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BEZIRK VÖCKLABRUCK. Bereits zum dritten Mal lud das Büro für Ziviltechniker HIPI zu einer „Ursprungsroas“ ein. Dieses Jahr wurden den Teilnehmern drei innovative Projekte entlang der Ager vorgestellt und ein Blick hinter die Kulissen ermöglicht. Über 30 Personen aus Kommunen, Bezirkshauptmannschaft und Land OÖ sind der Einladung gefolgt.

 (Foto: HIPI)
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Der Abwasserverband Ager-West, kurz AWV, zwischen Attnang-Puchheim und Rüstorf reinigt das Abwasser von insgesamt 13 Gemeinden. Das Einzugsgebiet geht von Ottnang im Norden bis Zell am Pettenfirst oder Timelkam im Westen, Aurach im Süden und Desselbrunn im Osten. Der AWV investierte jüngst in die Errichtung einer großflächigen Photovoltaikanlage und in die Erneuerung zweier rund 20 Jahre alter Blockheizkraftwerke. Durch diese Investition, die gemeinsam mit HIPI konzipiert und errichtet wurde, kann die AWV ihren Strombedarf fast zur Gänze selbst decken, erklärte Geschäftsführer Peter Neudorfer bei der Führung. Die Anlage ist ein Vorzeigeprojekt und erfüllt jetzt schon Umweltauflagen, die erst in 10 Jahren schlagend werden.

Hochwasserschutz Schalchham

Die zweite Station der Ursprungsroas führte zum Hochwasserschutzprojekt an der Vöckla und Ager, das in Kürze fertiggestellt wird. In zwei Jahren Bauzeit wurde das Areal beidseits des Flusses umgebaut, um für ein hundertjähriges Hochwasserereignis gerüstet zu sein. Davon wären über 400 Personen und fast 100 Objekte in Regau betroffen. Eine 770 Meter lange Schutzmauer trennt das Augebiet vom Siedlungsgebiet ab, diese Mauer und zwei Pumpwerke schützen das Gebiet im Hochwasserfall. Ein Altarm des Flusses wurde reaktiviert, er führt jetzt immer Wasser und wertet die Aulandschaft auch optisch auf. Das Naherholungsgebiet hat durch das Projekt sehr gewonnen, es ist weiterhin barrierefrei zugänglich.

Auf der Vöcklabrucker Seite der Ager wurden 30.000 Kubikmeter Material abgegraben und eine Flutmulde errichtet. Diese Fläche wird gewässerökologisch angelegt, damit Fische oder Amphibien Laichplätze finden. „Das Projekt findet unter höchster Achtsamkeit für Mensch und Natur statt“, erklärt Alexander Debene, Spezialist für Flussbau und Hochwasserschutz bei HIPI. „Wir haben Bäume am alten Flussarm entfernt und pflanzen jetzt noch mehr Bäume auf der anderen Seite des Flusses nach.“

Reinhalteverband Attersee

Kaum jemand weiß, dass die Abwässer rund um den Attersee und aus Teilen des Mondsees in Lenzing zusammenlaufen und gereinigt werden. Bereits in den 1960er Jahren wurde der Grundstein dafür gelegt, dass der Attersee heute diese hervorragende Wasserqualität aufweist. „Ein ganzer See zum Trinken“ ist das Motto des Reinhalteverbands, der 1964 gegründet wurde. In den 1970er Jahren begannen die Bauarbeiten, das Verlegen der Seeleitungen und 1976 wurde die Kläranlage in Betrieb genommen. Die Anlage verfügt derzeit über nur einen Faulturm, der an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Noch dieses Jahr wird der Bau eines zweiten Turms gestartet. „Die Besonderheit dieses Turms ist, dass er von oben nach unten gebaut wird“, erklärt Stefan Hitzfelder, Geschäftsführer von HIPI. Die Errichtung startet mit dem Dach, das in Folge hydraulisch gehoben wird, die Turmseitenwände werden nach und nach ergänzt. „Der neue Turm wird 1.200 Kubikmeter Fassungsvermögen haben und bereits im Sommer 2024 fertiggestellt sein“, ergänzt Walter Perathoner, der Spezialist für Abwasserentsorgung, Reinigung und Energie bei HIPI.


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