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Zivildiener sichern den wichtigen Rettungsdienst in den Bezirken

Mag. Lisa-Maria Laserer, 27.01.2026 20:00

SALZKAMMERGUT. Zivildiener leisten einen wesentlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung des Gesundheits- und Rettungssystems. Ohne ihren Einsatz wäre die Versorgung der Bevölkerung in vielen Regionen nicht in gewohntem Umfang möglich. Das Rote Kreuz Gmunden und Vöcklabruck ruft daher erneut junge Männer auf, sich für den Zivildienst zu melden.

Armin Hasenauer (Foto: Rotes Kreuz)
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In den Bezirken Gmunden und Vöcklabruck beginnen jährlich rund 52 Zivildiener ihren Dienst, verteilt auf fünf Einrückungstermine im Jänner, April, Juli, September und November. Zivildiener übernehmen beim Roten Kreuz Aufgaben im Krankentransport, zunehmend auch im Nacht- und Wochenenddienst, und unterstützen damit den laufenden Betrieb der Rettungsorganisationen. Werden alle zugeteilten Zivildiener eingezogen und bestehen die Ausbildung sowie die Prüfung, kann der Betrieb abgesichert werden. Besonders herausfordernd sind die Einrückungstermine im April und Juli, bei denen es immer wieder zu Engpässen kommt.

Zivildiener als tragende Säule der Gesellschaft

Beim Roten Kreuz sind Zivildiener vor allem als Rettungssanitäter im Einsatz. Ihre Hauptaufgabe ist die Aufrechterhaltung des Krankentransports an Wochentagen, zunehmend aber auch in der Nacht und an Wochenenden. Gemeinsam mit freiwilligen und hauptberuflichen Mitarbeitern bilden sie die drei Säulen des Rettungs- und Krankentransportdienstes.

Harald Pretterer, Bezirksgeschäftsleiter und Bezirksrettungskommandant des Roten Kreuzes Gmunden, betont die Bedeutung des Zivildienstes: „Im Gesundheits- und Pflegebereich, aber vor allem auch bei den Blaulichtorganisationen sind Zivildiener nicht mehr wegzudenken beziehungsweise sind wir auf Zivildiener angewiesen. Der Krankentransport, speziell an Wochentagen, ist nur mit Zivildienern aufrechtzuerhalten.“

Pretterer ist seit 37 Jahren freiwillig und seit 27 Jahren hauptberuflich beim Roten Kreuz tätig. Zur aktuellen Situation sagt der 54-Jährige: „Wenn die Zivildiener-Kontingente erfüllt werden und die Zivildiener die Ausbildung und Prüfung schaffen, dann passt es, aber speziell im April und Juli ist es schier unmöglich, genügend Zivildiener zu bekommen.“ Gründe dafür seien geburtenschwächere Jahrgänge, die demografische Entwicklung im Süden des Bezirks sowie ein steigender Anteil an untauglichen Stellungspflichtigen.

Persönliche Erfahrungen aus dem Dienst

Viele Zivildiener bleiben nach ihrem Pflichtdienst dem Roten Kreuz als Freiwillige erhalten. Pretterer erklärt: „Zivildiener bleiben zu einem hohen Prozentsatz nachher freiwillig.“ Der Zivildienst biete eine sinnstiftende Tätigkeit, fördere soziale Kompetenzen, ermögliche eine fundierte Ausbildung und trage zur persönlichen Reife bei.

Aus dem Bezirk Vöcklabruck berichtet Zivildiener Henry Pickardt: „Ich mag die zwischenmenschlichen Erfahrungen und dass man anderen helfen kann. Ich merke, dass ich viel Lebenserfahrung und Selbstsicherheit gewinne. Es macht mir einfach Freude.“ Franz Ott, Koordinator für den Zivildienst im Bezirk Vöcklabruck, ergänzt: „Zivildiener leisten einen unschätzbaren Beitrag für das Gemeinwohl und sind systemrelevant für unsere Zivilgesellschaft.“

Im Bezirk Gmunden absolviert Armin Hasenauer aus Roitham am Traunfall seinen Zivildienst. „Der soziale Dienst an der Gesellschaft überbot für mich den Wehrdienst“, sagt der 21-Jährige. Besonders schätzt er den Zusammenhalt und die Möglichkeit, Menschen in schwierigen Situationen zu helfen. „Meiner Meinung nach würde ich den Dienst beim Roten Kreuz jedem empfehlen.“


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