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Tips Zeitreise KW 4 „Alles hat mir Spaß gemacht und 23 Jahre sind jetzt einfach genug“

Gerald Nowak, 26.01.2016 13:00

MARCHTRENK. 23 Jahr lang hatte Fritz Kaspar das Amt des Bürgermeisters inne. Mit 1. Februar 2013 trat er zurück. Nachdem der umtriebige Polit-Pensionär, der nun viel Zeit auf Reisen verbringt, am 26. Jänner seinen 64. Geburtstag feierte, beginnt die Tips-Zeitreise mit dem Tips-Interview, das Redakteur Gerald Nowak anlässlich seines Abschiedes vor drei Jahren führte. Es ist dies auch ein Blick in die Seele eines langgedienten Lokalpolitikers, der viel Herz und Leben in sein Amt steckte.

Alt-Bürgermeister Fritz Kaspar. Der Marchtrenker nahm nach 23 Jahren als Stadtoberhaupt am 1. Februar 2013 seinen Abschied. Übrigens: Alles Gute zum 64. Geburtstag (26. Jänner).

Tips: Sie haben immer gesagt, 2013 werden Sie zurücktreten. Jetzt ist es so weit. Wie viel Wehmut schwingt mit, dass es jetzt ernst wird?

Kaspar: Das ist wirklich nicht gelogen. Absolut keine. Alles hat mir Spaß gemacht und 23 Jahre sind jetzt einfach genug. Jetzt gehört ein Wechsel her. Ein neues Team, neue Mitarbeiter und so weiter. Irgendwann ist einfach eine Grenze erreicht. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen sagen: „Warum hörst Du jetzt auf“, anstatt „Wann gehst denn endlich“.

Tips: Hat wirklich alles Spaß gemacht?

Kaspar: Grundsätzlich bin ich ein positiver Mensch. Natürlich hat es da und dort Sachen gegeben, mit deren Verlauf ich vielleicht nicht so glücklich war. Aber das gehört im Leben dazu. Es geht auch um den Kompromiss. Aber in den 23 Jahren ist in Marchtrenk viel weitergegangen.

Tips: Der Höhepunkt?

Kaspar: Ganz klar die Stadterhebung. Marchtrenk ist eine liebenswerte Stadt. Wir sind an Einwohnern gemessen die zehntgrößte Gemeinde in Oberösterreich. Wir sind auch deswegen so gewachsen, weil sich viele hier wohl fühlen, in der Region arbeiten. Ich kenne Marchtrenker, die sich vor Jahrzehnten hier angesiedelt haben und wo jetzt auch die Kinder hier bauen und wohnen. Das ist ein Beweis, dass die Stadt funktioniert. Wir haben Schulen, Kindergärten, Hort, Sportvereine, Kultur und so weiter.

Tips: Und eine Diskussion rund um das Veranstaltungszentrum?

Kaspar: Das liegt jetzt in der Hand meines Nachfolgers, wer immer das sein wird. Ich habe eine Meinung, die werde ich auch intern weitergeben, wenn man mich fragt. Aber ein Einmischer werde ich nicht werden. Eher ein Pensionist, der gerne seinen Hobbys nachgeht. Reisen, Sporteln und mit den Enkeln spielen. Fad wird mir nicht.

Tips: Wie hat sich das Amt des Bürgermeisters verändert?

Kaspar: Die Verantwortung ist ganz klar größer geworden. Viele Aufgaben sind vom Bund zum Land gewechselt und dann zu den Gemeinden. Der Druck auf die Bürgermeister wächst und der Spielraum wird immer kleiner. Themen wie Arbeitsplätze und Wohnraum werden immer wichtiger. Dahinter hängen dann Themen wie Ausbildung, Kinderbetreuung und so weiter.

Tips: Was wäre noch ein Ziel gewesen?

Kaspar: Dass Marchtrenk Bezirkshauptstadt wird. Aber was nicht ist, kann irgendwann werden.

Tips: Einen Rat an den Nachfolger?

Kaspar: Man versuchen zu bleiben wie man ist. Man darf sich nicht verbiegen lassen. Wichtig ist aber auch, dass man den Bürgern aufmerksam zuhört und sich ein gutes Team sucht. Einzelkämpfer haben es schwer. Wichtig ist auch Ehrlichkeit. Sich selbst gegenüber und der Bevölkerung Dazu gehört auch, dass man den Bürgern sagt, die öffentliche Hand kann nicht alles erledigen. Es bleibt auch Eigenverantwortung übrig.


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