Ein denkwürdiger Theaterabend
WAIDHOFEN/THAYA. Das Theater an der Mauer ist 20 Jahre alt. Mit einem Gala-Abend wurde das Jubiläum gefeiert. von ERICH SCHACHERL

Etwa 60 Personen kamen am Freitag, 9. Oktober 2015 zum Gala-Abend ins Theater an der Mauer (TAM) und feierten mit Prinzipal Ewald Polacek, Geschäftsführerin Adele Schaden, dem gesamten Ensemble und Vertretern des Vereins für Theater und Theaterpädagogik das 20-jährige Jubiläum. Mit hohem Besuch aus St. Pölten in der Person von Landesrat Karl Wilfing (ÖVP) würdigte die niederösterreichische Landespolitik das TAM. In seiner kurzen Rede betonte Wilfing die Wichtigkeit des Theaters: „Der gesamte Raum, das Waldviertel und ganz Niederösterreich werden durch die Arbeit des TAM bereichert“. Bürgermeister Robert Altschach (ÖVP) verdeutlichte klar seine Freude: „Die Stadtgemeinde Waidhofen ist sehr stolz. Das TAM ist wichtig für unsere Stadt und das Kulturleben“. Weitere Prominente aus Politik und Wirtschaft waren Stadträtin Melitta Biedermann (ÖVP), Bezirkshauptmann-Stellvertreter Markus Peham sowie Gerhard Hufnagel vom Vorstand der Waldviertler Sparkassen Bank AG, seit Jahren ein Hauptsponsor des Theaters.Gekonnt, witzig und charmant moderierte Theaterchef Ewald Polacek den Abend, der mit Sektempfang, Begrüßungsreden, acht szenisch-kabarettistischen Vorführungen und anschließendem Buffet und gemütlicher Plauderei ein vielfältiges Programm bot. Die Vorführungen auf der Bühne begannen mit einem netten Sketch der jungen, talentierten Mimen des „TAM Studio Junior“ zum Thema Rollenauswahl in einem Theater. Wie eine selbstsichere Diva einen Regisseur zur Verzweiflung treiben kann, folgte. Szene drei bot einen doppelten Blick in eine Damengarderobe, einerseits so, wie sich das Publikum eine solche Situation vermutlich vorstellt und andererseits so, wie es wirklich ist. Christine Reiterer vom Ensemble hat die Szene geschrieben. Ein Stück aus der hauseigenen dramatischen Schreibwerkstatt, in der Ewald Polacek seit 2013 lehrt, wie man Texte fürs Theater schreibt, folgte. Aus „Backstage“ (englisch: hinter der Bühne) wurden „BackTage“, ein herrliches Wortspiel mit einem kurzen witzigen Sketch dazu. Eveline Winter brillierte anschließend in der Rolle einer Souffleuse. „Bühne frei“ war der Titel der nächsten kurzen Aufführung, die ebenfalls von einer Teilnehmerin der dramatischen Schreibwerkstatt verfasst wurde und zum Inhalt hat, wie es vor einer Aufführung bei den Schauspielern zugeht. Das Thema „Lampenfieber“ durfte natürlich nicht fehlen. Köstlich danach die von Helmut Qualtinger geschriebene und von Walter Weber und Jean Kargl gespielte Garderobenszene, in der sich zwei alte Schauspieler beim Abschminken unterhalten. Das Ende der Vorführung folgte schließlich mit dem Lied „Theater, Theater“. Walter Weber in seiner Rolle als Obmann des Vereins für Theater und Theaterpädagogik bedanke sich anschließend bei Publikum und Sponsoren und kündigte die Jubiläumsproduktion „Astoria“ bevor das Buffet eröffnet wurde. Die Schauspieler zeigten, was sie können und was in einem kleinen, aber professionell geführten Theater möglich ist. Das gesamte Team des TAM kann nicht nur auf den gestrigen Abend, sondern auf eine lange Zeit erfolgreichen Wirkens stolz sein. In dieser Form gibt es das kein zweites Mal. Ein denkwürdiger Abend in einem großartigen Theater mit engagierten Menschen war das.


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