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MARCHTRENK. Seit fast einem Jahr sind vier Asylwerber bei der Freiwilligen Feuerwehr Marchtrenk mit dabei. Der Iraker Mohammad Alquisi ist einer davon. Für den Kommandanten Markus Ortmair ist dies eine Herzensangelegenheit. Auch wenn vor allem zu Beginn viel Überzeugungsarbeit zu leisten war.

Mohammad, Markus Ortmair und Seyad Ali von der FF Marchtrenk, LR Rudi Anschober und Landes-Feuerwehrkommandant Wolfgang Kronsteiner präsentieren die neue Broschüre „Gemeinsamer Einsatz verbindet“. Foto: Land OÖ/Dedl

Die Vorurteile bei den eigenen Kameraden waren groß, als die Bitte kam, Aslywerber bei der Feuerwehr zu integrieren: „Das will ich gar nicht verhehlen. Es ist lange und sehr intensiv diskutiert worden. Jetzt sind die vier dabei und es hat sich ins Positive gedreht. Sie sind fleißig und bei den Übungen und bei den Einsätzen mit dabei“, sagt der Kommandant der FF Marchtrenk: „Es gibt bei mir drei klare Regeln. Kein Alkohol, keine Frauengeschichten und weder Streit noch Diskussion wegen der Religion. Das fordere ich ein und darauf beharre ich“, meint der engagierte Feuerwehrler. Diese Regeln und ihre klare Einhaltung sind ihm wichtig: „Das haben sie zu spüren bekommen. Im Einsatz braucht es auch klare Ansagen.“

„Es gibt bei mir drei klare Regeln. Kein Alkohol, keine Frauengeschichten und weder Streit noch Diskussion wegen der Religion. Das fordere ich ein und darauf beharre ich“. FF-Kommandant Markus Ortmair

Das versteht auch der 32-jährige Iraker  Mohammad Alquisi: „Ich kann mich nur bei allen bedanken. In Österreich wird mir geholfen und ich kann so etwas wieder zurückgeben. Das Wichtigste ist, sich an die Regeln zu halten und Deutsch zu lernen.“ Er besucht nicht nur die Deutschkurse, sondern bekam auch von Beginn an einen Feuerwehr-Deutschkurs verpasst: „Ich stellte mehrere Seiten mit Bildern und den dazugehörigen Begriffen auf Deutsch zusammen. Die haben wir immer wieder gelernt und getestet. Wichtig ist auch, dass im Alltag auf der Wache  mit den vieren auf Deutsch geredet wird. Wenn es mit dem Dialekt nicht funktioniert, dann meistens schnell mit Hochdeutsch. Für mich ist das die leichteste Form der Integration. Da sie quasi im Vorbeigehen passiert und es keine mitbekommen.“

Dienst leisten

Die Vorurteile sind weniger geworden, die vier leisten ihren Dienst. „Gewisse Dinge wie das kleine Katastrophenlager wären ohne die Asylwerber nicht möglich gewesen. Auch bei anderen Sachen stehen sie zur Verfügung. Man muss sich zwar mehr kümmern, das liegt schon an der Sprache, aber es bringt auch etwas. Ich muss aber dazusagen, dass wir hier in Marchtrenk keinen mehr aufnehmen können“, ist der Kommandant überzeugt.

Für den Iraker ist die Feuerwehr auch eine Herzensangelegenheit: „Ich versuche zu helfen, wo es nur geht. Ich habe viel Respekt vor den Kameraden. Der ist auch wichtig. Ich bin zu Gast in einem fremden Land und muss mich hier ganz klar an die Regeln halten.“

Landesebene

„Menschen für die Idee der Gemeinsamkeit und Gemeinschaft zu gewinnen, egal in welcher gesellschaftlichen Rolle sie sich befinden, egal woher sie kommen und egal welcher Religion sie zugehören, ist wohl einer der wichtigsten Sicherheitsstifter. Das ist Integration“, betont Landes- Feuerwehrkommandant Wolfgang Kronsteiner bei der Präsentation  der Broschüre „Gemeinsamer Einsatz verbindet“. Auch Landesrat Rudi Anschober (Grüne) ist von dem Projekt überzeugt: „Jeder, der erstmals bei der Feuerwehr integriert ist, ist bei uns definitiv angekommen. Findet Begegnung und persönliches Kennen statt, fallen umgekehrt Vorurteile und Pauschalisierungen“, meint Anschober.


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