Strategie "Arbeiten und Wohnen"
WAIDHOFEN/YBBS. In Waidhofen wurde die Haltung der Stadt zu Zukunftsthemen niedergeschrieben. Das Strategiepapier „Arbeiten und Wohnen“ bildet die wesentliche Grundlage für das weitere Arbeiten, beispielsweise für das Bene-Areal, die Achse Citybahn oder die Weiterentwicklung der Zell. Auch Wirtschaftstreibende der Region haben aktiv mitgearbeitet.

Am 3. Oktober wurde in der ehemaligen Bene-Fabrik die Strategie „Wohnen und Arbeiten“ vorgestellt. Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung ist die im Leitbild für Stadterneuerung formulierte Vision 2030. Sie zielt auf Wachstum ab. Mit dem Tourismuskursbuch wurde eine Strategie für das Wachstum im Bereich Gäste, Handel, Tourismus geschaffen. Die vorgestellte Strategie „Arbeiten und Wohnen“ macht den Masterplan für die Zukunft Waidhofens komplett. „Wachsen bedeutet verändern. Das Bild, das Waidhofen nun von der Zukunft zeichnet, soll daher das Vertrauen der Bevölkerung in die Entwicklung ihres Lebensraumes stärken, die Menschen über Waidhofen hinaus ansprechen und eine Option für deren zukünftiges Wohnen und Arbeiten darstellen“, sagte Josef Lueger. Menschen aus der Verwaltung, Politik, Bevölkerung und Wirtschaft haben zusammengearbeitet, um sieben Zukunftsbilder auszuformulieren. Daraus wurden konkrete Handlungsansätze abgeleitet. Bei der Pressekonferenz stellte externer Berater Josef Lueger die Strategie und die Zukunftsbilder vor, Bürgermeister Werner Krammer (WVP) sprach über die in Angriff genommenen Projekte. „Es tut gut, dass wir über vieles nachdenken, aber es mich freut vor allem, dass wir die Dinge auch auf den Weg bringen. Ich denke, wir haben erkannt, dass dies nur gemeinsam passieren kann, über viele Grenzen hinweg“, ist Krammer überzeugt. „Mit dieser Strategie wurde die Haltung der Stadt zu Zukunftsthemen niedergeschrieben – eine wesentliche Grundlage für weitere Arbeiten. Wir denken über die Leigslaturperioden des Gemeinderates hinaus!“ Wichtig war der Blick von innen und außen. So saßen auch Wirtschaftstreibende aus der Region mit am Tisch.
“Eine verantwortungsbewusste Stadt muss ihren Kurs selbst bestimmen, das ist für mich die Motivation hier mit zumachen um die Energien und Akteure auf ein gemeinsames Ziel zu konzentrieren. Ich finde es großartig dass sich die Stadt dieses vielfältige Bild erarbeitet hat“, sagte Firmenchef Thomas Welser. Auch der neue Hausherr der Bene-Fabrik, Alpenland-Chef Norbert Steiner, freut sich, beim Prozess teilgenommen zu haben. „Es ist erstaunlich wie umfassend sich die Stadt, die ohnehin so viele Schätze zu bieten hat, mit ihrer Entwicklung auseinandersetzt. Wir werden vielfältige Lösungen im Bereich Wohnen anbieten und gemeinsam über verschiedene öffentlich nutzbare Einrichtungen andenken.“
Die sieben Zukunftsbilder
1. Buntes Wohnen und Leben
Handlungsansätze z.B. Freiraum und Freiraumqualität in der Flächenwidmung sichern , stilvoll verdichtetes Wohnen forcieren, smarte und leistbare Wohnungen anbieten, alternative Wohnformen mit mehreren Generationen, Erweiterung des Angebotes für Betreutes Wohnen und Lebenshilfe-Wohnräume
2. Wirtschaft und Wissen
Handlungsansätze z.B. Ganztagesbetreuung erweitern, FH initiieren, klares Bekenntnis der Politik zur Produktion, auf Branchenmix achten, Verbesserung der Breitband-Infrastruktur
3. Urbanität und Leben
Handlungsansätze z.B.: Ausbau des öffentlichen Verkehrs, Stärkung der Innenstadt als Herzstück Waidhofens, Schaffung von Raum für Jugendkultur, Beziehungspflege zu „Ausheimischen“ durch Netzwerke
4. Natur für alle Sinne
Handlungsansätze z.B. Ybbs(bade)plätze erschließen, kleinregionale Kreisläufe mit bäuerlichen Produkten ermöglichen und fördern, stärkere Bewerbung
5. Die Stadt hat, was uns verbindet
Handlungsansätze z.B. Innenstadtprojekt Beneder, Gestaltungsbeirat, Umwandlung Bürgermeistergarten in den Bürgergarten, Initiierung der Veranstaltung „Eine Stadt sagt Danke“
6. Waidhofen ist Welt
Handlungsansätze z.B: Willkommenskultur, Veranstaltungswoche Building Bridges, Integrationsleitbild
7. Zukunft gestalten
Handlungsansätze z.B. Interkommunaler Wirtschaftspark Ybbstal, Branding und Marken-Beirat, kooperative Projekte mit dem Verein Stadtmarketing, Hundezone
Kritik von SPÖ und Liste FUFU
„Als alle Wünsche umfassendes Projekt kann man dieses Papier akzeptieren. Was die Waidhofner Bevölkerung davon einmal haben wird, erschließt sich uns noch nicht“, so SPÖ-Vizebürgermeister Martin Reifecker. „Das 18 Seiten starke Konvolut geht auf vieles ein, ist bei vielen Aussagen sehr allge-mein und definiert leider keine klar umsetzbare Vorhaben für die nächsten Jahre“, sagte Fraktionsobmann der SPÖ, Stadtrat Alfred Beyer. Auch Martin Dowalil von der Liste FUFU kann dem Konzept nichts abgewinnen. „Das ist eine Ballung an Inhaltsleere – nichts als Phrasen und Floskeln“, so Dowalil in der vergangenen Gemeinderatssitzung. Stadtrat Franz Sommer (WVP) entgegnete: „Das ist ein Arbeitspapier, welches weiterentwickelt werden muss. Die sieben Punkte sind Eckpfeiler, sie müssen natürlich mit Leben gefüllt werden.“


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