Leserbrief von Klimaproteste-Mitorganisator Raphael Kößl

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Karin Novak Karin Novak, Tips Redaktion, 26.02.2020 07:15 Uhr

WAIDHOFEN/YBBS. Im April vergangenen Jahres ging man in Waidhofen das erste Mal für eine ernsthafte und wirksame Klimapolitik auf die Straße. Elf Klimaproteste und ein Jahr später wird am Samstag, 7. März, der – vorläufig – letzte Waidhofner Klimaprotest stattfinden. Die Protestreihe geht nicht zu Ende, weil man etwa zufrieden mit der aktuellen Situation sei, sondern weil von Beginn an klar war, dass der Protest zwölf Mal stattfinden soll und danach eine Reflexion am Plan steht. 

Leserbrief: „CO2-Ausstoß sinkt nicht“

Der Klimaschutz ist im Mainstream angekommen. Viele Unternehmen und Parteien – mit Ausnahme der FPÖ – schmücken sich mit schönen Klimaslogans und Ankündigungen. Allein, der CO2-Ausstoß sinkt weder in Österreich noch auf der Erde. Erst Anfang Februar wurde wieder ein neuer Rekordwert an CO2-Konzentration in der Atmosphäre gemessen!

Katastrophe droht

Unser gemeinsames Zuhause steht in Flammen, aber anstatt mit aller Kraft die drohende Katastrophe zu bekämpfen, machen viel zu viele weiter wie bisher. Unterstützt von Medien und Politikern, die davor warnen, „keine übereilten Entscheidungen zu treffen, die der Wirtschaft schaden“ oder „die Arbeitsplätze gefährden“. Es muss klar gesagt werden: Ein Weiter wie bisher führt mit Sicherheit in die Katastrophe – für den Planeten, die Menschen und damit auch die Wirtschaft! Dann gibt es weder gute Arbeit noch eine funktionierende Wirtschaft, sondern Chaos, Krieg und Zerstörung.

Dringend notwendig: ökologisch-soziale Steuerreform

Klimaexperten sind sich einig, dass wir bis 2030 unsere Treibhausgasemissionen halbieren müssen. Für jeden Einzelnen heißt das: halb so viel Autofahren, halb so viel Fleisch am Teller, keine Flugreisen zu Urlaubszwecken mehr, kleinere Häuser bauen, halb so viel Stahl-, Zement- und Ressourcenverbrauch! Damit das gelingen kann, braucht es dringend eine ökologisch-soziale Steuerreform, die schnell, planbar und spürbar den Ressourcen- und Energieverbrauch verteuert und Arbeit und klimafreundliche Verhaltensweisen verbilligt. Das ist die Aufgabe jedes Politikers, sie sind in der direkten Verantwortung der Gesellschaft klimafreundliche Rahmenbedingungen zu verpassen!

Alle sind in der Verantwortung

Eine klimagerechte Gesellschaft kann viel schöner sein als das Leben in einer übersättigten Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Es wird Zeit- statt Konsumwohlstand geben, wir werden gemeinschaftlicher leben, bessere Lebensmittel zu uns nehmen und unsere Umwelt als intakt erleben! Es braucht alle, damit die Klimakrise nicht in eine Katastrophe mündet! ArbeiterInnen, LehrerInnen, UnternehmerInnen, GemeinderätInnen, BäuerInnen, Kinder und GreisInnen – es liegt in unserer Verantwortung. Wenn wir jetzt nicht handeln, sind wir Mitschuld an den Kriegen der Zukunft!

 

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