Bezirk bleibt die Ausnahme: Arbeitslosigkeit weiter gesunken
BEZIRK. Ende Oktober 2015 waren beim Arbeitsmarktservice Waidhofen/Thaya 613 Personen arbeitslos vorgemerkt. Das sind um 16 Betroffene mehr als im Vormonat aber um 5,3 Prozent weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Somit waren Ende Oktober 2015 in Summe 745 Personen beim AMS vorgemerkt, während es zum Vorjahresstichtag insgesamt 832 Personen waren. Wieder deutlich stärker von Arbeitslosigkeit betroffen war die Generation 50+.

Die Arbeitslosigkeit ist sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern gegenüber dem Vergleichszeitpunkt des Vorjahres gesunken. 300 vorgemerkte Frauen bedeuten ein Minus von fünf (oder – 1,6 Prozent), 313 Männer ein Minus von 29 (oder – 8,5 Prozen). Die in diesem Indikator nicht enthaltene Zahl der Arbeitslosen in Schulungen des AMS ist im Vergleich zum Vorjahr um 53 (oder – 28,6 Prozen) auf insgesamt 132 gesunken. 54 offene Stellen (davon 31 sofort verfügbar) waren Ende Oktober beim AMS Waidhofen/Thaya gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Plus von einer Stelle. Den zwölf Lehrstellensuchenden stehen acht offene Lehrstellen (sechs nicht sofort verfügbar) zur Verfügung.
Kampf um jede Chance für Arbeitslose ab Generation 50+
Die anhaltend ungünstige Arbeitsmarktlage stellt für dasAMS Waidhofen/Thaya den Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit ins Zentrum des arbeitsmarktpolitischen Handelns. 166 Tage oder knapp ein halbes Jahr dauert es, bis Jobsuchende aus dem Bezirk Waidhofen/Thaya im Alter ab 50 Jahren wieder einen neuen Arbeitsplatz gefunden haben. Die Verhinderung von Langzeitarbeitslosigkeit, vor allem in der Gruppe der Golden Ager, steht ganz oben auf der Agenda. „Wir haben uns heuer zum Ziel gesetzt, 352 Frauen und Männer im Alter ab 45 innerhalb von sechs Monaten ab ihrer Vormerkung beim AMS den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen“, stellt die Geschäftsstellenleiterin des AMS Waidhofen/Thaya, Edith Zach klar. Rund 43,5 Millionen Euro an Fördermittel hat das AMS NÖ heuer für die Arbeitsmarktintegration der Generation 50+ bereitgestellt.
Die Messlatte für das arbeitsmarktpolitische Ziel, ältere Jobsuchende (im Alter ab 45 Jahren) binnen sechs Monaten wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren, liegt hoch. Bis Ende Oktober ist 82 Frauen und 247 Männern aus dem Bezirk in der Altersgruppe 45+ mit Unterstützung des AMS binnen Kurzem der Wiedereinstieg ins Berufsleben gelungen.
Generation 50+: Zahl der Arbeitsaufnahmen steigt kontinuierlich an
Je länger die Zeit der Arbeitslosigkeit andauert, umso schwieriger gestaltet sich der berufliche Wiedereinstieg. „Es gilt, der Generation 50+ rasch unter die Arme zu greifen, um so einen reibungsfreien beruflichen Neubeginn zu ermöglichen“, erklärt die AMS Waidhofen/Thaya-Chefin. „Unser Augenmerk gilt natürlich genauso auch jenen, die bereits länger als sechs Monate arbeitslos sind. Wir kämpfen für jede Chance, die wir Arbeitsuchenden im Alter ab 50 bieten können“, so Zach.
Der Blick in die Daten zeige, dass trotz schwieriger Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt, der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben gelingt: Von Jänner bis Ende Oktober dieses Jahres haben 291 arbeitslose WaidhofnerInnen der Generation 50+ ihre Vormerkung beim AMS mit einer Arbeitsaufnahme beendet. Das sind um 51 oder 20,8 Prozen mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Seit dem Jahr 2008 ist – trotz tendenziell stagnierender Arbeitskräftenachfrage – die Menge der geglückten Arbeitsaufnahmen nach Arbeitslosigkeit in der Gruppe der „Golden Ager“ gestiegen: von 175 vor sieben Jahren um fast 70,0 Prozen auf rund 290 gelungenen Arbeitsaufnahmen (jeweils Jänner bis Oktober).“Dass wir hier gegen den Trend erfolgreich sind, liegt zum einen am Engagement unserer Berater sowie zum anderen an einer Reihe von arbeitsmarktpolitischen Instrumenten, die wir einsetzen, um die Arbeitsmarktintegration zu forcieren“, erklärt Zach.
Türöffner für den nächsten Job: der befristete Lohnkostenzuschuss
„Der Lohnkostenzuschuss, den das Arbeitsmarktservice zeitlich befristet bei der Einstellung unter anderem von älteren arbeitslosen BewerberInnen gewährt, hat sich als ein sehr nachhaltig wirksames Instrument erwiesen. In den meisten Fällen stellen wir fest, dass nach Ende der Förderperiode die Person im Unternehmen eine dauerhafte Anstellung gefunden hat“, weiß Edith Zach. Knapp 15 Millionen Euro stehen dem Arbeitsmarktservice in Niederösterreich heuer aus Mitteln der Bundesregierung zur Verfügung, wenn Unternehmen Jobsuchende anstellen, die 50 Jahre oder älter sind und bereits seit einem halben Jahr (oder länger) beim AMS vorgemerkt sind.
Bis einschließlich Ende Oktober dieses Jahres hat das AMS Waidhofen/Thaya für insgesamt 76 Arbeitslose, die über 50 Jahre alt sind, einen Lohnkostenzuschuss unter dem Titel „Beschäftigungsinitiative 50+“ finanziert. Das sind um 22 mehr geförderte Personen als im selben Zeitraum 2014.


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