Meinen ersten Song habe ich schon als Kind geschrieben
WAIDHOFEN/THAYA. Der Musiker Bernhard Zimmermann hat ein neues Album heraus gebracht. „Jekyll & Hide“ ist der Titel seiner dritten Soloproduktion. Tips bat den Songwriter zum Interview und erfuhr eine interessante Musikergeschichte.
von ERICH SCHACHERL

„Den ersten richtigen Song habe ich schon als Kind geschrieben, so mit elf oder zwölf Jahren“, erinnert sich der Waidhofner Musiker Bernhard Zimmermann. Früh übt, wer später ein Meister werden will, könnte damals seine Devise gewesen sein. Ein Talent hinter einer unbewussten Absicht, die jetzt, nach der Veröffentlichung des dritten Soloalbums mit dem Titel „Jekyll & Hyde“ ein weiteres Mal eindrucksvoll hörbar gemacht wurde.
Ein Songwriter
Gewusst hat er schon immer, dass er Lieder schreiben will. „Der Songwriter in mir war schon immer da. Das habe ich nicht lernen müssen, das habe ich gespürt. Mir sind immer schon Melodien eingefallen.“ 25 verschiedene Lieder waren es bei „Jekyll & Hyde“, 15 haben Platz auf der CD gefunden. Und über die Jahre werden es schon über 100 Songs sein, die er hör- und spielbar gemacht hat. Zuletzt hat er mit seinem Song „The heart is a lonely hunter“ von sich hören lassen, der österreichweit im Rahmen der Vorentscheidung zum Song Contest 2011 im Radio gespielt wurde.
Interessant und ungewöhnlich ist seine Sicht zum Thema, woher seine Kreativität kommt. Musik ist für ihn überall. Manche Menschen haben das Talent, sie aufzufangen. „So spüre ich das. Musiker die Songs schreiben können, sind Menschen, die die Musik auffangen können. Vielleicht erfinde ich meine Musik gar nicht, vielleicht fange ich sie nur ein“, sinniert er.
Mutter und Großvater
Wenn Bernhard sich auf die Frage, woher seine Liebe zur Musik kommt, an seine Kindheit zurück erinnert, tauchen Bilder seiner Mutter auf, „eine sehr gute klassische Pianistin“, wie er mit dem Stolz des Sohnes erzählt, die ihm von Kindesbeinen an klassische Musik am Klavier vorgespielt hat. „Mir hat das damals schon gefallen, da ist sicher ein Funke von ihr auf mich übergesprungen“, schildert er. Auch sein Großvater mütterlicherseits – ebenfalls ein Musiker – hat den kleinen Jungen beeindruckt und geprägt. So verwundert es nicht, dass Bernhard bereits im Alter von fünf Jahren mit klassischem Klavierunterricht begann. Zehn Jahre später wusste der Jugendliche, dass Musik sein Leben bestimmen wird. Es folgte ein Musikstudium und schließlich sein jetziges Leben als Musiklehrer und Musiker.
Tastenkünstler
Nicht nur zur Musik hat seine Mutter ihn gebracht, auch zu seinem Lieblingsinstrument, dem Klavier, das er eindrucksvoll in den unterschiedlichsten Stilrichtungen beherrscht. Mehr als 30 Jahre spielt er auf und mit den Tasten und zaubert Töne, Melodien und Lieder hervor. Nicht nur am Klavier, er liebt auch Keyboards und Synthesizer, mit denen sich lässige Sounds hervorbringen lassen. „Ich beschäftige mich sehr gerne mit Sounds“, erzählt er. Das ist auch am neuen Album zu hören.
Er schreibt die Texte und Songs nicht nur selbst, er nimmt im eigenen Tonstudio viel auf, singt seine Lieder selbst ein, tüftelt an Sounds herum und ist sozusagen für alles verantwortlich. Die notwendige Hilfe und Ergänzung holt er sich von Profis, beispielsweise Tontechniker Alexander Lausch, in dessen Studio in Wien Zimmermann einige Aufnahmen gemacht hat. Oder von angesagten Szene-Session-Musikern aus der Großstadt, die Gitarren, Bass und Schlagzeug am aktuellen Album eingespielt haben.
Pop und Klassik
Stilistisch ist das neue Album der Popmusik zuzuordnen. Die große Leidenschaft liegt für Bernhard aber in der klassischen Musik. Die er immer schon gespielt hat und nach wie vor spielt. Sein Lieblingskomponist Ludwig van Beethoven ist hier zu nennen, mit dessen Klaviersonaten sich der Waidhofner intensiv beschäftigte. Da ist aber noch mehr: „Beethoven ist für mich ein Bindeglied der Klassik zur Pop- und Rockmusik.“
Familie
Die neue CD ist am Markt, jetzt ist erstmals Rückzug angesagt. Bernhard Zimmermann ist stolzer Vater einer Tochter geworden. Liebe, Verantwortung und Pflichtgefühl rufen. Konzerte zur Veröffentlichung der neuen CD wird es deshalb vorerst nicht geben. Auch keine weiteren Projekte. „Derzeit liegt alles auf Eis“, sagt Bernhard. Er verlagert seinen Lebensmittelpunkt zur Tochter und Mutter. Vermutlich wird er der Kleinen Zuhause schöne klassische Musik am Klavier vorspielen. Und vielleicht springt dann der Funke von ihm auf sein Kind über, so wie er selbst es erlebt hat.
Infos: www.bernhardzimmermann.at


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