Festival für Tüftler und Querdenker: Schülerin greift in Kurzfilm Tabuthema auf
STADL-PAURA/WELS. Von 9. bis 13. September findet die Ars Electronica 2020 statt. In „Kepler's Gardens“ am JKU Campus in Linz wird auch dieses Jahr wieder das „Festival im Festival“ stattfinden: „Create your world“. Mit dabei sein wird Sadet Muadini aus Stadl-Paura mit ihrem außergewöhnlichen Filmprojekt „Fade – Fate“.

Nicht trotz, sondern vor allem wegen Corona wird das Festival stattfinden – in Linz, an weiteren 120 Orten weltweit und parallel dazu im Netz.
„Create your world“: Festival für die ganze Familie
Am weitläufigen JKU-Campus in Linz lädt als Teil der Ars Electronica das Zukunftsfestival „Create your world“ die ganze Familie zum Experimentieren und Ausprobieren ein. Dort können neue Technologien, ungewöhnliche Lebensmodelle oder Konzepte und Ideen werden.
Teil dieses Tummelplatzes der Welt von morgen ist Sadet Muadini aus Stadl-Paura. Die Schülerin der HBLA für künstlerische Gestaltung Linz wurde für ihren animierten Kurzfilm „Fade – Fate“ beim Prix Ars Electronica in der Kategorie „u19 – Create your world““mit einem Young Professionals Anerkennungspreis ausgezeichnet.
Die Vergänglichkeit und die Unendlichkeit
Der Film handelt von der Freundschaft zweier Kriegskameraden, die gleich zu Beginn des Films ein Ende nimmt. Im Krieg findet einer der beiden den Tod. Noch im Moment des Schocks fängt der Freund des sterbenden Soldaten an Rückblenden ihrer gemeinsamen Vergangenheit zu erleben. Sadet Muadini schuf dieses Projekt im Rahmen ihrer Diplomarbeit, in der sie sich mit dem Thema Verwesung und deren Darstellung in der bildenden Kunst beschäftigte. Mit ihrem Animationsfilm will sie auf künstlerische Weise eine bestimmte und weniger grausame Sicht des Tabuthemas bieten. „In meinem Kurzfilm steht der Prozess der Verwesung für den Verlust geliebter Personen und für Vergänglichkeit. Aber auch die Unendlichkeit eines Lebewesens in den Erinnerungen der anderen wird thematisiert“, erzählt sie. Die Inspiration für die dargestellten Kriegsszenen bezog sie aus den Geschichten ihrer im Heimatort verbliebenen Familie. Betreut wurde Sadet Muadini von Lehrer Helmut Kolar, technische Unterstützung: Johanna Weiss. Der Stop-Motion-Film ist auf Youtube nachzusehen.
Vermessung der „neuen“ Welt
Das diesjährige Ars Electronica Festival will die wichtigen Fragen stellen, die durch die globale Corona-Krise aufgeworfen werden, und es wird beraten, was getan werden kann und getan werden muss. Die Ars Electronica 2020 ist somit eine Reise zur Vermessung der „neuen“ Welt. Vorträge, Konzerte und vieles mehr stehen am Programm.
Alle Infos, Programm und Tickets zum diesjährigen Festival gibt's auf ars.electronica.art


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