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Seniorenbund aus Vöcklabruck besuchte Atomkraftwerk Zwentendorf

Emma Salveter, 11.05.2026 08:41

VÖCKLABRUCK. 48 Mitglieder des Seniorenbundes aus dem Bezirk Vöcklabruck besuchten das ehemalige Atomkraftwerk Zwentendorf und erhielten dabei spannende Einblicke in die Geschichte der österreichischen Volksabstimmung zur Atomenergie.

Besuch des AKW (Foto: H. Weißenbacher)
Besuch des AKW (Foto: H. Weißenbacher)

Knapp 30.000 Stimmen machten bei der Volksabstimmung am 5. November 1978, den Unterschied: Österreich wurde zum Land, das die Atomenergie ablehnte, bevor das Kraftwerk Zwentendorf in Betrieb gehen konnte.

Bei der Führung durch das Atomkraftwerk konnten die Teilnehmer zahlreiche technische Anlagen besichtigen. Die „Brennelementewechselbühne“ von Waagner-Biro sowie der 60 Tonnen schwere „Reaktordruckbehälterdeckel“ der Voestalpine wirken auch heute noch nahezu unbenutzt.

Der Besuch entwickelte sich zu einer Zeitreise in das Jahr 1978 und zeigte eindrucksvoll den damaligen Fortschrittsglauben sowie die gesellschaftlichen Diskussionen rund um die Atomenergie.

Katastrophen prägten Österreichs Haltung zur Atomkraft

Die Katastrophen von Tschernobyl im April 1986 sowie Fukushima in Japan im Jahr 2011 festigten die kritische Haltung Österreichs zur Atomkraft und stärkten das österreichische Atomsperrgesetz.

Heute wird Atomenergie aufgrund ihres hohen Energiepotenzials innerhalb der Europäischen Union teilweise wieder als nachhaltige Energieform diskutiert.

Der Biologe Herbert Weißenbacher von der Initiative „Atomkraft NEIN DANKE“ berichtete den Teilnehmern über die damalige Volksabstimmung und seine persönliche Entscheidung gegen die Atomkraft.

„Ein Reaktor verzeiht keine Fehler. Die Strahlung ist nicht abschaltbar, sie schädigt das Erbgut und Uran guter Qualität ist nicht unbegrenzt verfügbar“, argumentierte Weißenbacher. Zudem verwies er auf die langfristige Belastung durch Atommüll und die Halbwertszeit von Plutonium von rund 30.000 Jahren.

Die Begleiter durch das Kraftwerk gaben den Besuchern nicht nur einen Überblick über Kernspaltung und die technische Dimension der Anlage, sondern beleuchteten auch die gesellschaftlichen Auswirkungen der Volksabstimmung.


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