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Waldviertler Vorlesungen: „Nicht nur günstig investieren, sondern vor allem gut sanieren!“

Daniel Schmidt, 21.10.2016 10:56

WAIDHOFEN/THAYA. Am Donnerstag, 20. Oktober 2016  lud die WALDVIERTEL AKADEMIE gemeinsam mit der Energieagentur der Regionen, der Donau-Universität Krems und der Stadtgemeinde Waidhofen zu den Waldviertler Vorlesungen unter dem Titel „Hausverstand. Die Intelligenz traditioneller Hausformen in unterschiedlichen Klimazonen Österreichs“ in den Stadtsaal. Gregor Radinger und Otmar Schlager gaben dabei einen spannenden Einblick in Hausformen, Klimabedingungen und Energieeinsparungspotentiale.

V.l.: WALDVIERTEL AKADEMIE-Geschäftsführer Christoph Mayer, WALDVIERTEL AKADEMIE-Vorsitzender Ernst Wurz, Stadträtin Melitta Biedermann, Energieagentur-Geschäftsführer Otmar Schlager, Gregor Radinger (Donau-Universität Krems), Energieagentur-Obmann Gerhard Proißl und Gymnasium-Direktor Roland Senk.

Architekt Radinger, der an der Donau-Universität in Krems tätig ist, gab zunächst einen geschichtlichen Abriss über die Architekturgeschichte, von der Bauernhausforschung bis heute. „Wir alle wurden vom so genannten Internationalen Stil, der ab 1922 große Veränderungen brachte, stark beeinflusst“, so Radinger. Danach zeigte der Architekt auf, welche Typen von bäuerlichen Gebäuden in welchen Regionen Österreichs gebaut wurden. „Diese unterschiedlichen Hausformen – vom alpinen Einhof bis zu den außeralpinen Formen – müssen dann natürlich in einen klimatischen Kontext gesetzt werden“, so Radinger. So könne gut dargestellt werden, dass sich die Hausformen nicht nur an die vor Ort vorhandenen Rohstoffe angepasst haben, sondern vor allem auch an die klimatischen Bedingungen. Derzeit forscht Radinger mit seinem Team an Originalobjekten, um zu zeigen, wie die diversen Hofformen das Leben der Menschen beeinflussten.

Der Geschäftsführer der Energieagentur der Regionen, Otmar Schlager, ging in seinem Vortrag auf die regionalen Klima- und Energiekonzepte des Waldviertels ein. „Wir haben 12.500 Gebäude im Bezirk, davon sind rund 11.000 Wohngebäude“, so Schlager, „hier geht es vor allem darum, die Heizenergiekennzahlen zu senken und das ist mit dem heutigen technischen Stand absolut möglich.“ Schlager gab einen Überblick, welche Einsparpotentiale es im Energiebereich gibt und präsentierte dabei auch die erfolgreichen Mustersanierungen seiner Institution. „Bei der Volksschule Waidhofen konnten 85 Prozent der Heizkosten eingespart werden.“

In einer lebhaften Diskussion, an der sich unter anderem auch Firmenchef Willibald Longin und Reissmüller-Zimmermeister Johann Dangl beteiligten, war man sich schnell einig: „Wir müssen nicht nur versuchen günstig zu investieren, sondern auch an die Folgekosten denken und gut sanieren.“

„Mit den letzten Waldviertler Vorlesungen im Jahr 2016 hat der Begriff Hausverstand eine ganz neue Bedeutung bekommen“, zeigte sich WALDVIERTEL AKADEMIE-Vorsitzender Ernst Wurz zufrieden und freut sich schon auf eine Fortsetzung 2017.


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