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Thalheimer Regisseur setzt seiner 92-jährigen Seelenverwandten ein Denkmal

Mag. Ingrid Oberndorfer, 09.03.2026 18:00

THALHEIM. Rund um den Weltfrauentag findet in Österreich die Premierentour von „Ein Leben in Farbe“ statt. Der berührende Film über Liebe im hohen Alter ist am Samstag, 14. März, auch im Programmkino Wels zu sehen, und mit dabei ist der Thalheimer Regisseur Axel Stasny. Er wurde für den Film 2025 beim Crossing Europe Festival mit dem Local Artist Award ausgezeichnet. 

  1 / 4   Fünf Jahre lang hat Axel Stasny bei Eleanor Adams in New York gewohnt. Mit dem Film "Ein Leben in Farbe" hat er ihr ein Denkmal gesetzt. (Foto: Stasny)

Das Künstlerische liegt dem 40-Jährigen im Blut. Als Sohn der österreichischen Fotografenlegende Horst Stasny ist Axel Stasny schon die vierte Generation in der Familie, die Gesichter und Ereignisse fotografisch festhält, aber die erste, die mit bewegten Bildern ihren Lebensunterhalt verdient.

„Ich wollte eigentlich Programmierer werden“, erzählt Stasny. „Filmemachen war für mich immer etwas Spielerisches. Ich hab nicht realisiert, dass man das zum Beruf machen kann. Beim Fotografieren war das was anderes, weil das hab ich beim Papa gesehen.“

Mit Baywatch-Parodie Youki gewonnen

Sein Talent zeigt sich schon bald. Mit siebzehn gewinnt der Thalheimer mit der Baywatch-Parodie „Hot like Hell“ in Wels das Internationale Jugend Medienfestival Youki.

Die völlige Abkehr von der EDV kommt aber dann während des Zivildiensts im Bezirksalten- und Pflegeheim Thalheim. „Da hab ich angefangen, Porträts von älteren Menschen zu machen“, erzählt Stasny, der dann beginnt, als Foto- und Produktionsassistent zu arbeiten.

New Yorker Wohngemeinschaft

Nach dem Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien absolviert er 2009 die New York Film Academy und bleibt neun Jahre in der US-Metropole hängen. 2010 trifft er auf die spätere Protagonistin von „Ein Leben in Farbe“.

„Ich habe sie durch meinen Film ´Leaving the Nest` kennengelernt. Ich war gerade erst in New York angekommen und auf Wohnungssuche, als sie mich einlud, bei ihr zu wohnen. Noch am selben Tag zog ich bei ihr ein und über die Jahre entwickelte sich eine enge Freundschaft“, erzählt Stasny.

Junge Liebe

Als eines Tages in ihrem Lieblingsdiner ein junger Kellner auf Eleanor aufmerksam wurde, blühte die92-jährige lebenslustige, deutschstämmige Innenarchitektin und Immobilienikone spürbar auf - und Stasny wusste, dass er einen Film drehen würde. Geworden ist es eine humorvolle Hommage an ein buntes, verrücktes Leben, an das Alter sowie die Freiheit und die Eigenwilligkeit einer unkonventionellen Frau.

Porträts über Freunde

„Meine Filme sind alle Herzensprojekte, weil es Porträts über Freunde sind“, sagt der mittlerweile Wahl-Wiener über seine Arbeit. Mit „Ein Leben in Farbe“ will Stasny auch auf Altersdiskriminierung hinweisen und einen feministischen Blick auf die Erwartungen an Frauen werfen und wie man darüber stehen kann.

„Alte Menschen sind so unterrepräsentiert“

Stasnys nächste Projekte sind alle noch in einem frühen Stadium. „Aber es werden wieder Protagonisten im hohen Alter sein. Sie sind so unterrepräsentiert und ich finde das mega spannend“, so der Regisseur und Kameramann, der froh ist, kein Programmierer geworden zu sein: „Das ist so ein einsamer Beruf und mich interessieren Geschichten und Gesichter so sehr, die will ich einfach einfangen“.

„Ein Leben in Farbe“ ist am Samstag, 14. März, 20 Uhr im Programmkino Wels zu sehen. Axel Stasny ist für ein Filmgespräch anwesend.

Bereits um 14 Uhr gibt es extra eine Vorstellung für die Besucher des Generationentreffs, damit auch die älteren Menschen den Film sehen können.   


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