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Sozialpreis "Löwenherz" geht an Verein Hospiz Waldviertel und Waidhofner Flüchtlings-Ferienbetreuung

Daniel Schmidt, 20.10.2016 15:28

WAIDHOFEN/THAYA - GMÜND. Zum mittlerweile elften Mal fand die Verleihung der Löwenherzen, dem großen Niederösterreichischen Sozialpreis, statt. In der Kategorie Soziales Engagement ging der 1. Platz an den Verein Hospiz Waldviertel mit Sitz in Gmünd, in der Kategorie Kommunale Projekte ging der 3. Platz an die Waidhofner Ferienbetreuung für Flüchtlingskinder. Die Vertreter der prämierten Projekte, die „Löwenherzen 2016“, dürfen sich über Preisgelder im Gesamtwert von 22.500 Euro freuen.

  1 / 2   Auszeichnung an Hopiz Waldviertel (v.l.): Paul Ambrozy (Sponsorvertreter Wr. Städtische Versicherung), Gerlinde Oberbauer, Uschi Haslinger, Präsidentin des Vereins Pro Niederösterreich Karin Renner, AK-Vizepräsident Horst Pammer, Elisabeth Weigl und Landesrat Maurice Androsch (SPÖ).

Die Jury hatte die schwierige Aufgabe für die drei Kategorien „Soziales Engagement“, „Nachhaltigkeit“ und „Kommunale Projekte“ aus 40 eingereichten auszeichnungswürdigen Projekten ihre Wahl zu treffen.

„Es ist erfreulich zu sehen, wie viele Menschen sich freiwillig in den verschiedensten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens engagieren. Sie alle tragen dazu bei, dass unsere Gesellschaft nicht auseinanderbricht und sie bilden die Basis der sozialen und gesellschaftlichen Arbeit, die vielfach den sozialen Frieden in unseren Gemeinden sichert und stabilisiert. Der Einsatz für unsere Mitmenschen ist von großer Bedeutung, leider in unserer Gesellschaft aber oft keine Selbstverständlichkeit mehr. Viele Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher handeln im Alltag oft selbstlos und mutig und engagieren sich uneigennützig für schwächere Menschen, ohne auf jegliche Gegenleistung Anspruch zu erheben.  Der Verein PRO NÖ will mit dem „Löwenherz“ Menschen vor den Vorhang bitten, die sich meist unbemerkt sozial engagieren und Verantwortung auch für schwächere Glieder der Gesellschaft übernehmen. Wir freuen uns auch heuer wieder über die Vielfältigkeit der Einreichungen“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin Karin Renner (SPÖ).

Durch den Abend führt wie schon im Vorjahr Michael Rosecker. Ein Lesekabarett mit dem bekannten Autor und Kolumnisten Michael Hufnagl sorgt für Unterhaltung und Spaß.

Die ausgezeichneten Projekte

VEREIN HOSPIZ WALDVIERTEL, Sterbe- und Trauerbegleitung für Erwachsene und Kinder

Der Verein wurde im Jänner 2000 gegründet. Mittlerweile stellen 15 in Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung ausgebildete Mitarbeiter ehrenamtlich ihre Zeit zur Verfügung. Durch ständige Fortbildungen sind sie immer auf dem neuesten Stand im Hospizbereich. Seit heuer läuft beim Verein Hospiz Waldviertel außer der Erwachsenen-Trauergruppe auch eine Trauergruppe für Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahren, die einzige im oberen Waldviertel. Beide Gruppen können kostenlos in Anspruch genommen werden. Zwei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des Vereins haben die Ausbildung für die Kinder- und Jugendlichen-Trauergruppe absolviert und privates Geld dafür aufgewendet. Es gibt monatliche Treffen, getrennt für Kinder von 6 bis 11 Jahren und Jugendlichen von 12 bis 16 Jahren. Für die Kinder ist es gut, wenn sie außerhalb der Familie über ihre Ängste und Probleme sprechen können. Das ist deshalb so wichtig, da die Erwachsenen mit ihrer eigenen Trauer oft so beschäftigt sind, dass für die Kinder kaum noch Kraft bleibt.

FERIENBETREUUNG FÜR FLÜCHTLINGSKINDER

Ferienbetreuung für die Kinder von Asylsuchenden, ja oder nein? Diese Frage ließ zwar die Politiker vor Ort unbeeindruckt, nicht aber die Menschen. Eine Welle der Hilfsbereitschaft schlug den Organisatoren entgegen. Flüchtlingsbetreuer und Pädagogen wollten unentgeltlich helfen. Durch eine Initiative wurden schließlich Spendenaufrufe getätigt und so kamen finanzielle Zuwendungen aus ganz Österreich, aber auch aus dem Ausland zusammen. Bereits wenig später gab es genug Geld um den Flüchtlingskindern eine Ferienbetreuung anbieten zu können. Rasch wurden zwei Lehrerinnen gefunden, die mit Unterstützung der Volkshilfe NÖ angestellt und vom AMS gefördert wurden. Acht Wochen wurden die Schützlinge betreut. Acht Wochen hatten sie Spiel, Spaß und Freude am deutschlernen, was uns besonders wichtig war und ihnen den Wiedereinstieg in den Schulalltag wesentlich erleichtert hat.


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