EU-Verbot für Sikawild bedroht auch einen Betrieb in Regau
REGAU. Mit der Aufnahme des Sikawildes in die Liste invasiver gebietsfremder Arten der Europäischen Union im August 2025 steht die Zukunft zahlreicher bäuerlicher Familienbetriebe auf dem Spiel. So ist auch das Zukunftsprojekt der Familie Schlager am Huebmergut in Rutzenmoos in Gefahr.

Nach Ablauf der Übergangsfrist im August 2027 darf Sikawild grundsätzlich weder gehalten noch gezüchtet oder vermarktet werden. Gemäß der EU-Verordnung ist innerhalb der Übergangsfrist eine Vermehrung der Tiere nicht mehr zulässig. Österreichweit sind rund 250 Betriebe betroffen, rund 90 davon in Oberösterreich. Der OÖ Bauernbund, Landwirtschaftskammer Oberösterreich und der Verband landwirtschaftlicher Wildtierhalter setzen sich deshalb gemeinsam für eine Ausnahmeregelung ein, die den Fortbestand bestehender Sikawildbetriebe ermöglichen soll. Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Waldenberger betont: „Viele Betriebe haben auf Basis der geltenden Rechtslage erhebliche Investitionen getätigt und neue Einkommensstandbeine aufgebaut. Es kann nicht sein, dass bäuerlichen Familien innerhalb weniger Jahre die wirtschaftliche Grundlage entzogen wird. Wir brauchen eine praktikable Lösung für die bestehenden Betriebe.“
Wie einschneidend die Entscheidung der EU ist, zeigt das Beispiel der Familie Schlager. Nachdem die Milchabholung am Betrieb aufgrund der Anbindehaltung eingestellt wurde, suchte die Familie im Zuge der Hofübergabe nach einer neuen Perspektive für ihren kleinstrukturierten Betrieb. Nach intensiver Vorbereitung entschied man sich für die Haltung von Sikawild und die Direktvermarktung von hochwertigem Wildfleisch. Investitionen in moderne Gehege, Stallungen sowie einen Schlacht- und Zerlegeraum sollten die Zukunft des Betriebes absichern. Nun steht dieses Zukunftsprojekt vor einer ungewissen Zukunft. Sikawildhalter Markus Schlager: „Wir haben uns bewusst für die Sikawildhaltung entschieden und viel in diesen Betriebszweig investiert. Dass nun ein Verbot droht, ist für uns wirtschaftlich und emotional eine enorme Belastung. Unsere Tiere gehören für die ganze Familie zum Alltag, besonders unsere Kinder haben eine enge Beziehung zu ihnen aufgebaut.“








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