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MONDSEE. Noch nie zuvor haben so viele Menschen die Aufführungen des Mondseer Jedermann besucht wie in den letzten Jahren. Im Jahr 2023 konnte die Spielgemeinschaft sich über fast 3.000 verkaufte Eintrittskarten freuen.

Mondseer Jederman (Foto: Erich Unteregelsbacher)
Mondseer Jederman (Foto: Erich Unteregelsbacher)

Das Erfolgsgeheimnis beschreibt die Obfrau des Mondseer Jedermanns Ute Lechner so: „Ein Mysterienspiel zeichnet sich dadurch aus, dass der Charakter einer Rolle besonders hervorgehoben wird. Die Darsteller unserer Spielgemeinschaft können das außerordentlich gut.“ Auch dass der Text noch so gesprochen wird wie bei der Uraufführung im Jahr 1922 und es kaum Veränderungen bei der Inszenierung gab, zählt laut Lechner zu den Erfolgsfaktoren. Der Inhalt, vordergründig das Thema „Leben und Sterben“, berühre die Menschen zudem immer auf sehr intensive Art und Weise.

Es ist also nicht verwunderlich, dass das Ensemble regelmäßig zu Gastaufführungen eingeladen wird: Am 15. Juni findet eine Vorstellung des Mondseer Jedermann auf der Burg Golling statt.

So kam der Salzburger Jedermann nach Mondsee

„Der Besuch des Salzburger Jedermanns war zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur für die gehobene Schicht leistbar“, sagt Lechner. Mit der Mundart-Fassung wollte man das Spiel dem „gewöhnlichen“ Volk zugänglich machen. Der Mundartdichter Franz Loeser änderte die Fassung in den „Mondseer Jedermann“, später auch bekannt als die „Festspiele des kleinen Mannes“. Hugo von Hofmannsthal, der Autor des Salzburger Jedermanns, befürwortete die Mundart-Version und genehmigte die Aufführung.


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