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WARTBERG AN DER KREMS/MICHELDORF. Der Bezirk Kirchdorf kann mit einer Vielzahl an Produzenten aufwarten, die ihre regionalen Bio-Produkte immer öfter direkt an die Kunden weitergeben. In Micheldorf eröffnete heuer der Dorfladen, vor kurzem ging auch der Bauernmarkt in Wartberg in Betrieb. 

Die Direktvermarkter aus der Region im neuen Bauernmarkt in Wartberg Foto: Braunsberger Hans
  1 / 3   Die Direktvermarkter aus der Region im neuen Bauernmarkt in Wartberg Foto: Braunsberger Hans

„Der Grundgedanke dabei ist, die Regionalität und Nachhaltigkeit zu fördern, auch saisonale Ware anzubieten und verschiedensten Kleinunternehmern und Landwirten die Möglichkeit für eine nahegelegene Verkaufsstelle zu bieten“, erzählt Micheldorfs Vizebürgermeister Werner Radinger, der sich für den Dorfladen engagiert und maßgeblich an der Umsetzung der Projektidee beteiligt war. Seit der Eröffnung im Jänner entwickelt sich der Dorfladen bezüglich Sortiment und Service stetig weiter. „Mittlerweile kann man getrost von einem Nahversorger sprechen, der für alle Mahlzeiten des Tages etwas zu bieten hat“, ist Shopleiter Alexander Wittchen begeistert.

Breite Angebotspalette

Das Sortiment umfasst neben Lebensmitteln auch Naturkosmetik, Handarbeit, Kunsthandwerk und saisonale Kräuter, Gemüsepflanzen sowie Blumen. „Bei den angebotenen Waren legen wir Wert auf Regionalität, nicht nur Bio-, auch konventionell erzeugte Produkte haben bei uns ihren Stellenwert. Lebensmittel, die noch nicht aus der Region kommen, sind wir bemüht, Stück für Stück zu ersetzen. Daher unterliegt der Dorfladen auch stetig einem gewissen Wandel, was natürlich sehr positiv ist für ein Geschäft in dieser Größenordnung“, so Alexander Wittchen.

Die anfängliche Skepsis der Kunden, aber insbesondere der Lieferanten hat sich rasch ins Positive gewandelt. „Man kann heute schon von einem Kern an treuer Stammkundschaft sprechen, ebenso kommen nach wie vor interessierte Neukunden, der Dorfladen ist im Gespräch“, freut sich der Shopleiter. Das begrenzte Platzangebot trägt dazu bei, dass nur ausgesuchte Produkte in sehr guter Qualität Platz im Sortiment finden. Auf Vorbestellung besteht auch wöchentlich die Möglichkeit, Frischfleisch im Dorfladen Micheldorf zu erstehen.

Beispiel macht Schule

Auch in Wartberg gibt es seit Anfang April einen Bauernmarkt, in dem regionale Direktvermarkter ihre hochwertigen Produkte verkaufen können. Die Idee dazu hatte Bürgermeister und Bezirksbauernkammer-Obmann Franz Karlhuber. „Grundsätzlich wollte ich mit der Initiative den oberen Ort beleben, so gab es im vergangenen Jahr ein paar Treffen zur Planung. Ich bin sehr froh, dass sich mit Obmann Norbert Platzer und Roland Baldinger eine Kerngruppe gefunden hat, die das Projekt vorangetrieben hat“, so Karlhuber.

Überwältigende Eröffnung

Nach etwas schleppendem Beginn – ein angedachtes Leader-Projekt konnte nicht realisiert werden – haben sich jetzt elf Direktvermarkter aus dem Bezirk gefunden, die den Bauernladen wöchentlich beliefern. „Wir haben uns für die Öffnungszeiten zwischen 16 und 20 Uhr am Donnerstag entschieden, weil da vielleicht auch berufstätige Personen eher Zeit finden, bei uns vorbeizukommen“, erzählt Norbert Platzer, der zum Obmann der Gruppe gewählt wurde. „Das habe ich selber zwar nicht angestrebt, habe dann die Aufgabe aber gerne übernommen“, erzählt der Produzent von Freilandeiern, Kartoffeln, Nudeln, Mehl und Säften.

Er beliefert auch die Bauernmärkte in Schlierbach und Kirchdorf, kann also viel Erfahrung einbringen. Im Rahmen der Mostkost in Wartberg wurde der Bauernmarkt eröffnet und erstmals der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. „Das Angebot wird überraschend gut angenommen. Man sieht, dass die Bevölkerung bereit ist, dort einzukaufen“, freut sich auch der Initiator Franz Karlhuber über das positive Feedback.

Ganzjährig geöffnet

Obwohl das Geschäftslokal in Wartberg vorerst mit bescheidenen Mitteln eingerichtet wurde, um die Kosten minimal zu halten, sieht Norbert Platzer am Standort einen großen Vorteil. „Hier in Wartberg sind wir indoor, es wird in der kalten Zeit auch geheizt. Daher ist es wie ein Geschäft und wir können auch im Winter unsere Waren anbieten“, ist der Obmann erfreut.

Die Idee des Bürgermeisters scheint jedenfalls sehr gut funktioniert zu haben. „Ziel war es, die Bindung zwischen Konsumenten und Bauern zu stärken. Die Leute sollen auch sehen können, woher die Produkte kommen und sich vielleicht auf traditionelle Werte besinnen. Außerdem kann sich eine Gruppe mutiger Bauern ein zusätzliches Einkommen lukrieren“, ist Franz Karlhuber erfreut.


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