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Abgeschnittene Haare als Wasserfilter: Wie ein Friseursalon am Attersee Gewässer schützt

Thomas Leitner, 18.02.2026 13:07

SEEWALCHEN. Was im Salon zu Boden fällt, schützt künftig Meere und Seen: Ein Friseurbetrieb aus Seewalchen setzt auf Haarfilter gegen Öl und Mikroplastik.

Verena Haring (links) und Paula Rochelt (rechts) sammeln in ihrem Friseursalon Bellezza in Seewalchen als erster Salon im Bezirk Vöcklabruck abgeschnittene Haare für die Umweltarbeit. (Foto: Foocus.at)

Was normalerweise im Müll landet, wird jetzt zum aktiven Beitrag für saubere Gewässer. Der Friseursalon Bellezza in Seewalchen am Attersee beteiligt sich an der Umweltinitiative Hair Help the Oceans. Abgeschnittene Haare werden gesammelt, gereinigt und zu speziellen Filtermatten verarbeitet.

Der Hintergrund ist wissenschaftlich belegt: Haare besitzen eine schuppige Oberfläche und binden Öle sowie Fette besonders effektiv. Ein Kilogramm Haar kann bis zu acht Kilogramm Öl aufnehmen. In aktuellen Forschungsprojekten wird Haar zudem als natürlicher Filter zur Entfernung von Mikroplastik untersucht.

Filter für Meere, Seen und Boote

Nach der Aufbereitung kommen die Haarfilter weltweit zum Einsatz. Sie liegen vor Industrieanlagen, entlang von Küsten oder in sensiblen Gewässern. Dort fangen sie Öl, Treibstoffreste oder Sonnenmilch auf. Auch in der Bilge von Booten helfen mit Haar gefüllte Säckchen, das Wasser sauber zu halten. Die Filter sind wiederverwendbar und mehrfach waschbar.

Internationale Aufmerksamkeit erhielt die Methode 2020 nach der Havarie eines Frachters vor Mauritius. Freiwillige stellten aus gespendetem Haar und einfachen Materialien Barrieren gegen austretendes Öl her – mit messbarem Erfolg.

Große Wirkung durch viele kleine Schritte

Für die Inhaberinnen Paula Rochelt und Verena Haring ist das Projekt mehr als ein symbolischer Akt. In Österreich gibt es rund 16.000 Friseursalons, allein etwa 200 im Bezirk Vöcklabruck. Würden viele Betriebe ihre Haare sammeln, entstünde ein beachtliches Potenzial für den Gewässerschutz.

Ursprünglich in Frankreich entwickelt, wird das Konzept heute von Deutschland aus koordiniert. 


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