eine Herausforderung, weil das Einkommen bereits für Miete und die notwendigste Kleidung nahezu aufgebraucht werden musste.  Das Risiko durch soziale Netze zu fallen steigt weiter an – Armut kann jeden treffen. Allein in Österreich haben über 1,2 Millionen Menschen ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze.

  1 / 2   Die gespendeten Waren werden sorgfältig ausgesucht. Nur gut erhaltene und frische Waren kommen in den Verkauf. (Foto: OÖRK/Vöcklabruck/Rotkreuz-Markt/Raudaschl)

„Mit dem Rotkreuz-Markt wird seit zehn Jahren schon vielen geholfen. Wenig Geld zur Verfügung zu haben, führt auch zu gesellschaftlicher Isolation. Wir wollen mit diesem Markt Armut und ihren Folgen entgegenwirken“, bringt Marktleiter Hermann Bachinger den Gründungsgedanken auf den Punkt. „Ich war stolz auf unseren Markt und freute mich auf die ersten Kunden“, berichtet Julia Raudaschl, Mitarbeiterin im Rotkreuz-Markt, vom Tag der Eröffnung.

Mit Nachhaltigkeit, Engagement und Spenden seit zehn Jahren erfolgreich

„Anfangs war viel Improvisationstalent gefragt, aber schon bald waren unsere Abläufe etabliert, und zum Glück können wir uns auf regelmäßige Spenden durch Firmen und einige Privatpersonen verlassen. Dafür sind wir sehr dankbar, denn ohne sie ginge es genauso wenig wie ohne unsere freiwilligen Mitarbeiter. Wir haben ein tolles Team und eine gute Stimmung, alle helfen zusammen, und gemeinsam bewirken wir viel Gutes. Das tut der eigenen Seele gut“, so Raudaschl. Einige sind von Anfang an dabei, um zu helfen. Diese zehn Jahre Engagement für soziale Angelegenheiten wurden am 1. Oktober gebührend in Vöcklamarkt gefeiert.

Ehrenamtlichkeit

So manche Firmen und einige Privatpersonen spenden seit zehn Jahren regelmäßig. Oft sind es Waren, die sonst entsorgt werden oder aus dem Sortiment genommen werden müssten. Die fast ausschließlich freiwilligen Mitarbeiter sortieren diese Waren sorgfältig aus, denn auch ein Markt mit sozialem Fokus muss selbstverständlich den Richtlinien der Lebensmittelpolizei entsprechen. In Summe sind es 50 Mitarbeiter, die Waren abholen, aussortieren, einräumen, verkaufen und zur Not am Ende auch entsorgen. Auch der Fahrdienst, der Kunden, wenn es nicht anders geht, zum Rotkreuz-Markt chauffiert, ist durch freiwillige Mitarbeiter besetzt.

Tätigkeit, die seelisch bereichert

„Wir freuen uns immer über neue Gesichter in unserem Team. Diese Arbeit ist sehr sinnstiftend und schweißt uns zusammen. Sie bereichert alle hier durch neue Kontakte und durch Sinn, den man dem eigenen Leben schenkt. Das ist der ‚Lohn‘ für die, die hier mitarbeiten“, berichtet Hermann Bachinger aus seiner Erfahrung der vergangenen zehn Jahre.


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