Fünf Jahre Johanniter-Palliativteam
WAIDHOFEN/YBBS. Anlässlich seines 5jährigen Bestehens lud das mobile Palliativteam der Johanniter zu einer Festveranstaltung für die ganze Familie ins Schlosshotel Eisenstraße.

Rund 120 Gäste kamen, um dem Team für seine Arbeit zu danken und sich mit Experten, Organisationen und Vereinen sowie Würdenträgern auszutauschen. Johanniter-Präsident Johannes Bucher konnte Ehrengäste wie ÖVP-Nationalratsabgeordneten Andreas Hanger und den Bürgermeister von Waidhofen, Werner Kramer (WVP), sowie zahlreiche weitere Gäste aus Politik und Gesundheitswesen willkommen heißen. In seiner Begrüßung zollte er dem Team seinen Dank: „Das mobile Palliativteam der Johanniter hilft, stützt und berät Menschen in schweren Phasen des Lebens seit fünf Jahren. Ein guter Grund um Danke zu sagen für die professionelle und empathische Begleitung.“
Ulrich Körnter, Bundespfarrer der Johanniter, beantwortete in seinem Festvortrag ethische Fragestellungen zu Würde, Respekt und Mitgefühl am Lebensende: „Das unveräußerliche Recht auf Leben schließt auch das Recht zu sterben ein. Lebensverlängerung um jeden Preis missachtet dieses Recht und damit die Würde des Menschen. Palliativmedizin und Palliative Care haben Gott sei Dank zu einem Umdenken geführt“, so der Bundespfarrer der Johanniter. Anna Krendl, Leitung Palliativkonsiliardienst und Evelyn Heymans, Leitung Palliativteam veranschaulichten in ihrem Vortrag die Entwicklung im Laufe des 5-jährigen Bestehens von der Projektarbeit bis zum Regelbetrieb.
Als 2010 das Palliativteam der Johanniter in Waidhofen seinen Dienst begann, konnten im ersten Halbjahr 26 Menschen und ihre Angehörigen betreut werden. In den folgenden Jahren stieg die Zahl stetig an, allein im vergangenen Jahr wurden fast 200 Familien begleitet. Ein Zeichen von verstärkter Nachfrage und Wertschätzung des Palliativteams, das interprofessionell aufgestellt ist und derzeit aus 12 Mitarbeiterinnen besteht.
„Palliative Care ist ein Versorgungskonzept, das verbunden ist mit einer Kultur des Helfens. Doch noch immer ist die palliativmedizinische Versorgung in Österreich unzureichend. Alle Menschen, die eine Palliativversorgung benötigen, sollen diese auch erhalten. Daher sollte ein Rechtsanspruch auf Palliativversorgung verankert und die Finanzierung durch die öffentliche Hand gewährleistet werden,“ betonte einmal mehr Pflegedienstleitung DGKS Anneliese Gottwald.
Die Festveranstaltung wurde musikalisch von dem Jugendensemble der Musikschule Waidhofen an der Ybbs begleitet sowie durch ein Figurentheater – Darbietung von Sabine Falk – bereichert.
Die Arbeit des Palliativteams
Das Palliativteam arbeitet eng mit dem Landesklinikum Waidhofen an der Ybbs zusammen, es ist sowohl als Palliativkonsiliardienst im stationären Bereich sowie als mobiles Palliativteam in der vertrauten Umgebung der Klienten und Klientinnen tätig. Das mobile Palliativteam ist bemüht, ein Umfeld zu schaffen, in dem die Bewältigung krankheitsbedingter Krisen und schwieriger Situationen ermöglicht wird. Auch in der Zeit von Chemo- und Strahlentherapie unterstützt das Team die Betroffenen und ihre Angehörigen. Die Entlastung der Angehörigen in der Organisation des Alltags ist ein wichtiges Ziel, das durch die enge Zusammenarbeit von Palliativmedizin, Palliativpflege und Sozialarbeit ermöglicht wird. Das Angebot des mobilen Palliativteams der Johanniter ist für die Betroffenen kostenlos. Die Kosten werden durch Förderungen des Niederösterreichischen Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) sowie durch private Spenden gedeckt.


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