Ärzte aus dem Salzkammergut im Einsatz: Kapstadts harte Realität
SALZKAMMERGUT. Schussverletzungen, Messerstiche und schwere Unfälle. Ärzte aus Vöcklabruck und Gmunden erleben bei Rettungseinsätzen in Südafrika extreme Situationen.

Was für heimische Notärzte oft eine Ausnahmesituation ist, gehört in Kapstadt zum Alltag: Schussverletzungen, Messerstiche und schwerste Verkehrsunfälle. Seit zehn Jahren reisen Ärzte des Salzkammergut Klinikums nach Südafrika, um dort Rettungsteams zu begleiten und wertvolle Erfahrungen für ihre Arbeit in Österreich zu sammeln.
Schwere Verletzungen gehören zum Alltag
Einer von ihnen ist Daniel Gruber (32), Turnusarzt am Klinikum Vöcklabruck. Seit 2016 war er bereits zehnmal in Kapstadt und koordiniert mittlerweile die Einsätze seiner Kollegen. Auch Oberärztin Melanie Komaz (36) aus Vöcklabruck ist regelmäßig dabei.
„Wir haben im ersten Dienst bereits eine Menge an Schwerverletzten gesehen, die man bei uns de facto so nicht gewohnt ist“, berichtet Gruber. Beeindruckt zeigt er sich vor allem von der Ruhe und Professionalität der südafrikanischen Rettungskräfte.
Die Mediziner begleiten erfahrene Einsatzteams, die in einem Umkreis von 200 Kilometern rund um Kapstadt unterwegs sind. Dabei erleben sie Notfälle, mit denen sie in Österreich nur selten konfrontiert werden.
Respekt statt Angst bei gefährlichen Einsätzen
Angst haben die Ärzte dennoch nicht. „Nein, Angst wäre das falsche Wort. Eher Respekt“, erklärt Komaz. In besonders gefährlichen Stadtteilen begleitet die Polizei die Rettungsteams.
Auch der Eigenschutz spielt eine wichtige Rolle. Handschuhe, Schutzbrillen und FFP2-Masken gehören zur Ausrüstung. Denn HIV, Hepatitis und Tuberkulose sind weit verbreitet.
Wertvolle Erfahrungen für Patienten daheim
Nicht jeder Arzt kann an diesen Einsätzen teilnehmen. Mehrjährige Erfahrung im Notarztdienst und eine entsprechende Registrierung sind Voraussetzung. Die Arbeit ist körperlich und psychisch belastend.
Für Gruber und Komaz steht der fachliche Austausch im Mittelpunkt. Das Wissen aus Südafrika hilft ihnen, auch bei seltenen und besonders schweren Notfällen in der Heimat bestens vorbereitet zu sein.








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