Pilotregion Ybbstal auf dem Weg in die Breitband-Zukunft
YBBSTAL. Das Jahr 2017 könnte für die Breitband-Pilotregion Ybbstal das Jahr der zukunftssicheren Glasfaser bis zum Haushalt werden. Eine große Anzahl Gemeindebürger haben noch im Dezember 2016 Infrastrukturbestellungen unterschrieben, um schnelles Glasfaser-Breitband zu erhalten. Nach ersten Auswertungen könnten einige Gemeinden bereits die Vorgabe erreicht haben, dass sich 40 Prozent der Haushalte und Betriebe für offenes und öffentliches Glasfaser nach dem NÖ-Modell entscheiden.

Die Pilotregion Ybbstal ist eine von vier Breiband-Pilotregionen, in denen das Breitbandmodell des Landes Niederösterreich bis Ende 2018 umgesetzt wird. Sofern bei der Nachfragesammlung durch die Gemeinden in Zusammenarbeit mit der niederösterreichischen Glasfaserinfrastrukturgesellschaft (nöGIG) eine Zustimmung von mindestens 40 Prozent erreicht wurde, baut die nöGIG flächendeckend Glasfasernetze bis zum Haushalt aus. Der Ausbau erfolgt dabei zukunftssicher und der Betrieb als offenes und öffentliches Netz stellt sicher, dass die Haushalte und Betriebe aus einer Vielzahl von Services und Angeboten wählen können. Die Pilotregion Ybbstal ist hier sogar Vorreiter, da erstmals auch Produkte mit bis zu einem GBit/s (dies entspricht 1.000 Mbit/s) angeboten werden.
Im Herbst 2016 wurde damit begonnen, die Gemeindebürger sowie die Unternehmen der Region in Informationsveranstaltungen und Sprechtagen über das Angebot des Glasfaser-Ausbaus zu informieren. Die Reaktionen aus der Pilotregion waren äußerst positiv und bis Ende Dezember konnte bereits eine große Anzahl an Infrastrukturbestellungen gesammelt werden. Diese werden derzeit von Seiten der nöGIG ausgewertet, wobei sich bereits abzeichnet, dass die Gemeinden der Region die 40-Prozent-Grenze erreicht bzw. überschritten haben. Die endgültige Auswertung wird bis spätestens 20. Jänner vorliegen.
„Ich freue mich, dass die Pilotregion Ybbstal unser Projekt zur Breitband-Versorgung derart positiv umsetzt“, hält Wirtschafts- und Technologielandesrätin Petra Bohuslav (ÖVP) fest. „Wenn hier tatsächlich einige Gemeinden innerhalb weniger Wochen die 40 Prozent Infrastrukturbestellungen erreicht haben, ist dies eine großartige Leistung der Pilotregion. Gleichzeitig unterstreicht es die Notwendigkeit des Glasfaser-Breitbandausbaus in den Regionen. Dank der Breitbandinitiative des Landes Niederösterreich können wir das Ybbstal fit für die Herausforderungen der Zukunft wie Wirtschaft 4.0 machen.“
nöGIG Geschäftsführer Hartwig Tauber erklärt den niederösterreichischen Weg des Glasfaserausbaus: „Die nöGIG wird überall dort aktiv, wo der Markt nicht funktioniert und ein flächendeckender Ausbau einer Gemeinde für private Netzbetreiber nicht rentabel ist. Wir sind damit keine Konkurrenz zu privaten Anbietern.“
ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki ergänzt: „Ein vorhandener Breitbandanschluss wird immer mehr zu einem entscheidenden Standortkriterium. Eine Gemeinde muss heute sowohl für ihre Bevölkerung als auch für die ansässige Wirtschaft zukunftssicher Internetverbindungen sicherstellen.“
Waidhofen/Ybbs: 908 Anträge für nöGIG eingelangt
Viele Waidhofner im nöGIG-Gebiet haben sich für einen Glasfaser-Anschluss entschieden. Damit ist Glasfaser flächendeckend in den Ortsteilen, sowie am Rabenberg möglich. Die Prüfung aller Anträge seitens der niederösterreichischen Glasfaserinfrastrukturgesellschaft (nöGIG) steht noch aus, bevor endgültig grünes Licht gegeben werden kann. Bei 908 für die nöGIG eingegangenen Glasfaserbestellungen ist eine Realisierung des Projekts allerdings zum Greifen nah – rund 750 Anträge waren die Vorgabe für Waidhofen, die großzügig übertroffen wurde. Bürgermeister Werner Krammer (WVP) kann in Absprache mit der nöGIG auch noch gute Nachrichten für Spätentschlossene bekannt geben: „Alle, die im Jänner noch mitmachen wollen, können die Aktionspreise noch nutzen und einen Glasfaser-Antrag abgeben. Wer nach diesem Zeitraum einen Anschluss will, zahlt 600 Euro und außerdem anteilig die Baukosten, damit Glasfaser auch tatsächlich nachträglich eingeblasen wird.“ Je nach Gebiet können die Kosten dann in den Tausenderbereich laufen.
„Jetzt müssen auch wir im Stadtgebiet alle Kräfte mobilisieren, um mit Glasfaser zukunftsfit zu werden“, betont Bürgermeister Krammer. Noch bis zum 31. Jänner haben die Bewohner im städtischen ergo Kabelplus-Gebiet die Möglichkeit sich für einen Glasfaseranschluss anzumelden.


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