„Passen Sie gut auf diese Brücke auf, es gibt nicht mehr viele davon“
WELS. 40 Tage lang waren die beiden Architekten Stefan Groh und Lorenz Potocnik in Wels unterwegs, mit dem Auto, mit dem Fahrrad oder zu Fuß und haben jede Straße der Stadt entdeckt.

In Planquadraten sind sie Wels abgegangen und setzten 200 Bauwerke auf ihre Liste für den ersten Welser Architekturführer.
Klassische Welser Mischung
Nach akribischer Recherche der Literatur der letzten 120 Jahre und Zeitzeugengesprächen haben es letztendlich, neben zehn Mini-Essays, 113 Bauwerke in „Architektur in Wels. 1900 - 2015“ geschafft.
Von der Alten Hutfabrik über das Affenhaus im Tierpark, das Semmelturm-Hochhaus, die Welser Hütte am Großen Priel, das Schloss Pollheim oder den Kornspeicher bis hin zur Markthalle, der Messehalle 21 oder dem Angerlehner-Steg – die 113 Beispiele stehen repräsentativ für die letzten 120 Jahre Welser Bautätigkeit und zeigen das harte Aufeinandertreffen der unterschiedlichsten Strukturen in Wels. „Landwirtschaft, gründerzeitliche Villen, Brachflächen, Einfamilienhäuser dazwischen eingezwickte Großprojekte – das ist die klassische Welser Mischung“, so Groh, „und diese Mischung macht Wels aus!“
Tatsächlich waren die beiden Macher des Linzer Architekturführers „überrascht von den vielen kleinen Juwelen“, die es in Wels gibt. Besonders am Herzen liegt Potocnik die Alte Traunbrücke. Im Gegensatz zu Linz – wo die vergleichbare Eisenbahnbrücke gerade abgerissen wird – hätten die Welser ihre Brücke gepflegt, so Potocnik und appelliert: „Passen Sie gut auf diese Brücke auf, es gibt nicht mehr viele davon!“ Tatsächlich ist auch das ein klein wenig Intention der beiden. „Wertschätzung für die Projekte aufzubauen und vielleicht bleiben dadurch ja manche vom Abriss verschont“, hofft Potocnik.
Große Nachfrage
Zielgruppe des Büchleins sind nicht Standeskollegen, sondern der interessierte Laie, sowohl Bewohner als auch Besucher der Stadt. Denn „der Architekturführer ist schon auch der Versuch, Wissen und Verständnis über die Bauten zu vermitteln“, sind sich Groh und Potocnik einig.
Wer einen Welser Architekturführer haben möchte, bekommt diesen im Buchhandel. Aber es gilt schnell zu sein, denn der „große Bruder“ in Linz war rasch vergriffen!


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