Leserbrief von Martin Reifecker - "Hasspostings"
WAIDHOFEN/YBBS. SPÖ Vizebürgermeister Martin Refeicher empört sich in einem Lerbrief über Hasspostings zur Flüchtlingsthematik:

Wir brauchen den Aufstand der Anständigen!
Mit diesen Worten rief einst Deutschlands (Alt)Kanzler Gerhard Schröder die Menschen zum Widerstand gegen Fremden- und Glaubenshass auf. Die Flüchtlingstragödie rund um die Grenzen Europas und in den Auffang- und Flüchtlingslagern in Europa, die Dramatik der Bilder jener Menschen, die körperlich und geistig völlig erschöpft in das „heilige (weil friedliche) Land“ Europa flüchten, erfordert unsere Aufmerksamkeit, unser Mitgefühl und unsere Hilfe. Dem gegenüber stehen Menschen, welche in sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Ähnlichem offen und ohne Genierer über „Flüchtlinge vergasen und abfackeln“ schreiben, oder sich wünschen,“irgendjemand solle doch die Boote aufschlitzen, damit die dre**s Asylanten doch ersaufen mögen“. Es braucht den „Aufstand der Anständigen“ jetzt! Dieser Wahnsinn ist im Keim zu ersticken. Denn der Virus der Xenophobie greift schon um sich, am Wirtshaustisch, Zuhause und auf der Strasse. Man kann sich nicht mehr angeekelt von solchen Aussagen wegdrehen und so tun als ob man es nicht gehört hätte. Es ist Zeit, dagegen zu halten. Jene Menschen sind Kriegsflüchtlinge, welche ihre eigenen Häuser und den Schulplatz ihrer Kinder aufgegeben, ihre Arbeit und Freunde zurückgelassen haben - da sie von glaubensfanatischen Wahnsinnigen verschleppt und wahllos ermordet werden könnten. Jenen die zu uns zu kommen, um im Frieden ihre Kinder aufwachsen zu sehen, muss geholfen werden. Unsere sogenannten „Patrioten“, welche diesen zutiefst verwirrten und erschöpften Menschen den Tod wünschen, sei ins Stammbuch geschrieben: „Es ist keine Leistung Österreicher zu sein, es ist viel mehr (Geburts-)Glück.“ Und Sie, die Sie diese Zeilen lesen und ähnlich aufgewühlt sind wie ich, bitte ich: „Wo Sie diesen Irrsinn der offenen Anfeindung erleben, halten Sie dagegen, im Sinne der Menschlichkeit. „Wir sollten am Glück des andern teilhaben und nicht einander verabscheuen. Hass und Verachtung bringen uns niemals näher. Auf dieser Welt ist Platz genug für jeden, und Mutter Erde ist reich genug, um jeden von uns satt zu machen“. (Zitat aus dem Film: Der große Diktator aus dem Jahre 1939, Danke Mr. Chaplin)
Martin Reifecker, Vzbgm Waidhofen Ybbs


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