Leerstände mit neuem Leben füllen
BEZIRK. Ende 2022 rief das Land Oberösterreich in einem Aktionsprogramm dazu auf, Leerstände oder Brachflächen in Ortszentren zu revitalisieren, um so die Orts- und Stadtkerne positiv weiterzuentwickeln. In den drei Leader-Regionen im Bezirk hat man sich zu diesem Thema bereits einige Gedanken gemacht. Tips hat nachgefragt.

In den Mitgliedsgemeinden der Region Attersee-Attergau (REGATTA) wurden zwei Leerstandskonzepte erarbeitet, eines für die Atterseeregion und eines für den Attergau inklusive Vöcklamarkt und Frankenmarkt. Dabei wurden über 20 Projekte mit der Priorität eins bewerten, was für eine hohe Realisierungswahrscheinlichkeit steht. An sechs Projekten wird derzeit konkret geplant, wie zum Beispiel dem leerstehenden Gebäude der Raiffeisenbank im Ortszentrum von Schörfling.
Spezielle Förderprogramme
Leo Gander, Geschäftsführer der REGATTA berichtet: „Das Leerstands-Förderprogramm ist ganz am Beginn. Seitens der REGATTA war es uns wichtig, dass alle 14 Mitgliedsgemeinden bei der Konzepterstellung dabei sind. Da waren wir als Leader-Region auch die ersten in OÖ, welche die Initiative ergriffen haben.“
Projektauswahlsitzung
In der Leader-Region Vöckla-Ager gab für die laufende Förderperiode bis 2027 die erste Auswahlsitzung, bei der drei Projekte beschlossen wurden. Die Aufrufe sind nicht auf Leerstand beschränkt, sondern schließen auch Projektideen aus den Bereichen Kultur, Naturschutz und Klima, Wirtschaft, Landwirtschaft, Soziales etc. ein. „Es gibt Projekte, welche am Ende der letzten Förderperiode bzw. in der ersten Sitzung beschlossen wurden und zur Belebung eines Leerstandes beitragen werden. Leider sind die aktuelleren Projekte noch nicht so weit, dass die Genehmigungen dafür vorliegen und auch die Förderungen sind derzeit noch mit etwas Unsicherheit verbunden“, so Josef Nußbaumer von der Leader-Region Vöckla-Ager.
Interessante Sachen umgesetzt
In der vergangenen Förderperiode wurden in der Leader-Region Vöckla-Ager bereits einige Projekte verwirklicht. In Atzbach befindet sich in den ehemaligen Räumen der Raiffeisenbank im Gemeindeamt nun das Café Auszeit, welches auch einen regionalen Selbstbedienungsladen hat. Mit dem Quartier 16 neben dem Mutterhaus der Franziskanerinnen in Vöcklabruck wurde ein Zufluchtsort für Frauen in schwierigen Lebenssituationen geschaffen. Nach der Schließung des ehemaligen Kaufgeschäfts, gründete sich in Puchkirchen eine Genossenschaft, mit dem Ziel, selbst einen Nahversorger zu betreiben. Seitens der Gemeinde wurde im Ortszentrum ein Leerstand für das „Gschäftl„ bereitgestellt, das jetzt die Nahversorgungslücke im Ort schließt.
Jugend im Fokus
Die Leader-Region Fuschlsee-Mondseeland setzt sich für eine gemeindeübergreifende und gemeinwesenorientierte Jugendarbeit ein. Eine besondere Herausforderung war dabei, ein zentral gelegenes Objekt zu finden, das sich für einen Jugendraum eignet. Dank eines regionalen Unternehmens konnte ein Raum in einem leerstehenden Firmengebäude als befristete Lösung für zwei Jahre gefunden werden. „Wir sind auf der Suche nach einer dauerhaften Raumlösung und bitten auch Privatpersonen, sich mit Ideen an uns zu wenden“, so Julia Soriat, Leader-Managerin der Region FUMO.
Verfügbare Räume sind rar
In der Zuzugsregion Fuschlsee-Mondseeland sind verfügbare und vor allem leistbare Räume für ein soziales Miteinander oder für gemeinschaftliche Regionsprojekte generell sehr rar. Julia Soriat: „Die gemeinschaftliche Nutzung von Räumen, wie zum Beispiel Schulen und deren Außenanlagen, sowie das Thema der klimaneutralen Raumplanung sind hier ein vielversprechender Ansatz, weil in diesen innovativen Projektideen auch wichtige soziale und ökologische Komponenten stecken. Außerdem braucht es mehr leistbaren Wohnraum für verschiedene Altersgruppen und Lebensphasen. Hier sollen soziale Innovationen und neue Wohnformen bedarfsorientiert entwickelt und erprobt werden. Bis 2029 wollen wir im Mondseeland Pilotmaßnahmen in diesem Bereich umsetzen.“


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