Naturpark Attersee-Traunsee am Weg zur Sternenpark-Zertifizierung

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Martina Ebner Martina Ebner, Tips Redaktion, 28.01.2021 14:12 Uhr

BEZIRK VÖCKLABRUCK/GMUNDEN. Mit der Zertifizierung des Naturparks Attersee-Traunsee durch die Dark-Sky Association zum ersten offiziellen österreichischen Dark Sky Park soll die Vorreiterrolle Oberösterreichs beim Schutz des Nachthimmels untermauert werden.

Lange Zeit stand die künstliche Beleuchtung unter dem Motto „mehr Licht“. Das Ziel muss jedoch „besseres Licht“ sein. Licht das hilft, besser zu sehen ohne zu blenden, die Gesundheit zu bewahren, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, die Umwelt nicht unnötig aufzuhellen, die Tierwelt nicht zu stören, den Nachthimmel zu bewahren und große Mengen Energie zu sparen und damit das Klima zu schützen.

Vorreiterrolle 

Als erstes Bundesland hat Oberösterreich ein eigenes Messnetz für die Lichtverschmutzung installiert, eine eigene Leitlinie für den öffentlichen Bereich geschaffen und erstmals wurden in Pilotgemeinden auch konkrete Maßnahmen zur Verringerung der Lichtverschmutzung umgesetzt. Nun soll mit dem nächsten Schritt mit der Zertifizierung des Naturparks Attersee-Traunsee durch die Dark-Sky Association zum ersten offiziellen österreichischen Dark Sky Park die Vorreiterrolle Oberösterreichs beim Schutz des Nachthimmels untermauert werden.

Fünf Salzkammergut-Gemeinden ziehen an einem Strang

Ein Sternenpark ist ein Licht- und Landschaftsschutzgebiet, in dem die nächtliche Dunkelheit und die natürliche Nachtlandschaft als Schutzgut gelten und vor Lichtverschmutzung bestmöglich geschützt sein sollen. Erreicht wird dies mit Licht-Management-Plänen und Umrüstung bei Straßen- und Außenbeleuchtung auf den Sternenparkflächen der fünf Naturpark-Gemeinden Steinbach am Attersee, Weyregg am Attersee, Schörfling am Attersee, Aurach am Hongar und Altmünster. Bei einem Lokalaugenschein machte sich Landesrat Stefan Kaineder ein Bild von den Umsetzungsschritten.

Eindrucksvolle Nachtlandschaft erhalten

„Gelingt es uns die Lichtverschmutzung einzudämmen, können wir einen gesunden Lebensraum für Mensch und Tier sowie die eindrucksvolle Nachtlandschaft erhalten. Bei der Lichtverschmutzung wollen wir als internationaler Vorreiter weiter die notwendigen Maßnahmen setzen und das Umweltressort wird die Gemeinden dabei bestmöglich unterstützen. Denn unser Ziel muss sein, dass wir schädliche Licht- und auch Energieverschwendung schrittweise verringern“, so Klimalandesrat Stefan Kaineder, der sich auch bei den Bürgermeistern im Verband des Naturparks Attersee-Traunsee für das Engagement bedankt und sich freut, dass hier gemeinsam an einem Strang gezogen wird, um den Nachthimmel in der Region zu bewahren.

Verantwortung wahrnehmen und umsetzen

Die Bürgermeisterin von Steinbach am Attersee, Nicole Eder, meint, es müsse in Zukunft besser überlegt werden, wo und wie viel Licht notwendig ist sowie welches Licht bzw. welche Lichtfarbe eingesetzt wird. Für Eder soll es eine Selbstverständlichkeit sein, Licht zweckmäßig einzusetzen, dazu gehöre eben auch, dass die Abstrahlung nach oben in den Nachthimmel vermieden wird. „Eine Gemeinde muss hier Vorbildfunktion übernehmen! Steinbach am Attersee hat diese Verantwortung wahrgenommen und umgesetzt. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir bei diesem wichtigen Thema Speerspitze sein dürfen“, freut sich Eder.

Reduzierung der Lichtemissionen 

Auch die Bürgermeisterin der Traunseegemeinde Altmünster, Nationalrätin Elisabeth Feichtinger, ist begeistert: „Ich freue mich, dass wir in Altmünster mit der Umsetzung des Sternenparks zur Reduzierung der Lichtverschmutzung Vorreiter in Österreich sein konnten. Es sind alle Gemeinden, die sich die Reduzierung der Lichtemissionen vor Ort gerne ansehen möchten, herzlich eingeladen, unseren Ortsteil Reindlmühl bei Nacht zu besuchen. Der Sternenpark ist ein echter Gewinn für unsere Gemeinde.“

Funktionalität der Nachtnatur bewahren

„Wir freuen uns sehr, dass die Region des Naturparks Attersee-Traunsee nun als erster Sternenpark Österreichs nominiert ist. Das weithin bekannte Sternenpark-Motto 'Carpe diem – protege noctem' steht sehr bildlich für die zukünftige Ausrichtung als Natur- und Sternenpark. Am Tag 'schützen und nützen, erleben und begreifen' wir die lebensraum- und artenreiche bäuerliche Kulturlandschaft des Naturparks und in der Nacht bewahren wir durch sorgsame Lichtnutzung die Funktionalität der Nachtnatur. Dafür können wir uns eines tiefen, klaren Blickes in den Sternenhimmel erfreuen“, so der Naturpark-Manager Clemens Schnaitl, der auch mit dem Angebot an Naturerlebnisführungen wie „vom Armleuchter zum Nachtschwärmer – Licht aus bis zum Ende der Nacht“ mehr Bewusstsein für den Lebensraum Nachtnatur schaffen möchte.

Artenschutz und Lebensqualität

Stefan Wallner vom Institut für Astrophysik Uni Wien freut sich über die Kooperation vom Land Oberösterreich und der Universität Wien und dass ein großer Schritt zum Schutz des natürlichen Nachthimmels gelungen ist: „Unsere Messanalysen zeigten eindrucksvoll, dass gerade das Gebiet rund um den Naturpark Attersee-Traunsee eine hervorragende Nachthimmelsqualität aufweist, die es zu schützen gilt. Die nachhaltige und Energie-einsparende Beleuchtung innerhalb des Sternenparks/Dark Sky Parks verdeutlicht, wie Artenschutz für Tier- und Umwelt sowie eine Steigerung der Lebensqualität für uns Menschen optimal einhergehen können. Dieses Projekt nimmt eine Vorreiterrolle in Österreich ein und zeigt, wie künftig das immer stärker aufkommende Phänomen der Lichtverschmutzung eingedämmt werden kann. Auch daher ist es gerade für uns Astronomen von großer Bedeutung, dass nun der von Sternen, Planeten und anderen Objekten übersäte Himmel ein wichtiges Merkmal der Region geworden ist.“

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