Stadtplatz-Sperre sorgt bei Vöcklabrucker Unternehmern für Ärger
VÖCKLABRUCK. Der italienische Markt sorgt am Vöcklabrucker Stadtplatz für Diskussionen. Zwei Unternehmer kritisieren die Verkehrssperre und befürchten Nachteile für ihre Betriebe. Die Stadt verweist auf die Sicherheit der Besucher.

Der italienische Markt soll Besucher auf den Vöcklabrucker Stadtplatz locken und die Innenstadt beleben. Doch die damit verbundene Sperre für den Durchfahrtsverkehr stößt bei ansässigen Unternehmern auf Kritik. Sie vermissen die erhoffte zusätzliche Frequenz und sehen die Erreichbarkeit ihrer Betriebe beeinträchtigt.
Gastronom kritisiert fehlende Frequenz
Deutliche Kritik kommt von Lukas Klaffenböck, Betreiber des Café Liebling sowie des Stadthotel & Restaurant Auerhahn. Grundsätzlich begrüße er Märkte und Veranstaltungen, die Menschen nach Vöcklabruck bringen und damit Handel und Gastronomie stärken. Beim aktuellen italienischen Markt könne er diesen Mehrwert jedoch nicht erkennen.
Aus seiner Wahrnehmung sei die Veranstaltung im Vorfeld nicht ausreichend beworben worden, auch eine entsprechende zusätzliche Besucherfrequenz sei für ihn nicht erkennbar. Gleichzeitig werde die Zufahrt zu den Geschäften eingeschränkt.
„Eine Sperre, die die Erreichbarkeit unserer Betriebe einschränkt, ohne gleichzeitig eine entsprechende zusätzliche Besucherfrequenz zu erzeugen, ist aus unternehmerischer Sicht nicht akzeptabel“, kritisiert Klaffenböck. Dies führe zu einer „aktiven Beeinträchtigung unserer Umsätze“.
Traditionsbetrieb schließt sich Kritik an
Unterstützung bekommt Klaffenböck von Roman Huemer-Erber, der in vierter Generation das Traditionsgeschäft Koffer, Taschen, Lederwaren Erber am Stadtplatz führt.
„Wir müssen dem leider vollumfänglich zustimmen.“
Die Unternehmer betonen, dass sie Märkte und Veranstaltungen keineswegs verhindern wollen. Vielmehr fordern sie ein Konzept, das Veranstaltungen und die Erreichbarkeit der bestehenden Betriebe besser miteinander verbindet. Vorgeschlagen wird unter anderem, Marktstände stärker entlang der Gehsteige und Randbereiche anzuordnen und die Fahrspur freizuhalten. Auch eine frühzeitige Einbindung der betroffenen Geschäftstreibenden wird gefordert.
Auch Didi Kroiß, Unternehmer in der Vöcklabrucker Innenstadt, ortet Verbesserungsbedarf beim Stadtmarketing. Aus seiner Sicht fehlen ein klarer Plan und eindeutige Verantwortlichkeiten. Als positive Beispiele nennt er Krems und Wels. Zugleich verweist er darauf, dass Veranstaltungen in Vöcklabruck teils stark vom ehrenamtlichen Engagement Einzelner getragen würden.
Stadt verweist auf Sicherheit der Besucher
Die Stadtgemeinde Vöcklabruck hält dem entgegen, dass Veranstaltungen bewusst zusätzliche Menschen in die Innenstadt bringen sollen. „Wir bemühen uns, mit verschiedensten Veranstaltungen zusätzliche Besucherfrequenz auf den Stadtplatz zu bringen. Wie viele Menschen eine Veranstaltung tatsächlich besuchen, lässt sich im Vorfeld allerdings nicht immer verlässlich abschätzen.“
Für die Sperre gebe es zudem einen konkreten Grund: „Dass der Stadtplatz bei Platzkonzerten oder Marktveranstaltungen für den Durchfahrtsverkehr gesperrt wird, ist eine Sicherheitsmaßnahme zum Schutz der Besucher“, heißt es seitens der Stadtgemeinde.








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