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WELS. Seit Jänner 2023 gibt es den Verein der „Freund*innen des Alten Schlachthofs Wels“. Das Team um Obfrau Ulli Wurpes „hat sich zum Ziel gesetzt, die Werte, Ziele und Aktivitäten des Alten Schlachthof zu fördern, um den Kulturbetrieb am angestammten Standort im Stadtzentrum nachhaltig abzusichern.“ Deshalb ist es ihnen wichtig, der Öffentlichkeit aber auch den Verantwortlichen bei der Stadt Wels klar zu machen, welch großartiges Kulturgut man mit dem Alten Schlachthof in Wels hat.

Schlachthof Mastermind Wolfgang Wasserbauer (l.) kann auf die Unterstützung der "Freund*innen des Alten Schlachthofs Wels" zählen. Im Bild der Vorstand Sophie Schick, Ulli Wurpes und Andreas Zehetner. Es fehlt Vorstandsmitglied Andreas See. (Foto: Tips)

„Es braucht einen Unterstützungsverein, um nach außen zu transportieren, dass viel passiert, dass viel hinter dieser Kulturorganisation steckt“, ist Wurpes, selbst Sängerin der Blues-Band Forest Lane voller Tatendrang. Aber die Redensart, dass der Prophet im eigenen Land nichts gilt, trifft in gewissem Maße auch auf den Alten Schlachthof zu. Dabei kennt den Alten Schlachthof in Künstlerkreisen jeder, österreichweit und auch weit über die Grenzen hinaus, betont Wurpes und Vorstandsmitglied Hotelbesitzerin Sophie Hauser bestätigt, dass auch Konzertbesucher von weit anreisen: „Beim Unlimited Festival haben wir Gäste, die extra aus New York kommen. Wir merken aber auch bei anderen größeren Konzerten wie dem Metall Festival mit über 700 Besuchern, dass Nächtigungen generiert werden“, verweist Hauser auf den Mehrwert der Veranstaltungen im Schlachthof.

2023 bereits 18.000 Besucher

Tatsächlich haben allein heuer bereits 130 Veranstaltungen mit 18.000 Besuchern stattgefunden. „Das glaubt man ja gar nicht“, ist Wurpes bewusst und findet es deshalb umso wichtiger aufzuzeigen, welch „irrsinnig wichtigen Kulturplatz wir mit dem Schlachthof in Wels haben und der bringt Wels auch viel“. Umgekehrt wünscht man sich aber auch mehr Unterstützung seitens der Stadt ebenso wie seitens der Öffentlichkeit. „Der Verein hat schon geholfen, das Gelände zu verschönern und das Feedback ist gut. Aber des Schlachthof-Areal hätte viel mehr Potenzial und dafür braucht man natürlich finanzielle Mittel. Wir hoffen, deshalb, das auch die Stadt gut findet, was im Schlachthof passiert“.

Klares Bekenntnis der Stadt gewünscht

Vorstands-Kollege Andreas Zehetner bringt es auf den Punkt: „Es bräuchte ein klares Statement der Stadt zum Alten Schlachthof: der Schlachthof ist super, der Schlachthof ist wichtig“. Wie wichtig und super der Kulturschauplatz ist, will man demnächst auf Social Media mit Kurzvideos vor Augen führen. Künstler, Promis aber auch Besucher sagen darin, weshalb ihnen der Schlachthof am Herzen liegt und weshalb er erhalten und vor allem auch gefördert werden sollte.

Zauberwort Vielfalt

Für die „Freund*innen des Alten Schlachthofs Wels“ liegt die Qualität des Schlachthofs natürlich auf der Hand. „Das Zauberwort ist Vielfalt“, weiß Schlachthof-Geschäftsführer Wolfgang Wasserbauer, dass es die Mischung lokal verankerter Institutionen als auch internationaler Beiträge macht. Er wünscht sich, dass diese Diversität aufrecht erhalten bleibt - auch nach seinem Pensionsantritt im April 2024. Von der Kinder- und Familienschiene „Bunte Brise“ über Punk-Rock und Metall bis hin zu Blues, Jazz, Kabarett und Literatur findet alles Platz in der Dragonerstraße 22: Junge Künstler die hier ihre ersten Auftritte wagen ebenso wie echte Kapazunder (zum Beispiel Patti Smith), Weltstars ihrer Zunft die hier in Wels ihr einziges Österreich-Konzert spielen (zum Beispiel Gitarrist Julian Lage am 16. Juli 2023, 20 Uhr) oder lokale Künstler die im Rahmen der Huadpartie ihre Gage mit besagtem umgehenden Hut einsammeln.  

„Hier können Junge spielen und der Verein hilft bei der Finanzierung. Wo anders müssen die Künstler selbst bezahlen, um spielen zu können. Oder die Huadpartie: So etwas gibt es nirgends! Das ist ein Kulturgut und das gehört gehegt und gepflegt, ist Zehetner begeistert vom Angebot im Alten Schlachthof. Und genau das wünschen sich die „Freund*innen des Schlachthofs“ auch von Wels: „Als Stadt sollte man extrem stolz sein, dass man so etwas hat“, so Hauser.

Erstes Schlachthof Jazz&Soul&Blues Open Air

Um einmal mehr den Beweis anzutreten, dass man sich als Veranstaltungsort ein bisschen (mehr) Stolz und Anerkennung verdient hat, haut man vor der Sommer-Ruhe am Samstag, 29. Juli noch einmal ordentlich auf den Putz. Um 15.30 Uhr startet das erste Schlachthof Jazz&Soul&Blues Open Air mit Christian Maurer & Upper Austrian Power Play Quintet feat. Andi See, The Cold Shot Blues Band, Forest Lane, Martin Pyrker, Harry Ahamer & Markus Marageter, Meena Cryle & Chris Fillmore Band und Shorty´s Blues Kitchen Deluxe.

Der Vorverkauf findet über kupfticket.com und bei Moden Neugebauer statt. Bei Schlechtwetter wird im Schlachthof gefeiert.

Freund oder Freundin werden

Wer selbst ganz offiziell ein Freund des Alten Schlachthofs werden möchte, kann auf www.schlachthofwels.at/freundinnen Vereinsmitglied werden. Eine normale Mitgliedschaft kostet 50 Euro pro Jahr und beinhaltet die Einladung zu einem ausgewählten Musikevent. - Wie zum Beispiel dem Open Air am 29. Juli. Eine Premium-Mitgliedschaft um 150 Euro beinhaltet außerdem eine namentliche Veröffentlichung auf der Vereins-Website und ist auch für Firmen interessant.


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