Astoria von Jura Soyfer im TAM
WAIDHOFEN/THAYA. Die Komödie „Astoria“ von Jura Soyfer ist die Jubiläumsproduktion des Theater an der Mauer (TAM) anlässlich des 20-jährigen Bestehens.

„Das satirische Stück mit seiner Sehnsucht nach dem gelobten Land ist derzeit beklemmend aktuell“, meint Theaterchef Ewald Polacek. Zum Inhalt: In Astoria ist alles besser. Dort gibt es keine Armut, keine Arbeitslosen, keine Kriminalität, kurzum: es ist ein Ort, nach dem sich einfach jeder sehnen muss. Schnell verbreitet sich die Kunde von diesem wundersamen Staat, und ebenso schnell häufen sich die Anträge auf Einreisevisa und die Anfragen nach internationalen Geschäften. Es könnte also alles perfekt sein, gäbe es da nicht ein kleines Problem: Astoria existiert nicht, es ist nur ein Phantasiegebilde, ein Staat ohne Land, beschränkt auf Bürokratie und Finanzwesen.Die exaltierte Gräfin Gwendolyn ist auf der Suche nach einem Staat, den sie ihrem senilen Gatten zum Geburtstag schenken möchte. Der Vagabund Hupka hat die Idee, einen Staat ohne Land ins Leben zu rufen. Gemeinsam mit abgetakelten Politikern, Börsenspekulanten und Adeligen gründet er den Staat Astoria und lässt sich von der Gräfin als erster Staatsbürger einkaufen. Der Graf wird als Außenminister eingesetzt, die Spitzen der Londoner Gesellschaft werden zu einem Botschaftsempfang geladen. Durch astronomische Erdölspekulationen wird das fiktive Astoria mit eigener Sprache und Nationalhymne finanziert. Doch während Hupka Karriere macht, drängen sich vor der astorischen Botschaft bedürftige Menschen, um ein Visum für jenes glückliche Land zu erhalten. Als er erkennt, dass seine früheren Ideale im wachsenden Widerspruch zu seiner Machtposition in Astoria stehen, befreit er sich von seiner Staatsangehörigkeit und kehrt auf die Landstraße zurück. Doch der Staat Astoria, reduziert auf den Staatsapparat, lebt weiter.Der AutorJura Soyfer (1912 - 1939) ging in Erdberg zur Schule und maturierte 1931 am Gymnasium in der Hagenmüllergasse. Ab 1935 arbeitete er für die Kleinkunstszene, vor allem als Hausautor für das Kabarett „ABC“ (Dort verdienten sich auch Cissy Kraner und Josef Meinrad ihre ersten Sporen.), wo fast alle seiner Stücke zur Uraufführung kamen. Seine Theaterstücke (u.a. “Der Weltuntergang“, „Der Lechner Edi schaut ins Paradies“) vereinen die Tradition des Wiener Volksstücks mit der Sprachkunst von Karl Kraus.Es spielen Annemarie Brunner, Elisabeth Datler, Sonja Deimling, Ulrike Hassler, Johann Kargl, Gerald Kunc, Renate Neunteufel, Dorian Puchinger, Helga Reiter, Christine Reiterer, Inge Rosenauer, Juliane Schaden, Joachim Schübl, Martina Steindl und Walter Weber. Die Songtexte von Jura Soyfer hat Ewald Polacek persönlich vertont. Kostüme und Ausstattung kommen von Adele Schade, für die Technik verantwortlich zeichnet Viktoria Kutil, Regie führt Ewald Polacek.Premiere des Stücks ist am Samstag. 17. Oktober um 20 Uhr. Die weiteren Aufführungstermine sind:Sonntag, 18. Oktober, 18 UhrFreitag, 23. Oktober, 20 UhrSonntag, 25. Oktober, 17 Uhr Montag, 26. Oktober, 20 UhrDienstag, 6. November, 20 UhrSonntag, 8. November, 17 UhrKarten und Infos sind unter 02842/52955.Web: www.tam.at


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