„Noch keinen einzigen Tag als Bürgermeister bereut“
Waldneukirchen. Karl Schneckenleitner spricht im Interview über die Gemeindeentwicklung, die Gastronomie im Ort und seinen Job als Bürgermeister.

Tips: Wie sind Sie mit der Entwicklung der Gemeinde zufrieden?
Karl Schneckenleitner: Waldneukirchen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark hin zur Wohngemeinde entwickelt. Dank der positiven Entwicklung und Entstehung von Gewerbe- und Produktionsbetrieben haben wir eine gute finanzielle Basis. Das Vereinsleben ist sehr vielseitig und bietet Heimat für viele unserer Jugendlichen. Zusammenfassend ist die gesamte Entwicklung der Gemeinde in den letzten Jahrzehnten als sehr positiv anzusehen.
Gibt es genügend Bauland-Reserven in Waldneukirchen?
Karl Schneckenleitner: Waldneukirchen ist in zweierlei Sicht eine wachsende Gemeinde. Wir haben in den letzten Jahren einen ganz guten Zuwachs an Gewerbe- und Produktionsbetrieben verzeichnen können. Dies war möglich, da wir großflächig geeignetes Bauland entlang der B122 erschließen konnten. Ein Teil davon ist noch verfügbar. Für den Einfamilienwohnhausbau wurde erst im vergangenen Jahr ein ca. 2,5 Hektar großes Grundstück im Ortsanschluss erschlossen. Erfreulich, dass bereits alle Grundstücke einen Besitzer haben und sich bereits rege Bautätigkeit zur Errichtung von Eigenheimen entwickelt hat. Betreffend der Grundreserven für Eigenheimbau sind wir zuversichtlich, weitere Grundstücke zu erschließen. Damit können wir den Weg eines kontinuierlichen, überschaubaren Wachstums fortsetzen.
Passt die Zahl der Arbeitsplätze zur Größe der Gemeinde?
Karl Schneckenleitner: In den letzten zehn Jahren haben wir einen richtigen Schub an Betriebsansiedlungen gehabt. Die Anzahl der Arbeitsplätze hat sich in dieser Zeit fast verdoppelt. Aus ökologischer und ökonomischer Sicht der richtige Weg, wenn eine Gemeinde eine große Anzahl an Arbeitsplätzen anbieten kann. Kurze Wege zur Arbeit – damit wird das tägliche Auspendeln nach Steyr und in den Zentralraum Linz-Wels reduziert. Ein gutes Arbeitsplatzangebot steigert auch die Attraktivität einer Gemeinde.
Wachstum bedeutet auch einen höheren Aufwand punkto Kinderbetreuung. Wie ist Waldneukirchen hier aufgestellt?
Karl Schneckenleitner: Eine bedarfsorientierte Kinderbetreuung ist für einen Ort mit Wachstum Grundvoraussetzung. Es ist mir persönlich ein Anliegen, dass wir für unsere jungen Familien eine passende Kinderbetreuung anbieten können. Dafür haben wir bereits in den vergangenen Jahren vorgesorgt. Der Kindergarten wurde großzügig und modern ausgebaut und bietet mit vier Gruppen und einer Krabbelgruppe aktuell ausreichend Plätze. Dieses Jahr hatten wir außerdem erstmals in den Sommermonaten durchgehend ein Angebot zur Tagesbetreuung von Kindern bis zwölf Jahren.
Punkto Gastronomie im Ortszentrum gibt es Aufholbedarf…
Karl Schneckenleitner: Seit mehr als einem Jahr hat das letzte im Ort befindliche Gasthaus seine Pforten geschlossen. Leider hat sich auch die Gasthauskultur stark verändert und somit ist es immer schwieriger, mit einem Dorfwirtshaus ein gesichertes Einkommen zu erwirtschaften. Es gibt weiterhin Bemühungen, wieder einen Pächter zu finden, damit der Ort mit einem geöffneten Gasthaus belebt wird. Mit den weiteren Gasthäusern im Gemeindegebiet sind wir ganz gut aufgestellt und ich bin froh darüber, dass diese sehr gut frequentiert werden.
Was macht Ihnen an Ihrem Job als Bürgermeister besonders Spaß?
Karl Schneckenleitner: Ich bin nun seit etwas mehr als vier Jahren Bürgermeister und habe es noch an keinem einzigen Tag bereut, diese sehr interessante und doch auch herausfordernde Aufgabe angenommen zu haben. Es macht mir Freude, durch meinen Einsatz für die Gemeinde die Weiterentwicklung von Waldneukirchen positiv zu gestalten.


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