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Leserartikel Katharina Kühn, 14.04.2023 09:17

MONDSEE/VÖCKLABRUCK. Das Projektteam des Instituts für Limnologie in Mondsee erforschte unter anderem mit Schülern des BRG Schloss Wagrain die Ökologie und Biodiversität einer Gruppe von Süßwasserbakterien in Gewässern in Salzburg und Oberösterreich. 

Eine Schulklasse des BRG Schloss Wagrain forscht zu Gewässerbakterien. (Foto: Alexandra Pitt)
Eine Schulklasse des BRG Schloss Wagrain forscht zu Gewässerbakterien. (Foto: Alexandra Pitt)

Aquirufa ist eine mit Schülern in einem vorherigen Projekt entdeckte, benannte und wissenschaftlich beschriebene Bakteriengattung. Diese ist Mittelpunkt der Untersuchungen. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, handelt es sich dabei um eine häufige, weltweit verbreitete Gruppe von Gewässerbakterien. Obwohl Bakterien in Gewässern eine immens wichtige Rolle spielen und ohne deren Stoffwechselaktivität diese Ökosysteme nicht existieren könnten, gibt es hier noch einen sehr großen Forschungsbedarf. Nur ein kleiner Bruchteil der dort existierenden Arten sind der Wissenschaft bekannt und selbst zu den bekannten Arten fehlen Daten bezüglich Vorkommen, Verbreitung und Ökologie.

Wasserproben entnommen und Messungen durchgeführt

Seit letztem Herbst läuft das Schulprojekt, an dem - unter anderem - eine Klasse des BRG Schloss Wagrain teilnimmt. Die Schüler sammelten aus selbst gewählten Gewässern Wasserproben und führten dabei Messungen durch. Die Proben wurden dann im Klassenzimmer mit den in einem Workshop erlernten Techniken mikrobiologisch bearbeitet und erste Bakterienkulturen angelegt, diese gereinigt und aufbereitet. Erstaunlicherweise konnten aus 13 der 43 gesammelten Wasserproben Aquirufa Kulturen gewonnen werden. Von zehn dieser Bakterienstämme wurde das gesamte Genom sequenziert, also die gesamte Erbsubstanz entschlüsselt.

Biodiversität wird analysiert

Erst damit lässt sich eine sichere Zuordnung zu einer bestehenden Art machen bzw. entscheiden, ob eine neue, bis jetzt unentdeckte Art vorliegt. In und um Vöcklabruck wurden durch die Mitarbeit der Schüler Bäche, Tümpel, eine Regentonne und ein Gartenteich ermittelt, die bekannte Aquirufa Arten beherbergen. Durch diese Mithilfe der Schüler können die Forscher nun jene Gewässer auswählen, die in einem zweiten Schritt genauer untersucht werden sollen. Dazu wird direkt aus einer Wasserprobe das genetische Material analysiert, um mehr über die Biodiversität von Aquirufa in den einzelnen Gewässern und über die Ökologie der Arten zu erfahren.

Weitere Vöcklabrucker Klassen steigen in das Projekt ein

Demnächst steigt noch je eine Klasse aus dem BG Vöcklabruck und aus dem ORG Vöcklabruck in das Projekt ein. Alle Schulklassen werden über die gesamte dreijährige Laufzeit des Projektes aktiv in das Projekt miteingebunden sein. Nähere Informationen gibt es auf der Projektwebseite unter www.sparklingbacteria.com


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