Großeinsatz am Wasser: Kleinflugzeug bei Steinbach in den Attersee gestürzt
STEINBACH/ATTERSEE. Ein Flugzeugabsturz sorgt am Attersee für einen Großeinsatz. Das Kleinflugzeug soll sofort gesunken sein, Details sind noch unklar.

Am Attersee läuft derzeit ein Großeinsatz. Nach ersten Informationen ist am Mittwochvormittag im Bereich Steinbach am Attersee auf Höhe Forstamt ein Kleinflugzeug in den See gestürzt.
Ein Großaufgebot an Einsatzkräften ist vor Ort. Wasserrettung, Feuerwehr, Polizei und ein Rettungshubschrauber stehen im Einsatz. Das Flugzeug dürfte im Attersee untergegangen sein.
Boote sichern die Absturzstelle
Mittlerweile sichern Boote die Absturzstelle ab. Die Feuerwehr errichtet im Absturzbereich eine großräumige Ölsperre. Taucher der Wasserrettung und der Feuerwehr machen sich bereit, um die Suchaktion nach dem abgestürzten Flugzeug zu starten. Gleichzeitig werden Zeugen und Anrainer von der Polizei befragt.
Mittlerweile steht fest, dass sich zwei Personen an Bord der Maschine befanden. Beide stammen aus Deutschland.
Erste Wrackteile aus dem Attersee geborgenIm Zuge des Großeinsatzes wurden mittlerweile auch kleinere Wrackteile entdeckt. Die Teile trieben auf der Wasseroberfläche und konnten von den Einsatzkräften geborgen werden.
Das eigentliche Flugzeug dürfte hingegen in einem besonders tiefen Bereich des Attersees liegen.
Absturzstelle offenbar in rund 160 Metern Tiefe
Nach derzeitigen Informationen soll der Attersee im Bereich der Absturzstelle rund 160 Meter tief sein. Aufgrund der bisherigen Lage wird derzeit leider nicht mehr von Überlebenden ausgegangen. Eine offizielle Bestätigung dazu steht noch aus.
Hinweise auf SchulungsflugMittlerweile gibt es auch neue Informationen zum Hintergrund des Unglücksfluges. Nach derzeitigen Informationen soll es sich um einen Schulungs- beziehungsweise Übungsflug gehandelt haben. Demnach könnten ein Fluglehrer und ein Flugschüler in der Maschine gewesen sein.
Fest steht mittlerweile, dass sich zwei Personen an Bord befanden und beide aus Deutschland stammen. Das Flugzeug war zuvor in Salzburg gestartet. Die Identität der beiden Insassen wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Leichtflugzeug mit zwei Sitzplätzen
Laut den derzeit vorliegenden Flugaufzeichnungen soll es sich bei der abgestürzten Maschine um eine Tecnam P2002JF Sierra handeln. Das einmotorige Leichtflugzeug des italienischen Herstellers Tecnam verfügt über zwei Sitzplätze und wird unter anderem für Privatflüge sowie in der Pilotenausbildung eingesetzt. Angetrieben wird die Maschine von einem Rotax-Motor mit rund 100 PS.
Das Flugzeug war zuvor in Salzburg gestartet. Eine offizielle Bestätigung des konkreten Flugzeugtyps durch die Behörden steht derzeit noch aus.
„Man muss jetzt zunächst die Untersuchungen abwarten. Bei einem solchen Unfall kommen viele Ursachen infrage. Es gibt Hinweise auf einen möglichen Motorausfall, bestätigt ist das derzeit aber nicht. Bei diesem Flugzeugtyp spielt auch das Flugverhalten eine wichtige Rolle, die Maschine gilt als eher kopflastig. In einer plötzlich auftretenden Notsituation kann zudem sehr schnell großer Stress entstehen. Sollte es sich tatsächlich um einen Schulungsflug mit Flugschüler und Fluglehrer gehandelt haben, muss auch dieser Umstand in die Untersuchungen einbezogen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es aber unseriös, sich auf eine bestimmte Ursache festzulegen“, sagt Luftfahrtexperte Kurt Hoffmann.
Augenzeuge hörte den Aufschlag auf dem Wasser
Ein Augenzeuge, der einen Hof oberhalb der Absturzstelle in Steinbach am Attersee betreibt, beobachtete die letzten Sekunden des Fluges. Zunächst habe er gedacht, es handle sich um einen Kunstflieger. Die Maschine sei jedoch immer weiter nach unten gekommen und schließlich hinter Bäumen verschwunden. Kurz darauf habe er den heftigen Aufschlag auf dem Wasser gehört.
Besonders auffällig sei für ihn gewesen, dass plötzlich auch das Motorengeräusch verstummte. Unmittelbar danach setzte der Mann die Rettungskette in Gang.








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