„Heimatleuchten“: Entlang der Ybbs – Von schwarzen Fürsten & hellen Köpfen

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Karin Novak Karin Novak, Tips Redaktion, 23.04.2020 10:26 Uhr

YBBSTAL. Am Freitag, den 8. Mai, widmet ServusTV die Prime-Time unserer heimischen Lebensader – der Ybbs. „Heimatleuchten“ zeigt die Besonderheiten der Region entlang der Ybbs, stellt die Menschen vor den Vorhang, die hier leben und teils jahrhundertealtes Handwerk pflegen. Das Familienunternehmen Riess, das seinen Strom autark durch die Kraft der Ybbs produziert, ist genauso Teil der Sendung wie Hubert Kostersitz, der zeigt, wie man einen „Andrahog“ richtig dreht.

Wohl kein anderer Flusslauf ist landschaftlich so vielfältig und abwechslungsreich wie das Ufer des smaragdgrünen Gewässers der Ybbs. Altes Handwerk wird hier großgeschrieben und an die junge Generation weitergegeben. „Heimatleuchten“ zeigt, wie selbst gedrehte Seile, seltene Sgraffito-Malereien, außergewöhnliche Gewölbe und längst vergessene Schmiedewerkzeuge das Ybbstal zu etwas ganz Besonderem machen.

Leben von und mit dem Fluss

Leben von und mit dem Fluss Die Ybbs bahnt sich ihren Weg vom bergigen Ursprung im niederösterreichisch-steirischen Grenzgebiet bis zur Mündung im flachen Donauufer. Dabei zählt der Fluss nicht nur als Lebensader, sondern auch als wichtige Nutzquelle für das ganze Gebiet. So macht sich unter anderem Familie Riess im Süden bei Ybbsitz die Energie der Ybbs zunutze und das in neunter Generation: Die eigenen Wasserkraftwerke decken den gesamten Strombedarf ihrer Manufaktur ab. Als letzte ihrer Art in ganz Österreich verwandelt die Fabrik seit 1690 Glas und Eisen in Emaille-Geschirr.

Schwarze Fürsten und mittelalterliche Seilkunst

Ebenfalls ein Fixpunkt in der Handwerkstradition des Ybbstals ist die Eisenverarbeitung entlang der geschichtsträchtigen Eisenstraße. In die Kunst des Schmiedens weiht der „schwarze Fürst“ – Schmied Sepp Eybl – höchstpersönlich ein. In seiner denkmalgeschützten Schaufelschmiede in Ybbsitz erweckte er das alte Hammerwerk und seine mächtigen Maschinen, wie den 500 Jahre alten Schwanzhammer, aus ihrem Dornröschenschlaf. Nicht minder traditionsreich geht es in Waidhofen an der Ybbs, dem Zentrum der Region, zu. Hier steht das Geschäft von Sieglinde Sterlinger seit Jahrhunderten fest im mittelalterlichen Stadtkern. Auch sie geht einem sehr alten Gewerbe nach: Sieglinde entstammt einer Seiler-Dynastie. In den späten 50ern begann sie als erstes Mädchen in der Region eine Seiler-Lehre und führt diese Tradition seither mit Stolz fort.

Italienische Fassadenkunst und alte Gewölbe

Ebenso stolz ist man auf eine aufwändige Fassadenputz-Technik: das Sgraffito. Vor allem dank Malermeister Andreas Lengauer aus Gresten, der den großen italienischen Malern nacheifert, die diese Kunstform während der Renaissance nach Österreich brachten. Von der Kunst italienischer Fassaden geht„s weiter zu malerischen Gewölbebauten: Bei Neuhofen an der Ybbs findet man die beiden Handwerker Anton und Sohn Sebastian Wagner, die diese uralte Kunst des Gewölbebaus noch heute beherrschen. Dabei beschloss Anton erst mit 49 Jahren, seinen Beruf als Mathematiklehrer an den Nagel zu hängen, um seinen Traum zu leben und die Maurer-Gesellenprüfung zu absolvieren.

Außerdem in dieser “Heimatleuchten„-Sendung

Im Norden durchquert die Ybbs die sanften Hügel des Mostviertels und versorgt die Gründe der Mostbauern-Familie rund um Leopold und Michaela Reikersdorfer hier im größten Birnen-Anbaugebiet Europas mit Wasser. In derselben Gegend, ganz im Norden des Tals, kümmert sich Straußenbauer Gerhard Ebner um seine 20 Schützlinge: die größten Vögel der Erde. Unterdessen nutzen Waldarbeiter Peter Huber und seine Kollegen die Ybbs, um 300 Kilo schwere Baumstämme zu den Eisenwerken im Tal zu transportieren. In den dichten Wäldern im Süden des Ybbstals sucht Hubert Kostersitz nach Fichtenästen. Daraus dreht er einen hölzernen Weidezaun oder einen “Andrahog„, wie ihn die Einheimischen nennen. Für gute Stimmung sorgt Lili Lerner, die mit der Gründung des Stammtisches “Jodeln und mehr„ im Ybbsitzer Gasthaus Lengauer eine uralte Ybbstaler Tradition wieder zum Leben erweckt hat.

Jahrhundertealtes Handwerk entlang der Ybbs entdecken (ServusTV)

Freitag, 8. Mai 2020

Beginn: 20.30 Uhr

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