Freitag 31. Mai 2024
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WELS. Zum 32. Mal geht heuer das Internationale Figurentheaterfestival Wels über die Bühne. Von Donnerstag, 13. bis Donnerstag, 20. Juni kommen Puppenspieler aus aller Herren Länder, arrivierte aber auch ganz frisch gebackene und vielversprechende nach Wels und zeigen in 44 Vorstellungen die unglaubliche Bandbreite des Figurentheaters. Vom Spiel mit Sand bis hin zu riesigen Schaumgummi-Objekten mit denen die Künstler nahezu verschmelzen. Der Kartenvorverkauf beginnt am Montag, 15. April.

Das Figurentheaterfestival bringt wieder hochkarätige Künstler und Stück nach Wels, so wie "Looking for Brunhilde" von Pierre Schäfer und Veronika Thieme. (Foto: Hörbe)
photo_library Das Figurentheaterfestival bringt wieder hochkarätige Künstler und Stück nach Wels, so wie "Looking for Brunhilde" von Pierre Schäfer und Veronika Thieme. (Foto: Hörbe)

In den acht Festivaltagen erwarten das Publikum 44 Vorstellungen von 28 Einzelkünstlern und Gruppen aus zehn Nationen. Erstmals sind Litauen, Griechenland und die USA vertreten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt 2024 auf der Sichtbarkeit des Festivals im Stadtgebiet: An drei Nachmittagen wird es bei freiem Eintritt Open Air-Vorstellungen in der Fußgängerzone geben. Die weiteren Spielstätten sind wie gewohnt die Minoriten, der Alte Schlachthof, das Stadttheater, das Programmkino und erstmals auch der frühere Saal der Stadtgalerie im Medienkulturhaus.

Vier Mal Bruckner

2024 führt an Anton Bruckner in Oberösterreich kein Weg vorbei und deshalb gibt es auch beim Figurentheaterfestival einen Bruckner-Schwerpunkt. Gleich bei der Eröffnung am Donnerstag, 13. Juni, 19.30 Uhr im Stadttheater zeigen „Die exen“ und das Spring String Quartett „Der merkwürdige Herr Bruckner“. Diese Produktion des Kinderkulturzentrums Kuddelmuddel zum Brucknerjahr 2024 lüftet so manch kleines Geheimnis und wagt Antworten auf Fragen rund um Oberösterreichs wohl bekanntesten Komponisten.

Organisatorin Gerti Tröbinger und Sohn Maximilian spielen „Kasperl und die Orgelpfeifen“, das Theater Nuu interpretiert mit „Spuren“ Bruckners sphärische Klänge, monumentale Töne und atmosphärische Räume mit Farben auf Papier, für die allerkleinsten Besucher und beim Picknick mit Puppen am Zwinger kann man die „Schorgel“ (in Anlehnung an Bruckners Lieblingsinstrument die Orgel) begehen und bespielen.

Für große und kleine Besucher

Live-Musik gibt es nicht nur bei der Eröffnung sondern auch wenn Christoph Bochdanksy mit den Strottern auftritt und „Nachtgesänge“ erklingen. Mit „Looking for Brunhild“ von Pierre Schäfer und Veronika Thieme schließt das Festival am Donnerstag, 20. Juni um 19:30 Uhr im Stadttheater Greif die Pforten und auch den Kreis zu Anton Bruckner: Der Nibelungenstoff und die Figur Brunhildes waren im Werk Richard Wagners omnipräsent, und Wagner war das kompositorische Vorbild für Bruckner. Im Stück ist die Bühne ein mächtiges Schwert. „Auf des Messers Schneide“ ringen die Nibelungen um Wahrheit, Liebe, Leben, Verrat, Treue und Tod.

Für die jüngsten Besucher kommt heuer wirklich das letzte Mal der großartige Lille Kartofler und spielt „Die Prinzessin auf der Erbse“ und „Rumpelstilzchen“.  Das lettische Märchen „Zauberkind“ lässt die liebgewonnene Meisterin ihres Fachs Margrit Gysin aufleben, Eva Sotriffer erzählt für Kinder ab vier Jahren „Nicht nur Wölfe haben Hunger“ und die Gruppe Cie.Freaks und Fremde bringt als Geschwister Grimmig eine kleine wilde Märchen-Adaption von „Der Wolf und die 7 Geißlein“ in die Minoriten.

Ein Fest für die ganze Familie wird wieder das „Picknick mit Puppen“, am 15. Juni am Zwinger, wo das Publikum nicht nur künstlerisch sondern auch kulinarisch verwöhnt wird. Bei Schönwetter gibt es außerdem zwei Künstlerinnen, die in der Fußgängerzone aktiv werden. Ermelina Coccia erzählt die Geschichte „Sand-Art: Life“ und Eva Sotriffer präsentiert durch ein Guckloch ihren „Secret Garden“.

YA! - Vielversprechender Nachwuchs

Vergangenes Jahr fand im Anschluss an das Figurentheaterfestival zum ersten Mal das „Young Animation Festival - YA!“ statt. Heuer bekommt das junge Figurentheater den Freitag, 14. und Samstag, 15. Juni im Rahmen des Festivals. Da zeigen Gruppen aus Deutschland, Litauen, Tschechien, Griechenland und Österreich die Zukunft des Genres: Schaurige Märchen, Geschichten für ganz Kleine, schräge Eltern- und Datingerfahrungen und eine Dürrenmatt-Adaption gilt es zu erleben. Gipfeln wird das Ganze im 4. Welser Puppetry Slam am Samstag, 15. Juni um 21.30 Uhr in den Minoriten.

Drei Ausstellungen

Zu jeden Figurentheaterfestival in Wels gehören auch Ausstellungen. Bereits ab Montag, 3. Juni werden die Besucher im Foyer des Stadttheaters Greif von Feen und Elfen begrüßt: Die Puppen stammen vom Figurentheater Kirchdorf aus der Inszenierung „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare.

Am augenfälligsten sind aber sicher die großen Holzfiguren vor den Spielstätten. Diese stammen vom Projekt „Mein Standpunkt/unser Standpunkt“ bei dem Schüler des Franziskus Gymnasium Wels ihre Anliegen im öffentlichen Raum abhandeln und sie mit Mitteln der Kunst sichtbar machen konnten. Nach dem frühen Tod von Ideengeber und Entwerfer Meinrad Mayerhofer unterstützte nun Künstler-Kollege Thomas Waldenberger die Schüler bei der Umsetzung.

Die dritte Ausstellung hat ihren Ursprung im 30. Jubiläumsfestival 2022. Damals hatte Matthias Kuchta (Lille Kartofler Figurentheater) den Funken für ein mehrjähriges Projekt zur Holocaust-Erinnerungskultur gezündet. Inspiriert durch sein Erzählspiel „Helgas Reise nach Riga“ war damals die Ausstellung „Ich bin Ilse, vergesst mich nicht!“ in Zusammenarbeit mit einer Klasse der Berufsschule 1 Wels und Künstler Reinhard Jordan entstanden. Dieses künstlerisch-pädagogische Konzept haben nun Jordan und Karin Seyer in der Mittelschule St. Georgen an der Gusen ein weiteres Mal umgesetzt. Zu sehen ist die Ausstellung „Die Mühlviertler Hasenjagd“ in den Minoriten ab der Festivaleröffnung bis Donnerstag, 20. Juni.

Der Kartenkauf

Das gesamte Programm sowie nähere Infos sind unter www.figurentheater-wels.at ersichtlich. Erstmals gibt es dort heuer auch die Möglichkeit, ab Montag, 15. April für ausgewählte Stücke Karten online zu erwerben. Ab dem gleichen Datum sind Gruppenreservierungen ausschließlich unter Tel. +43 7242 235 7040 sowie Einzelreservierungen per E-Mail unter figurentheater-wels@gmx.at sowie unter Tel. +43 664 495 06 85 möglich.


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