Abschiebedramen für zwei Familien
WALDING/PFARRKIRCHEN. Aktuell schlagen zwei Abschiebungen von lange in Oberösterreich lebenden und bestens integrierten Familien hohe Wellen.

In Walding ist eine seit 2011 in Österreich lebende aus Armenien stammende Familie. Der Vater war im Juni an Krebs verstorben und wurde in Walding beigesetzt. Die Mutter Mane und die zwei Kinder - der 7-jährige Maxim und seine 9-jährige Schwester Narine - sollen nun abgeschoben werden. Am Montag wurden sie gegen 14 Uhr von der Polizei abgeholt worden. Diese hätte schon am Mittwoch stattfinden sollen, ist jedoch aufgeschoben worden.
Schock in Walding
In der Gemeinde Walding ist man schockiert über diesen Härtefall. Speziell auch da die Familie bestens integriert war: Beide Kinder gingen in die Volksschule und sowohl die Mutter als auch die Kinder waren in Vereinen tätig. Nun läuft ein Verfahren auf humanitäres Bleiberecht. „Wir leben in einem Rechtsstaat und ich akzeptiere das“, erklärt Integrationslandesrat Rudi Anschober, „in extremen Situationen thematisiere ich das jedoch und ich glaube, dass man hier humanitäres Bleiberecht gewähren soll.“
Härtefall auch in Pfarrkirchen
Einen ähnlichen Härtefall gibt es zurzeit auch im Bezirk Rohrbach. Dabei geht es um eine jesidische Familie mit zwei Kindern, die seit 2012 in Österreich lebt. Hier ist der Vater schwer krank. Die Familie kam aus Syrien. Ein Sprachprüfer stellte jedoch fest, dass sie einen armenischen Dialekt sprechen. Dementsprechend wurde der Antrag auf Asyl abgelehnt und die Familie soll nach Armenien abgeschoben werden.
Sprachanalyse nicht immer zuverlässig
Hört sich schlüssig und einfach an - im Fall der Jesiden ist es das jedoch nicht immer. Jesiden sind schon seit Generationen eine oft verfolgte Minderheit. So wanderten viele wegen des Genozids in Armenien 1915 nach Syrien aus. Vor allem aufgrund mangelnder Bildung - der syrische Staat verwehr sowohl Kurden als auch Jesiden das Schulrecht - hat sich der Dialekt oft über Generationen hinweg erhalten. Ähnlich wie bei den Landlern die schon im 16. Jahrhundert von Österreich nach Rumänien kamen und noch immer Deutsch sprechen. Aufgrund dieser Sachlage hat Integrations-Landesrat Rudi Anschober auch in diesem Fall an das Innenministerium für einen Aufschub appelliert.



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