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Salzkammergut Klinikum: Neue Linearbeschleuniger für die Krebsbehandlung

Thomas Leitner, 19.04.2024 07:58

SALZKAMMERGUT. Am Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck stehen zwei neue Linearbeschleuniger für die Behandlung von Krebserkrankungen zur Verfügung. Die Geräte bieten im Vergleich zu den Vorgängermodellen einige Vorteile.

Die leitende Radiologietechnologin Claudia Mitterbauer, Medizinphysiker Andreas Poschacher und Michael Kopp mit einem neuen Linearbeschleuniger (Foto: OÖG)
Die leitende Radiologietechnologin Claudia Mitterbauer, Medizinphysiker Andreas Poschacher und Michael Kopp mit einem neuen Linearbeschleuniger (Foto: OÖG)

Die neuen Geräte lösen die Vorgängermodelle ab, die 15 Jahre lang einen guten Dienst erwiesen haben.

„Das Salzkammergut Klinikum hat in der Oberösterreichischen Gesundheitsholding mit dem Fachschwerpunkt Onkologie eine ganz besondere Bedeutung für die Betreuung unserer Patientinnen und Patienten. Schon seit rund 16 Jahren können sie sich darauf verlassen dank des umfassenden fachlichen Know-hows und der hohen Kompetenz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestens betreut und versorgt zu werden. Die beiden neuen Linearbeschleuniger ermöglichen es uns nun den Versorgungsauftrag für Oberösterreich langfristig wahrzunehmen und noch mehr Patientinnen und Patienten in kürzerer Zeit und in modernster Präzision zu behandeln“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung in der Oberösterreichischen Gesundheitsholding Franz Harnoncourt.

Neue Geräte bieten Vorteile

Der Austausch der Geräte ist bei laufendem Patientenbetrieb ohne Probleme über die Bühne gegangen. Während ein neuer Linearbeschleuniger bereits seit letztem Oktober im Einsatz ist, konnte jetzt auch das zweite Gerät nach einer mehrmonatigen Umbau- und Testphase in Betrieb genommen werden. Im Vergleich zu ihren Vorgängern bieten die Geräte der neuesten Generation einige Vorteile.

Die meisten Patientinnen müssen über einen längeren Zeitraum von vier bis sechs Wochen täglich zur Bestrahlung kommen. Mit der neuen Technologie gelingt es, die tägliche Bestrahlungszeit bei gleicher Effizienz deutlich zu verringern. Das kommt vor allem Patienten entgegen, die wegen Schmerzen oder Funktionseinschränkungen des Körpers nur unter Anstrengung länger ruhig liegen bleiben können.

Millimeterarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Die Linearbeschleuniger erzeugen hochenergetische Strahlung, die für die Vernichtung von bösartigem Tumorgewebe verwendet wird. „Mit den neuen Geräten kann ein Bestrahlungsfeld noch präziser als bisher an das Tumorvolumen angepasst werden. Dadurch gelingt es uns, umliegende Organe noch besser zu schonen und Nebenwirkungen zu verringern. Außerdem stehen uns zusätzliche Strahlenenergien mit hohen Dosisraten zur Verfügung, wodurch Hochdosisbestrahlungen in kürzerer Zeit appliziert werden können“, erklärt der leitende Medizinphysiker Andreas Poschacher.

Nachdem Tumore meistens im Körperinneren liegen, muss die Strahlung auf ihrem Weg dorthin auch gesundes Gewebe durchstrahlen. „Eine genaue Berechnung bzw. Bestrahlungsplanung durch unsere Medizinphysiker und Radiologietechnologen gewährleistet, dass das Maximum der Strahlendosis im Zentrum des Tumors auftrifft wodurch eine exakte Bestrahlung des Tumorgewebes bei gleichzeitiger Schonung des gesunden Gewebes gewährleistet ist. Zusätzlich können wir mit Hilfe eines neuen strahlungsfreien Bildgebungssystems die korrekte Lage sowie die Bewegungen der zu bestrahlenden Person am Behandlungstisch überprüfen und überwachen. Durch diese präzise Planbarkeit gelingt es uns sehr oft, dass das von Krebs betroffene Organ erhalten werden kann“, sagt Michael Kopp. Häufig wird eine Radiotherapie, auch Strahlentherapie genannt, mit einer Systemtherapie, wie einer Chemo- oder Hormontherapie und einer chirurgischen Entfernung eines Tumors kombiniert.

Zentrum der onkologischen Versorgung

Dem Salzkammergut Klinikum kommt mit dem Fachschwerpunkt Onkologie eine besondere Bedeutung bei der Betreuung von onkologischen Patienten zu. So ist das Institut für Radiotherapie am SK Vöcklabruck, neben einer Abteilung am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz, die einzige strahlentherapeutische Einrichtung in Oberösterreich. Jährlich werden hier rund 1.000 Patienten behandelt.


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