Stürme, Käfer und Klimakrise: Rekordschäden im Wald 2024
SALZKAMMERGUT. Die Österreichischen Bundesforste bewirtschaften in Oberösterreich rund 160.000 Hektar Naturfläche. 2024 prägten vor allem Windwürfe und Schadholzaufarbeitung die Arbeit, mit Schwerpunkten in Reichraming, Hallstatt und am Mondsee.

Das Jahr 2024 war für die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) ein Jahr der Extreme: 1,5 Millionen Festmeter Schadholz, ein Anteil von 75 Prozent am Gesamtholzeinschlag und Schäden in Rekordhöhe von 49 Millionen Euro prägen die Bilanz. Besonders herausfordernd waren die Aufarbeitung der Sturmschäden und die Bekämpfung des Borkenkäfers. „Die Aufarbeitung nach Windwürfen ist ein Wettlauf gegen die Zeit“, erklärt Andreas Gruber, ÖBf-Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz. „Je schneller das Schadholz aus dem Wald gebracht wird, desto weniger Nährboden findet der Borkenkäfer.“ Rund 70 Prozent der Schäden in 2024 gingen auf Stürme zurück, während Schneebruch etwa neun Prozent ausmachte.
Trotz überdurchschnittlich warmer Monate, die die Vermehrung des Borkenkäfers begünstigten, konnten die ÖBf den Käferschaden um mehr als 60 Prozent reduzieren.
Sturmschäden in Bad Ischl, Hallstatt und Mondsee
Die Österreichischen Bundesforste betreuen in Oberösterreich rund 160.000 Hektar Naturfläche, etwa 13 Prozent der Landesfläche. Davon sind 118.000 Hektar Wald, was 24 Prozent der gesamten Waldfläche des Bundeslandes entspricht. Mit vier Forstbetrieben – Traun-Innviertel (Ebensee), Steyrtal (Molln), Inneres Salzkammergut (Bad Goisern) und dem Nationalparkbetrieb Kalkalpen (Reichraming) – ist die ÖBf in der Region aktiv.
2024 wurden in Oberösterreich rund 370.000 Festmeter Holz geerntet, 64 Prozent davon als Schadholz. Hauptursache für Schadholz waren Windwürfe (67 Prozent), während Käferholz mit 20 Prozent deutlich zurückging. Schneebruch, verursacht durch einen Kälteeinbruch im September, machte sieben Prozent der Schäden aus. Schwerpunktregionen der Sturmschäden lagen bei Reichraming und Hallstatt (jeweils rund 15.000 Festmeter Schadholz) sowie bei Bad Ischl (11.000 Festmeter). Auch am Mondsee wurden größere Schäden registriert.


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