Arbeitslosigkeit im Dezember gesunken, positive Arbeitsmarktbilanz 2017
BEZIRK WAIDHOFEN/THAYA. Ende Dezember 2017 waren beim AMS Waidhofen/Thaya 937 Personen arbeitslos vorgemerkt. Das sind um 332 Betroffene mehr als im Vormonat und um 146 weniger Personen wie im Vorjahr. Insgesamt entwickelte sich der Arbeitsmarkt im Bezirk im Jahr 2017 aufgrund der guten Wirtschaftslage positiv.

„Die Arbeitslosigkeit ist bei den Männern und Frauen gegenüber dem Vergleichszeitpunkt des Vorjahres gesunken. 339 vorgemerkte Frauen bedeuten ein Minus von 46 (oder -11,9 %), 598 Männer ein Minus von 100 (oder -14,3 %). Die in diesem Indikator nicht enthaltene Zahl der Arbeitslosen in Schulungen des AMS ist im Vergleich zum Vorjahr um 31 (oder 31,3 %) auf insgesamt 130 gestiegen,“ informiert AMS-Geschäftsstellenleiterin Edith Zach.
Somit waren Ende Dezember 2017 in Summe 1.067 Personen, davon 937 Arbeitslose und 130 Personen in Schulung (diese werden in der Statistik nicht als arbeitslos gezählt) beim AMS Waidhofen/Thaya vorgemerkt, während es zum Vorjahresstichtag insgesamt 952 Personen waren.
67 offene Stellen (davon 36 sofort verfügbar) waren Ende Dezember beim AMS Waidhofen/Thaya gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Plus von 47 Stellen. Den zehn Lehrstellensuchenden stehen neun offene Lehrstellen (davon 1 sofort verfügbar) zur Verfügung.
2017: Trendwende am Arbeitsmarkt gelungen, strukturelle Probleme bleiben
„Mit einem kräftigen Wirtschaftswachstum im Rücken steigen die Beschäftigten- und sinken die Arbeitslosenzahlen“, so die erfreuliche Bilanz der Geschäftsstellenleiterin Edith Zach zum abgelaufenen Arbeitsmarktjahr 2017. Steigende Arbeitskräftenachfrage führte zu mehr Arbeitsaufnahmen aus der Arbeitslosigkeit und zu einem kräftigen Plus bei den Stellenbesetzungen.
Trotz der erfreulichen Trendwende, die am Arbeitsmarkt 2017 gelungen ist, gibt es aber weiterhin strukturelle Probleme: Personen der Generation 50+ bzw. mit gesundheitlichen Einschränkungen laufen weiterhin Gefahr, langzeitarbeitslos zu werden bzw. zu bleiben. Etwa jede/r fünfte AMS-Kunde/Kundin wird bereits ein Jahr und länger vom AMS Waidhofen/Thaya betreut. „Ohne unsere Unterstützung finden diese Menschen kaum Anschluss an das Erwerbsleben“, erklärt Edith Zach.
Wirtschaftswachstum fiel stärker aus als erwartet
Rechneten Wirtschaftsforscher noch Anfang dieses Jahres mit einem vergleichsweise zaghaften Wirtschaftswachstum von 1,2 bis 1,5 Prozent, so wurden diese Erwartungen deutlich übertroffen: Das BIP wird 2017 voraussichtlich mit einem Plus von 2,9 (WIFO) bis sogar 3,1 Prozent (Synthesis und Nationalbank) abschließen.
„Die bisher beobachteten innereuropäischen Wanderungsbewegungen haben abgenommen. Wir werden heuer in Niederösterreich beim Plus im Arbeitskräfteangebot deutlich unter 10.000 liegen“, erklärt die AMS Waidhofen-Chefin. 2017 standen rund 665.300 Personen am niederösterreichischen Arbeitsmarkt zur Verfügung, ein Plus von „nur“ 1,3 Prozent (Vgl. 2016 und 2015 jeweils 1,6%) oder 8.500 Personen.
Gleichzeitig herrschte am niederösterreichischen Arbeitsmarkt eine rege Nachfrage nach Personal. „Wir haben die Dynamik des Aufschwungs genutzt und uns intensiv ins Arbeitsmarktgeschehen eingebracht“, so Edith Zach. Hier eine erste Bilanz 2017:
· Bis Jahresende haben die Unternehmen aus dem Bezirk Waidhofen/Thaya fast 900 freie Stellen und Lehrstellen gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein sattes Plus von 27 Prozent.
· Gleichzeitig wurden etwa 780 freie Stellen und Lehrstellen mit einer passenden Arbeitskraft besetzt – ein Plus von 18,9 Prozent im Vergleich zu 2016.
· 2017 ist es auch deutlich mehr Personen aus dem Bezirk gelungen, ihre Arbeitslosigkeit mit einer Arbeitsaufnahme zu beenden. 1.269 ehemalige arbeitslose Kunden haben wieder einen Arbeitsplatz gefunden, um fast 30 mehr als im Vorjahr.
Kein Rückbau der Langzeitarbeitslosigkeit
Weiterhin im Fokus der Arbeitsmarktpolitik steht das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit. Diese betrifft vor allem Personen der Generation 50+ sowie jene, die wegen gesundheitlicher Probleme nur schwer wieder einen neuen Arbeitsplatz finden:
Fast jeder fünfte AMS-Kunde (18,5%) in Waidhofen/Thaya wurde bereits ein Jahr oder länger von den AMS-Beratern betreut. Gegenüber 2016 ist ihre Zahl um 2,5 Prozent auf 140 gestiegen. Obwohl es 2017 mehr Jobsuchenden, die 50 Jahre oder älter sind, gelungen ist, wieder Anschluss ans Erwerbsleben zu finden, steigt die Zahl der arbeitslosen Golden Ager weiter an. Das AMS Waidhofen verzeichnet in dieser Personengruppe fast 300 Arbeitsaufnahmen, um 8,3 Prozent mehr als im Jahr 2016. Gleichzeitig stieg aber die Zahl der Arbeitslosen im Alter ab 50 Jahren jahresdurchschnittlich um 3 Prozent auf 288 weiter an.
„Mit einem soliden Wirtschaftswachstum im Rücken gilt es im Jahr 2018 konsequent an den strukturell bedingten Problemen am Arbeitsmarkt zu arbeiten“, so die Geschäftsstellenleiterin Edith Zach abschließend.


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