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WAIDHOFEN/YBBS. Zu einem kräftigen Lebenszeichen professioneller Kulturvermittlung und spiritueller Vertiefung des Glaubens gestaltete sich die bemerkenswerte Kultur- und Pilgerfahrt in die Slowakische Republik des Katholischen Bildungswerkes Waidhofen.

Große Herzlichkeit erlebten die Pilger aus Waidhofen bei ihrer Reise durch die Slowakei, besonders in Petrovce nad Laborcom, dem Heimatort von Martin Talnagis, als auch beim Gottesdienst in der Basilika Maria Heimsuchung bei Levoca durch eine sehr liebenswerte Ordensschwester. Foto: Christine Ecker

44 Personen nahmen unter der umsichtigen organisatorischen Leitung von Johann Kern die Reise in den frühen Morgenstunden auf. Der frühe Aufbruch war mehr als gerechtfertigt, galt es doch ein gewaltiges Tagespensum zu bewältigen. Der landeskundige Kulturvermittler Josef Tretina war in Bratislava zugestiegen und begleitete mit seinen wertvollen Informationen und spontanen Übersetzungen bei lokalen Führungen das Geschehen. Trnava, das slowakische Rom, war die erste Station der Besichtigungstour, die die Reisenden neben bemerkenswerten Kirchen weiter in das Dorf Vlkolinec (UNESCO-Kulturerbe) in die Region Zips durch die Landschaft am Fuße der Tatra bis Poprad führte.

Erkundung der Hohen Tatra

Ganz im Zeichen der Hohen Tatra stand der nächste Tag. Kezmarok, der Stadt der Basilika des Heiligen Kreuzes, einer Artikularen Holzkirche sowie einer evangelischen Kirche von Theophil Hansen mit dem Imre Tököly Mausoleum galt die Aufmerksamkeit. In Levoca wurde schließlich der größte gotische Flügelaltar weltweit (von Paul von Leutschau in der Jakobskirche) bewundert und anschließend in der Wallfahrtskirche Marienberg die Abendmesse mit der geistlichen Begleitung, Stadtpfarrer Herbert Döller und Moderator Martin Talnagi, gefeiert. In Parenthese sei hier angefügt, dass neben dem ausgiebigen Kulturprogramm der spirituelle Aspekt täglich durch eine kurze morgendliche Betrachtung in Form von äußerst qualitätsvollen Impulstexten, ausgewählt von unserem Reiseleiter, eine besondere Note erhielt.

Gastfreundschaft der besonderen Herzlichkeit

Der geistlichen und der weltlichen Macht der Gegend, repräsentiert durch das Zipser Kapitel, vor allem aber durch die Zipser Burg, eine der größten Burganalagen Mitteleuropas, war der nächste Vormittag gewidmet, ehe in Bardejov die imposante Ägidiuskirche mit ihren elf spätgotischen Flügelaltären einen nachhaltigen Eindruck auslöste. Über Hervartov (älteste Holzkirche der Slowakei) und Presov mit einem beachtlichen Hauptplatz und bemerkenswerten, gelungen restaurierten Häuserzeilen, der St. Nikolaus Kathedrale sowie der griechisch-katholischen Kathedrale des Johannes erreichten die Pilger schließlich die ostslowakische Hauptstadt Kosice. Hier galt am vierten Tag dem Dom der Heiligen Elisabeth und dem imposanten Stadtbild die staunende Aufmerksamkeit der Reisegruppe. Den wohl berührendsten Teil der Reise erlebten sie in Petrovce nad Laborcom, dem Heimatort von Martin Talnagis. In der Pfarrkirche seiner Kindheit, wo er sein Primizopfer gefeiert hat, empfingen nicht nur seine Verwandten und Freunde die Reisenden, sondern auch eine Gruppe von Gläubigen mit ihren emotional vorgetragenen Liedern und mit einer Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die alle einfach äußerst bewegten. Der von beiden Geistlichen zelebrierte Gottesdienst in zwei Sprachen und die anschließende Agape bestätigte nochmals die Wertschätzung, die dem großen Sohn der Heimat und den Mitreisenden entgegengebracht worden ist.

Kontrast von Vergangenheit und Gegenwart

Der Schlusstag führte dann zum Stift Jasov in ein Prämonstratenserkloster, wobei gleichsam im Kontrast die einstige Pracht und die Realität der Gegenwart bewusst geworden sind. Mit Nitra, der ältesten Stadt der Slowakei, wurde nach der Besichtigung der Kathedrale St. Emmeram, wo gegen Ende des 9. Jahrhunderts die Christianisierung eingesetzt hat, das umfangreiche Besichtigungsprogramm abgeschlossen. Mit großem Dank an alle Verantwortlichen, gegenseitigem Lob für die gute Atmosphäre und wechselseitiger Anerkennung ging eine erfüllte Zeit und eine beachtliche Woche der Begegnung in Herzlichkeit und Freundschaft zu Ende. Fazit der Reise: ein wunderschönes Land, freundliche Menschen, ein starkes religiöses Leben und ein reiches kulturelles Erbe, eben „Perlen der Slowakei“.


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